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Fussball

HSV-Chaos: Marcell Jansen unter Druck - Bernd Hoffmann und Klaus-Michael Kühne lauern

SID
Im Machtkampf beim Zweitligisten Hamburger SV ist das komplette Präsidium um Präsident Marcell Jansen zurückgetreten.

Interne Querelen um Präsident Marcell Jansen belasten seit Wochen das Klima beim Hamburger SV. Der Ex-Nationalspieler liefert sich mit seinen Präsidiumskollegen eine hässliche Schlammschlacht

Auf dem grünen Rasen war Marcell Jansen als Fußball-Nationalspieler und HSV-Profi eher ein Freigeist. Häufig unberechenbar, für den Gegner oft schwer zu stellen. Als Präsident des Hamburger SV ist er in einen klubinternen Machtkampf verstrickt, der die positive sportliche Entwicklung beim Zweitliga-Tabellenführer mehr und mehr überschattet. Und damit den angestrebten Bundesliga-Aufstieg gefährden könnte.

Etwas vereinfacht formuliert: Der 35-Jährige ist der Favorit der Vereinsgremien, Investor Klaus-Michael Kühne gilt als sein Förderer. Jansens Präsidiumskollegen Thomas Schulz und Moritz Schaefer hingegen wird nachgesagt, ein erneutes Comeback des früheren Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann vorzubereiten, sie haben eher die organisierten Fans auf ihrer Seite.

Jansen, Schulz und Schaefer sind derart zerstritten, dass sie sich nicht einmal auf einen fristgerechten Termin für eine Außerordentliche Mitgliederversammlung einigen konnten. So könnten sich zum Machtpoker auch noch juristische Scherereien gesellen, jegliche personelle Entscheidungen dürften anfechtbar sein.

In dieser Gemengelage ist Kühne die große Unbekannte. Der in der Schweiz lebende Milliardär hält aktuell einen Anteil von 20,44 Prozent an der HSV Fußball AG. Schon mehrfach wollte der 83-Jährige weitere Anteile kaufen, aktuell allerdings plant er scheinbar anders.

Derzeit sei man eher gewillt, "Anteile abzugeben, um die Gesellschafterstruktur breiter aufzustellen", teilte die Kühne-Holding auf Abendblatt-Anfrage mit. Und schob beschwichtigend hinterher: "Herr Kühne ist unverändert großer HSV-Fan."

Aber so wenig zahlreiche Klubmitglieder dem kapriziösen Kühne über den Weg trauen, so wenig belastbar gilt auch vielen Insidern die Aussage von Ex-Boss Hoffmann, für eine Vorstandsaufgabe innerhalb der HSV Fußball AG nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

HSV: Für Bernd Hoffmann war schon zweimal Schluss

Denn erst vor knapp drei Jahren ließ er sich zunächst zum Präsidenten des HSV e.V. wählen und arbeitete sich dann über den Aufsichtsrat zurück an die Spitze der AG. Im März vergangenen Jahres war für Hoffmann zum zweiten Mal nach 2011 Schluss beim HSV, der Aufsichtsrat hatte den Daumen gesenkt.

Die aktuellen Verwerfungen in der Hansestadt sind natürlich auch HSV-Trainer Daniel Thioune nicht verborgen geblieben. Der Coach ist bemüht, auch und gerade vor dem Topspiel am Samstag (13.00 Uhr/Sky) gegen den Aufstiegskonkurrenten SpVgg. Greuther Fürth seine Schützlinge vor negativen Gedanken abzuschirmen.

"Das zieht nur Energie", sagte der 46-Jährige. Und die wird der Spitzenreiter brauchen, denn die Gäste sind in der Rückrunde noch ohne Punktverlust und würden bei einem Sieg nach Punkten mit den Norddeutschen gleichziehen.

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