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Fussball

Werder Bremen: Baumann-Kritiker Jörg Wontorra nicht auf Kandidatenliste für Aufsichtsrat

Von Philipp Schmidt
Wontorra wird nicht in den Bremer Aufsichtsrat zurückkehren.

Werder Bremen hat am Montag seine Kandidatenliste für die am 5. September stattfindenden Wahlen des neuen Aufsichtsrates bekanntgegeben. Mit dem langjährigen Fernsehjournalisten Jörg Wontorra fehlt ein prominenter Name auf der Liste. Dieser hatte sich in der Vergangenheit als Kritiker der Klubführung um Marco Bode und Frank Baumann erwiesen.

"Ich finde es sehr schade, weil ich gern geholfen hätte, und es mir eine Herzensangelegenheit gewesen wäre, den von Markus Anfang propagierten Wiederaufbau mitzugestalten. Ich werde aber natürlich den Weg von Werder weiter beobachten", sagte Wontorra im Sportblitz, der Sportsendung von Radio Bremen.

Stattdessen stehen Henning Lühr, Harm Ohlmeyer, Oliver R. Harms, Alexander Schnitger, Oliver Spalthoff, Dr. Florian Weiß und Dirk Wintermann auf der Kandidatenliste, vier neue Aufsichtsräte werden in knapp zwei Wochen gewählt. Neben dem scheidenden Aufsichtsratschef Bode treten drei weitere Mitglieder des aktuellen Gremiums nicht mehr zur Wahl an.

Spätestens nach dem Abstieg aus der Bundesliga hatte der Gegenwind für die handelnden Funktionäre zugenommen, während Bode seinen Abschied ankündigte, entschied sich Sport-Geschäftsführer Baumann, seine Arbeit fortzusetzen. Sehr zum Missfallen von Wontorra, der es wie Maria Yaiza Stüven Sanchez von der Faninitiative "Kein-Weiter-So" sowie Ex-Spieler und -trainer Benno Möhlmann nicht auf die Kandidatenliste geschafft hat.

Wontorra: "Abstieg mit fünf Jahren Anlauf"

Die Entscheidung des Wahlausschusses gegen Wontorra kann als klares Zeichen der Unterstützung von Baumann und Finanz-Geschäftsführer Klaus Filbry gedeutet werden. "Das war kein Betriebsunfall, sondern ein Abstieg mit fünf Jahren Anlauf! Darum bin ich über die Pattex-Politik der Verantwortlichen doch sehr erstaunt", hatte Wontorra, der bereits von 1999 bis 2003 im Werder-Aufsichtsrat saß, im Mai der Bild gesagt.

Bereits im Dezember hatte sich für den 72-Jährigen der nahende Niedergang abgezeichnet, als er der Deichstube mitteilte: "Ich mache mir große Sorgen um Werder. Es gibt überhaupt keine Innovationen und Visionen mehr. Es wird überhaupt nicht nach vorne geguckt, sondern nur verwaltet." Die Geschäftsführung sei "nicht optimal aufgestellt, es fehlt an Kompetenz". Baumann hatte umgehend gekontert und erklärt, dass Wontorra "nullkommanull" Einblick habe und sich zuletzt nur wegen Freikarten gemeldet habe.

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