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Handball

Handball - TBV Lemgo gegen alle Logik: Underdog holt den DHB-Pokal

SID
Der TBV Lemgo hat sich sensationell zum Pokalsieger gekrönt.

Der TBV Lemgo Lippe hat nach dem Halbfinal-Coup gegen den THW Kiel auch das Endspiel um den DHB-Pokal gewonnen. 19 Jahre des Wartens sind vorbei, für Trainer Florian Kehrmann schloss sich ein Kreis.

Die "Florian-Kehrmann-Halle" im Hamburger Volkspark wird es wohl eher nicht geben, doch das dürfte der Trainer des frisch gebackenen Handball-Pokalsiegers TBV Lemgo Lippe verschmerzen.

"Hamburg ist für mich ein schönes Pflaster", sagte der Weltmeister von 2007: "Ich bin hier Meister und Pokalsieger geworden als Spieler, habe in Hamburg meinen ersten Sieg als Lemgo-Trainer gefeiert. Jetzt ist endgültig, dass es meine Halle wird."

19 Jahre nach seinem Coup als Kapitän darf sich Kehrmann auch als Trainer des TBV Lemgo Lippe DHB-Pokalsieger nennen. Einen Tag nach dem Sensationssieg gegen Rekordsieger THW Kiel (29:28) schlug der Underdog aus Ostwestfalen-Lippe im Endspiel des Final Four vor 2000 Zuschauern auch noch die MT Melsungen 28:24 (15:12). Damit erhält der derzeitige Bundesliga-Elfte in der kommenden Saison einen Startplatz für die European League.

"Der Handballsport ist unglaublich. Ich bin einfach begeistert. Nach dem, was wir gegen Kiel in der zweiten Halbzeit geliefert haben, hatte ich keine Angst", sagte Kehrmann im ARD-Interview: "Ich habe die Mannschaft einfach machen lassen. Die Jungs waren sehr fokussiert und trotzdem zugleich locker. Jeder hat seine Aufgabe erfüllt. Ich habe die letzte Nacht schon schlecht geschlafen, aber das war egal."

Kehrmann: Vorläufiger Höhepunkt seiner Trainerlaufbahn

Für den früheren Weltklasse-Rechtsaußen Kehrmann (43) waren die Tage von Hamburg der vorläufige Höhepunkt seiner Trainerlaufbahn. Ende 2014 übernahm er das Traineramt in "seinem" Klub, der sich schleichend von einem regelmäßigen Titelkandidaten und Dauer-Europapokalteilnehmer zu einem Abstiegskandidaten entwickelt hatte. Seither stabilisierte Kehrmann den Verein im Mittelfeld, viel mehr war gegen finanzstärkere Konkurrenten kaum drin.

Ein Gegner aus dieser Kategorie war auch Finalgegner Melsungen, der deutsche Nationalspieler wie Julius Kühn, Silvio Heinevetter, Tobias Reichmann oder Timo Kastening in seinen Reihen hat.

Die junge Lemgoer Mannschaft aber zog nach dem Triumph über Meister THW Kiel auch diesem Gegner den Zahn, besonders der erst 20 Jahre alte TBV-Torhüter Finn Zecher war für die MT-Angreifer streckenweise ein unüberwindliches Hindernis.

Kehrmann: "Einer muss über sich hinauswachsen"

"Ich habe den ganzen jungen Spielern gesagt: Irgendeiner wird über sich hinauswachsen müssen", erklärte Kehrmann nach dem zweiten Coup binnen 24 Stunden voller Stolz.

Neben Zecher beherzigte diese Forderung auch Lukas Zerbe, der mit fünf Toren gemeinsam mit Jonathan Carlsbogard erfolgreichster TBV-Werfer war.

Zerbes Onkel Volker ist in Lemgo eine Institution, der langjährige Nationalspieler gewann mit dem TBV zwei Meisterschaften und dreimal den Pokal. Fast immer an seiner Seite damals: Florian Kehrmann.

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