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Golf

Kaymer folgt der "Herausforderung" USA

SID
Martin Kaymer (r.) mit seinem Caddie Craig Connelly
© Getty

Eine "große Herausforderung". Natürlich. Martin Kaymer wird im kommenden Jahr erstmals als volles Mitglied an der amerikanischen PGA-Tour teilnehmen.

Die Spielberechtigung hat er durch seinen Sieg bei der PGA-Meisterschaft 2010 noch für acht Jahre, jetzt also nutzt er sie. "Das ist der nächste logische Schritt in meiner Karriereplanung", erklärte der Deutsche vor seinem Start am Donnerstag beim BMW Masters in Shanghai, das mit sieben Millionen Dollar dotiert ist.

Im Vorjahr bereits entschieden sich unter anderem auch seine Ryder-Cup-Kollegen Rory McIlroy und Lee Westwood dazu, mindestens 15 Turniere der US-Tour zu spielen, um dort vollwertige Mitglieder zu sein. Nun also auch Kaymer. "Irgendwann will ich auf der US-Tour spielen", hatte Kaymer bereits vor zwei Jahren gesagt, 2011 und 2012 sich aber noch dagegen entschieden.

Neun Turniere gelten für beide Serien

Dabei ist die Entscheidung für Top-Spieler logisch. Es ist wie der Aufstieg aus der Zweiten Liga in die Bundesliga. In Amerika sind die Preisgelder höher, es gibt mehr Punkte für die Weltrangliste, das Wetter ist in der Regel besser und am Ende lockt für die US-Tour-Mitglieder der Fed-Ex-Cup, wo man sich noch einmal so richtig die Taschen vollmachen kann. Knapp zwölf Millionen Euro strich der Sieger Brandt Snedeker dieses Jahr ein.

Der Weg ist zudem relativ einfach. Mit den vier Majors, den vier WGC-Turnieren und neuerdings dem Ryder Cup zählen neun Veranstaltungen zu beiden Serien. Braucht Kaymer nur noch sechs in den USA und zwei in Europa, um Mitglied bei beiden Touren zu sein. Dass dies überzeugend funktionieren kann, hat 2011 Luke Donald bewiesen, der die Preisgeld-Wertungen bei beiden Turnierserien gewann. Der Düsseldorfer hat seine US-Basis übrigens seit Jahren in Arizona.

Zukunft der "Schüco Open" noch offen

Zu der Entscheidung mag auch die Krise in Europa beigetragen haben. Noch ist der Kalender für 2013 erst bis Mai veröffentlicht. In Spanien werden drei oder vier Turniere gestrichen, weil sich kein Sponsor mehr findet. In Deutschland hat sich die neue Geschäftsführung von Schüco noch nicht entschieden, ob sie ihr "Open"-Turnier als Showveranstaltung fortführen will, ein reguläres Turnier daraus machen möchte - oder ihr Sponsoring gleich ganz einstellt.

Im Golf lässt sich eine Entwicklung beobachten, die Tennis und die Formel eins ebenfalls durchgemacht haben: Die lukrativen Veranstaltungen finden im Nahen und im Fernen Osten statt. Dort, wo die Millionen locker sitzen. Zurzeit ist der Tross in China unterwegs. Donnerstag startet fast das gesamte europäische Ryder-Cup-Team bei dem mit sieben Millionen Euro dotierten Turnier in Shanghai, es folgen Shenzen, Singapur und Hong Kong. Und konsequenterweise wird das Finalturnier der European Tour Ende November in Dubai ausgetragen. Da legen die Scheichs acht Millionen Dollar auf den Tisch - ausgeschlossen im "alten Europa" in diesen Tagen.

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