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Mehrsport

Weltmeister unterliegt Russland 35:38

SID
Klimowets DHB Russland
© Getty

Dortmund - Der Freude über die Vertragsverlängerung von Bundestrainer Heiner Brand folgte die Ernüchterung auf dem Spielfeld: Zum Auftakt des Handball-Supercups kassierte Weltmeister Deutschland in Dortmund eine unerwartete 35:38 (17:16)-Niederlage gegen Russland.

Vor 6400 Zuschauern in der Westfalenhalle konnte der Gastgeber nicht an die großartigen Leistungen von der Heim-WM anknüpfen. Lediglich der Nordhorner Holger Glandorf (10 Tore) bewies tolle Form. Das zweite Turnier-Spiel bestreitet die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am 26. Oktober in Halle/Westfalen gegen Serbien.

Knapp eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff hatte Brand seinen am 31. Dezember 2008 auslaufenden Vertrag gleich bis zum 30. Juni 2013 verlängert - und damit ein Zeichen für die Zukunft gesetzt. Sportlich aber liegt bis zur EM im Januar noch viel Arbeit vor ihm.

"Vielleicht war es gut so, dass auch im Umfeld alle gemerkt haben, dass jeder Sieg neu erkämpft werden muss", sagte Brand. Trotzdem ist er wie seine Spieler optimistisch, das Supercup-Halbfinale zu erreichen: "Es gibt keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Wir werden uns auf das Spiel gegen Serbien vernünftig vorbereiten."

Wenig ansehnliches Spiel 

Nach der Terminhatz durch Bundesliga und Champions League in den vergangenen Wochen mangelte es den Weltmeistern sichtlich an Frische. Nur eine komplette Trainingseinheit im Vorfeld des Supercups ließ zudem wenig Gelegenheit, die spielerische Harmonie von der Heim-WM aufzufrischen. Zahlreiche technische Fehler auf Seiten der Gastgeber ebenso wie bei den Russen verhinderten über weite Strecken ein ansehnliches Spiel.

So tat sich die deutsche Mannschaft gegen die robusten Gäste schwer. Schon nach einer Viertelstunde nahm Brand beim Stand von 8:9 eine Auszeit, um von seinen Spielern mehr Konzentration einzufordern. Dies zeigte jedoch nur bedingt Wirkung. Das DHB-Team erkämpfte sich beim 13:11 (21.) die erste Zwei-Tore-Führung, verlor sie aber umgehend wieder und geriet beim 13:14 (25.) erneut ins Hintertreffen.

Zeit für Experimente

Schon zeitig nutzte Brand den Einstand ins Sechs-Nationen-Turnier zu Experimenten. Der starke Lemgoer Carsten Lichtlein ersetzte den Mannheimer Henning Fritz zwischen den Pfosten, sein Club-Kollege Sebastian Preiß kam am Kreis für Andrej Klimowets (Rhein-Neckar Löwen) ins Spiel und Oleg Velyky (Rhein-Neckar Löwen) löste Markus Baur (Pfadi Winterthur) auf der Spielmacher-Position ab. "Wir werden im Kader den Konkurrenzkampf bis zur EM aufrecht erhalten. Dem müssen sich natürlich auch die Weltmeister stellen", erklärte Brand.

Doch mehr Spielfluss lösten seine Umstellungen nicht aus. Nur dem durchschlagskräftigen und energischen Glandorf und dem dynamischen Velyky sowie den Glanzparaden von Lichtlein hatte der Gastgeber eine 17:16-Führung zur Halbzeit zu verdanken.

Nur Glandorf überzeugt 

Auch im zweiten Durchgang blieb beim Weltmeister vieles Stückwerk. Allein der weiter glänzend aufspielende Glandorf strahlte beständig Torgefahr aus und sorgte für eine 20:18-Führung (34.). Obwohl das DHB-Team anschließend mit 22:26 (42.) in Rückstand und auf die Verliererstraße geriet, schöpfte Brand nicht alle personellen Alternativen aus.

So erhielt Pascal Hens (Hamburg) nur wenige Spielanteile und Rückkehrer Frank von Behren (Flensburg-Handewitt) stand erst gar nicht auf dem Spielberichtsbogen.

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