Fussball

VfB Stuttgart trennt sich von Trainer Tim Walter

SID
Walter ist nicht länger Stuttgart-Trainer.

Der VfB Stuttgart hat sich von seinem Trainer Tim Walter getrennt. Das gab der fünfmalige deutsche Meister einen Tag nach dem 2:2 (0:1) zum Jahresabschluss bei Hannover 96 bekannt.

Blutleere Auftritte, frostiges Klima, maue sportliche Bilanz: Zweitligist VfB Stuttgart hat nach 175 Tagen alles auf Null und kurz vor Heiligabend Trainer Tim Walter vor die Tür gesetzt. Bei den Verantwortlichen des fünfmaligen deutschen Meisters waren schlichtweg die Zweifel daran zu groß geworden, dass sich der vor allem finanziell so wichtige Wiederaufstieg mit dem Ex-Kieler realisieren lasse.

"Es war unser Wunsch und unser klares Ziel, gemeinsam mit Tim Walter unsere kurz- und mittelfristigen Ziele zu erreichen: die Rückkehr in die Bundesliga und die Weiterentwicklung unserer Mannschaft", sagte Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger. Es sei aber "zunehmend deutlich" geworden, "dass unterschiedliche Ansichten über die Entwicklung des Kaders zur Realisierung unserer sportlichen Ziele bestehen."

VfB-Sportdirektor Mislintat kritisiert Entwicklung unter Walter

Vorausgegangen war zwei Tage nach dem 2:2 zum Jahresabschluss bei Hannover 96 eine lange Aussprache, für die Sportdirektor Sven Mislintat "eine knallharte Analyse" angekündigt hatte, "es kommt alles auf den Tisch". Als alles auf den Tisch gekommen war, war das Thema Walter weg von selbigem - Hitzlsperger und Mislintat senkten den Daumen über den 44-Jährigen.

"Bei der Verpflichtung von Tim Walter haben wir uns für ein Trainerprofil entschieden, welches unseres Erachtens zu unserer klaren Vorstellung vom zukünftigen Spielstil - einen aktiven, offensiven, aggressiven und mutigen Fußball zu spielen - passte", sagte Mislintat: "Leistungsfußball unterliegt aber auch dem Diktat des Ergebnisses, der Entwicklung und des sportlichen Trends."

VfB - Walter: "Die Mannschaft ist mir ans Herz gewachsen"

Walter zeigt sich nach der Entlassung zwar enttäuscht, verliert aber keine schlechten Worte über die Schwaben. "Ich habe sehr gerne für den VfB gearbeitet. Die Mannschaft ist mir in den vergangenen Monaten ans Herz gewachsen. Ich wünsche dem Verein alles Gute für die Zukunft", wird Walter zitiert.

Walter war im Sommer vom jetzigen Liga-Konkurrenten Holstein Kiel gekommen, wo er sich in seiner einzigen Saison für höhere Aufgaben empfohlen hatte. In Stuttgart funktionierte der einstige Bayern-Nachwuchscoach aber nicht. Seine dominante Art wurde mitunter durchaus als überheblich wahrgenommen, Ex-Nationalspieler Holger Badstuber machte öffentlich seinem Unmut Luft, das Dauertheater um den wechselwilligen Santiago Ascacibar wurde zum Ärgernis.

VfB Stuttgart: Schwarz und Anfang wohl als Nachfolger im Gespräch

Statt den Klub in die Zukunft und in gewünschte Höhen zu führen, ist Walter nun schon wieder weg, hielt sich nicht einmal so lange wie seine Vorgänger Tayfun Korkut (250 Tage) und Markus Weinzierl (193). Bei der Suche nach Walters Erben muss der VfB einen Treffer landen, sonst droht dem Klub die nächste "Unehrenrunde" durch das Unterhaus, mit nicht absehbaren finanziellen Einbußen.

"Bezüglich eines Nachfolgers haben wir noch keine Entscheidung getroffen", sagte Hitzlsperger. Zwei mögliche Kandidaten: Der im November in Mainz entlassene Sandro Schwarz (41). Und Markus Anfang (45), der im April beim 1. FC Köln trotz Aufstiegskurs gehen musste. Anfang war Walters direkter Vorgänger in Kiel - und könnte jetzt dessen direkter Nachfolger in Stuttgart werden.

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