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Handball

HBL: Weltmeister-Torwart Henning Fritz hilft in Flensburg aus

SID
Henning Fritz kehrt ins Tor zurück.

Henning Fritz gibt im Handball das Comeback des Jahres. Der frühere Welthandballer stellt sich mit 46 noch einmal ins Bundesliga-Tor.

Die Haare ergrauen ehrenvoll in George-Clooney-Manier, das mit dem Schienbein am Ohr könnte inzwischen auch schwierig werden. "Das geht wahrscheinlich nicht mehr", sagt Henning Fritz dem SID lachend. Aber neun Jahre nach seinem (eigentlichen) Karriere-Ende sind beim deutschen Handball-Torhüter noch die "Grundlagen von Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit" vorhanden - genügend jedenfalls, um mit stolzen 46 das überraschende Comeback des Jahres zu geben.

Henning Fritz, Weltmeister 2007 und einstiger Welthandballer, eines der Gesichter des deutschen Handball-Booms, wird sich bei der SG Flensburg-Handewitt in der entscheidenden Phase des Bundesliga-Titelkampfs noch einmal zwischen die Pfosten stellen. "Obwohl ich sicherlich seit einem guten Jahr keinen Ball mehr um die Ohren bekommen habe", wie er am Telefon eingesteht, will Fritz der SG nach der Verletzung von Benjamin Buric "mit Rat und Tat zur Seite stehen".

Tat ist dabei wörtlich zu nehmen: Er wird sich erstmals seit den letzten Auftritten in Allstar-Benefizspielen wieder Ball und Gegner mit wilden Verrenkungen in den Weg werfen. Schließlich habe er einiges getan, um den "Schmerzen des Alters" vorzubeugen oder entgegenzuwirken, beim Jogging, beim Crossfit. Außerdem ist SG-Trainer Maik Machulla sein Schwager: "Es war keine Frage, dass ich der SG unter diesen besonderen Umständen aushelfe."

Da trifft es sich gut, dass Fritz neben seiner Expertentätigkeit beim Pay-TV-Sender Sky auch Dienste als Regenerationscoach anbietet. Diese Künste wird er wohl bald an sich selbst erproben müssen. "Ich hätte das auch nicht für möglich gehalten. Das macht mich sehr stolz", sagte er. "Auch im fortgeschrittenen Alter kann ich vielleicht die eine oder andere Parade zeigen."

Fritz: "Erfahrung, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen"

Ohnehin spiele das Alter im Handball-Tor eine untergeordnete Rolle. "Im Feld ist das was anderes", betont Fritz. "Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer sind dann nicht mehr so da. Im Tor, wenn die Grundlagen noch da sind, besteht weiterhin die Möglichkeit zu spielen." Alles baue auf "Erfahrung, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen" auf: "Ich werde in den nächsten Tagen viel arbeiten."

Es ist schon kurios. Am Donnerstagabend noch kommentierte Henning Fritz im TV, wie die Flensburger gegen die Rhein-Neckar Löwen mit einem 26:26 womöglich die Meisterschaft verspielten. Am Sonntag schon ist er beim TBV Lemgo selbst spielberechtigt - und bereit zum Kampf.

Zu gerne würde er dem alten Nordrivalen THW Kiel "noch den Titel wegschnappen. Wir sind aber auf Schützenhilfe der anderen angewiesen, dennoch werden wir unsere Hausaufgaben erledigen und alles dafür geben." Der Rekordmeister aus dem nahen Kiel liegt im Liga-Endspurt drei Punkte vorn, allerdings hat Flensburg noch ein Spiel ausstehen.

Womöglich eines mit einem ergrauten, aber noch sehr beweglichen Torhüter.

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