Handball

Handball - Holger Glandorf fordert Umdenken: "Dann ahnt man, was die Jahre den Sportlern antun"

SID
Holger Glandorf fordert ein Umdenken im Handball.

Der frühere Weltmeister Holger Glandorf hat mit Blick auf die Belastungssteuerung bei Handballern ein Umdenken gefordert. "Wenn Nationalspieler als positive Erkenntnis aus der Coronakrise ziehen, dass der Saisonabbruch das Beste sei, was ihrem Körper passieren konnte, dann ahnt man schon, was die Jahre der Vielfachbelastung den Sportlern antun können", sagte der 37-Jährige im Interview mit der Funke Medien Gruppe.

Laut dem Weltmeister von 2007 müsse der Sport "eine vernünftige Balance finden. Bei einem Wechsel zwischen Bundesliga und Champions League, also Reisen und Spielen in einem 48-Stunden-Rhythmus, ist das schwierig." Einen Lösungsansatz sieht er zumindest für die Bundesliga: "Kombinierte Spieltage mit Gegnern aus einer Region, um die Reisebelastungen gering zu halten."

Nach dem Abbruch der Bundesliga-Saison aufgrund der Coronakrise fand auch die Karriere des Rekord-Feldtorschützen der Liga, der zuletzt bei der SG Flensburg-Handewitt unter Vertrag stand, ein plötzliches Ende.

Jetzt sieht er die Politik in der Pflicht, ein Zeichen in Richtung der Wiederaufnahme seines Sports zu setzen: "Was wir brauchen, ist ein Start- und ein Zielpunkt. Eine Antwort darauf, wann Kontaktsport in den Bundesländern wieder möglich ist, damit die Vorbereitung auf die Saison beginnen kann."

Neben dem Fußball, der den Spielbetrieb in den Bundesligen am vergangenen Wochenende wieder aufnehmen durfte, müssten die Entscheidungsträger auch andere Sportarten berücksichtigen. "Auch unter Handballklubs gibt es solche, die Wirtschaftsunternehmen sind und neben Sportlern auch Büroangestellte beschäftigen", so Glandorf.

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