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Fussball

FC-Bayern-Leihgabe Sarpreet Singh vom 1. FC Nürnberg im Interview: "Meine Indien-Besuche haben mir die Augen geöffnet"

 

Sarpreet Singh: "Indien-Besuche haben mir die Augen geöffnet"

Ihre Eltern sind in Indien geboren. Warum wanderten Sie vor Ihrer Geburt nach Neuseeland aus?

Singh: Ich habe nie mit ihnen darüber gesprochen, weiß es also nicht genau. Ich glaube, sie wollten sich einen besseren Lebensstandard ermöglichen. Sie waren jedenfalls immer für mich da. Hoffentlich kann ich ihnen das irgendwann zurückzahlen.

Haben Sie Ihre Verwandten in Indien schon mal besucht?

Singh: Mein bisher letzter Aufenthalt in Indien war 2018 bei einem Länderspiel mit der neuseeländischen Nationalmannschaft. Davor war ich einige Male bei meinen Verwandten in Punjab, wo auch meine Eltern aufgewachsen sind. Der erste Besuch war für mich gleichzeitig eine faszinierende Erfahrung und ein Kulturschock, weil dort so viele Menschen in Armut leben. Die Lebensbedingungen in Indien sind ganz anders als in Neuseeland, wo jeder alles hat, was er braucht. Meine Besuche haben mir die Augen geöffnet und mich sehr dankbar gemacht für mein Leben. Es ist mir wichtig, dass ich den Kontakt zu meinen indischen Verwandten halte und sie immer wieder besuche.

Der FC Bayern ist bei der U20-Weltmeisterschaft 2019 auf Sie aufmerksam geworden. Erinnern Sie sich noch an den Moment, als Sie von dem Interesse erfuhren?

Singh: Ich war nach der WM mit Freunden in Australien im Urlaub, als auf einmal mein Telefon klingelte. Mein Berater war dran und sagte mir, der FC Bayern wolle mich verpflichten. Im ersten Moment war ich absolut geschockt, dann habe ich direkt zugesagt. Mein Plan war es eigentlich, bei irgendeinem kleinen Klub in Europa unterzukommen und mich von dort hochzukämpfen. Und dann wollte mich auf einmal der beste Klub der Welt. Das war unfassbar.

Wie ging es weiter?

Singh: Ich habe meinen Urlaub abgebrochen, bin heim nach Neuseeland geflogen und eine Woche später weiter nach München.

Sarpreet Singh: "Müller war die größte Hilfe"

Welcher Mitspieler hat sich in München als Erstes um Sie gekümmert?

Singh: Thomas Müller war der erste Spieler der Profimannschaft, mit dem ich Kontakt hatte. Er hat mich angesprochen und gefragt, wo ich herkomme und wie es mir geht. Müller war bei der Integration die größte Hilfe, aber auch alle anderen sorgten dafür, dass ich mich sehr schnell willkommen fühlte. Während meiner ersten Wochen in München habe ich auch viel Zeit mit meinem Berater, einem Scout des FC Bayern und den englischsprachigen Jungs aus der Reserve wie Chris Richards verbracht.

Während des Corona-Lockdowns im Frühling waren Sie neben Leon Dajaku, Woo-yeong Jeong und Flavius Daniliuc einer von nur vier Spielern, die am FC Bayern Campus wohnten. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?

Singh: Es war sehr wichtig, dass wir uns hatten - für kleine Passübungen und gemeinsame Freizeitbeschäftigungen. Ich habe in einem Apartment mit Leon gewohnt. Am Abend haben wir oft gemeinsam Playstation gespielt oder uns Serien auf Netflix angeschaut.

Dajaku erzählte danach, dass er von Ihren Koch-Fähigkeiten begeistert gewesen sei.

Singh: In dieser Zeit kam es mir tatsächlich entgegen, dass ich ein bisschen kochen kann. Am liebsten mache ich Hähnchenbrust mit Süßkartoffelpommes und Tiefkühlgemüse. Bei meinem Ex-Klub in Neuseeland hatten wir sogar einen Kochkurs. Am Ende gab uns die Köchin ein paar Rezepte, aber die liegen leider alle daheim in Neuseeland. Während des Lockdowns hätte ich sie gut gebrauchen können.

Die Karrierestationen von Sarpreet Singh

ZeitraumKlubPflichtspieleToreAssists
2017 bis 2019Wellington Phoenix II3598
2017 bis 2019Wellington Phoenix4098
2019 bis 2020FC Bayern München II2277
2019 bis 2020FC Bayern München2--
seit 2020 (per Leihe)1. FC Nürnberg10--
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