Fussball

Knockout im KSC-Machtkampf: Präsident Ingo Wellenreuther tritt zurück

SID
Der Karlsruher SC kommt in diesen Tagen nicht zur Ruhe.

Ingo Wellenreuther hat im Machtkampf mit einer Investorengruppe aufgegeben. Der 60-Jährige trat am Donnerstag als Präsident des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC zurück.

Der Präsident gibt auf, die Rettung steht bevor: Nach einem kurzen Machtkampf mit einer anonymen Investorengruppe hat Ingo Wellenreuther sein Amt beim Karlsruher SC niedergelegt - und den abstiegsbedrohten Zweitligisten damit wohl vor der Insolvenz bewahrt. Durch den Rücktritt des 60-Jährigen steht der Millionenzahlung des "Bündnis KSC" nämlich nichts und niemand mehr im Weg.

"Wer mich und meine Verbundenheit zum KSC kennt (...) weiß, dass mir dieser Schritt nicht leicht gefallen ist", schrieb Wellenreuther am Donnerstag und damit nur einen Tag vor der geplanten Mitgliederversammlung. Zur Rettung seines KSC, den er seit 2010 als Präsident vertritt, blieb ihm aber keine andere Wahl: Das Konsortium aus regionalen Unternehmen hatte die Zahlung in Höhe von sechs Millionen Euro schließlich an den Abschied von Wellenreuther, gleichzeitig auch Beiratsvorsitzender der KSC Management GmbH, geknüpft.

Der nun erfolgte Schritt hatte sich abgezeichnet. Wellenreuther, der das "Angebot" selbst am 8. Mai publik gemacht hatte, zeigte sich nur drei Tage später bereits "gesprächsbereit". Weitere drei Tage darauf nahm er "nach reiflicher Überlegung und auch mit Rücksicht auf meine Familie" seinen Hut.

Wellenreuther verhindert mit Rücktritt KSC-Insolvenz

Der KSC, der als Aufsteiger derzeit den vorletzten Tabellenplatz belegt, kämpft wegen der Coronakrise um die Vermeidung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Am Freitag sollte hierfür bei der Außerordentlichen Mitgliederversammlung die Zustimmung der Vereinsmitglieder eingeholt werden. Dies dürfte aufgrund der Versprechen vom "Bündnis KSC" nun aber hinfällig sein.

Der Weg für einen Neustart ist also frei, Wellenreuther hatte innerhalb und außerhalb des Vereins ohnehin nicht mehr die ganz große Unterstützung. Zwar war der Bundestagsabgeordnete (CDU) im vergangenen Oktober im Amt bestätigt worden, das Ergebnis war aber schon damals sehr knapp gewesen. "Insgesamt waren es zehn bewegende Jahre, in denen ich sicherlich auch einige falsche Entscheidungen getroffen habe", schrieb der scheidende Präsident in seiner 373 Wörter langen Erklärung auf der KSC-Internetseite.

In dieser hob er auch die positiven Aspekte seiner Amtszeit hervor, unter anderem den aktuellen Umbau des Stadions. "Mit der Errichtung und Fertigstellung des Stadions, für das ich fast 15 Jahre leidenschaftlich gekämpft habe, wird der Grundstein für den sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg des KSC gelegt sein", schrieb Wellenreuther: "Ich wünsche dem KSC für die Zukunft nur das Beste."

Er selbst hat mit seinem Rücktritt alles getan, was er dafür tun konnte.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung