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Handball

HBL - Coronafälle beim DHB wirbeln Spielplan durcheinander: "Jetzt haben wir den Salat":

SID
Die HBL muss ihren Spielplan wegen einiger Corona-Fälle umbauen.

Die beiden Coronafälle in der Nationalmannschaft wirbeln den Bundesliga-Spielplan durcheinander. Liga, Europacup, EM-Quali, WM: Dem Handball droht ein gehöriges Terminchaos.

Silvio Heinevetter nahm den ganzen neuen Corona-Ärger mit Humor. "Wollen wir einfach mal nach Flensburg und direkt wieder zurück fahren?", fragte der Nationaltorhüter bei Instagram, postete dazu ein Bild seines DHB-Kollegen Finn Lemke mit Daumen hoch und kletterte anschließend mit seinem Team in den Mannschaftsbus.

Ihrer Arbeit hatten Heinevetter und Co. nicht nachgehen können. Denn statt in die Halle zum Spitzenspiel bei der SG Flensburg-Handewitt ging es für die Handballer der MT Melsungen am Mittwochmorgen unverrichteter Dinge auf den 500 Kilometer langen Heimweg.

Mit der kurzfristigen Absage des Liga-Gipfels nur acht Stunden vor dem geplanten Anpfiff hat die Coronakrise den Handball nun auch sportlich voll erwischt. Und Auslöser ist ausgerechnet die deutsche Nationalmannschaft, die am Mittwoch nach Torhüter Johannes Bitter (TVB Stuttgart) mit dem Rückraumspieler Marian Michalczik (Füchse Berlin) den zweiten Coronafall meldete.

Melsungens Geschäftsführer Axel Geerken, der Keeper Heinevetter, dessen fünf DHB-Kollegen und den Rest des MT-Teams nach der gemeinsamen Übernachtung am Mittwoch und dem Frühstück zurück in den Bus beorderte, hält die Spielverlegung für die "richtige Entscheidung". Immerhin hätten insgesamt sieben Nationalspieler auf dem Feld gestanden. "Beide Vereine wollen nicht die Verantwortung eines möglichen Infektionsrisikos tragen", sagte Geerken. Doch er konstatiert im Gespräch mit dem SID auch: "Die Lehrgangswoche der Nationalmannschaft kann dazu führen, dass die gesamte Liga lahmgelegt wird."

HBL: Füchse Berlin beantragten Spielverlegung

Wohl wahr. Die Füchse beantragten nach dem positiven Testergebnis bei Michalczik noch am Mittwoch eine Verlegung ihrer Partie am Donnerstag beim THW Kiel, und auch das Spiel zwischen TSV Hannover-Burgdorf und Frisch Auf Göppingen steht auf der Kippe. Dem Handball, so viel steht fest, droht mit Blick auf den engen Spielplan ein gehöriges Terminchaos.

"Jetzt haben wir den Salat", sagte Ligachef Frank Bohmann dem SID. Für dieses eine Spiel werde man eine Verschiebung irgendwie hinbekommen. "So richtig viel Raum haben wir aber nicht", betonte er und verwies auf die vielen Wettbewerbe mit Liga, Europapokal, EM-Qualifikation und WM: "Das zeigt die vielen Marionettenschnüre. Es wird irgendwann ein Hauen und Stechen geben. Und das möchte ich möglichst vermeiden."

Bei der aktuellen Spielabsage handle es sich zwar um "eine rein präventive Maßnahme", das beteuerte Bohmann, schließlich sei keiner von den sieben deutschen Nationalspielern bei Flensburg und Melsungen positiv getestet worden. Doch der Bundesliga-Boss, der dem DHB wie Geerken keinerlei Vorwürfe macht, weiß: Angesichts möglicher weiterer positiver Fälle und womöglich von den Gesundheitsämtern örtlich verhängten Quarantäne-Maßnahmen könnte die Verlegung des Mittwochspiels nur der Anfang sein.

HBL: Arbeitsgruppe befasst sich mit "Parallel-Szenarien"

Mit dem Thema "Parallel-Szenarien" für den Fall einer notwendigen Saison-Verkürzung ist in der HBL jedenfalls längst eine Arbeitsgruppe befasst. Doch auch um die Austragung der Mega-WM im Januar mit 32 Teams wird es nicht bloß aus epidemiologischer Sicht neue Diskussionen geben.

"Es ist richtig, dass wir uns über Alternativen Gedanken machen müssen, aber es gibt keinen Grund zur Hektik", sagte Bob Hanning dem SID. Als DHB-Vizepräsident und Geschäftsführer der Füchse Berlin kennt er beide Seiten. "Wir können das Programm nach aktuellem Stand noch durchziehen", ist Hanning überzeugt. Die WM stehe jedenfalls "nicht im geringsten" zur Diskussion: "Es geht schließlich auch ums Überleben unserer Sportart."

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