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Fussball

Rohdiamant, Knipser und Toppmöllers Liebling

Von Michael Stricz
Markus Ziereis erzielte letzte Saison 22 Tore und geht nun für den FSV Frankfurt auf Torejagd
© getty

Eroll Zejnullahu, 18 (FC Union Berlin)

Auch ein Rückschritt kann ein Fortschritt sein, das beweist die Geschichte des 18-jährigen Eroll Zejnullahu. Was die Herren des FC Union Berlin in den letzten Jahren nicht schafften, erreichte Zejnullahu nämlich in der vergangenen Saison bereits. Mit der U 19 der Eisernen gelang ihm der souveräne Aufstieg in die Bundesliga. Mit 16 Treffern war er zudem einer der besten Torschützen. Als Belohnung erfolgt jetzt der "Rückschritt" in die zweite Liga. "Wer das Training unserer Profis verfolgt und ab und zu bei der U 23 vorbeischaut, weiß schon, wer als nächstes oben anklopft", sagt Hermann Andreev, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Union und meint damit in erster Linie Zejnullahu.

Bevor der in Berlin geborene offensive Mittelfeldmann bei der Union landete, spielte er bereits für eine Reihe anderer Berliner Vereine. 2012 folgte dann der Wechsel von Hertha 03 Zehlendorf zum Zweitligisten.

Noch während seiner A-Jugendzeit stand er bereits im Kader der U 23. Gegen Sandhausen durfte er im Februar sogar bereits für die erste Mannschaft ran, eine große Ehre, wie Zejnullahu betont: "Es macht mich stolz, dass ich als Neuling gleich überzeugen konnte."

Die Verantwortlichen erkannten schnell, welches Talent sie da in ihren Reihen hatten, deshalb stattete man den Nachwuchsmann mit einem langfristigen Vertrag bis 2016 aus. "Ich werde alles dafür tun, diesem Vertrauensvorschuss gerecht zu werden", sagt der Sohn kosovarischer Eltern dazu. Und wer weiß, vielleicht schießt Zejnullahus ja auch die Profis in die Bundesliga. Ganz ausschließen will man das bei der Union offenbar nicht: Sein Vertrag gilt jedenfalls auch für die Bundesliga.

Stefan Wannenwetsch, 21 (1860 München)

Stefan Wannenwetsch kommt mit der Empfehlung von 52 Regionalligaspielen und drei Toren in die zweite Liga. Seit 2009 ist der in Rammingen geborene Mittelfeldspieler ein Löwe. Nach zwei Jahren bei der A-Jugend folgte der Aufstieg in die U 23. Gerade in der zweiten Saisonhälfte 2012/2013 war er dort als Kapitän ein wichtiger Teil eines hervorragend funktionierenden Kollektivs. Die Löwen holten in der Rückrunde 47 von 57 möglichen Punkte und erreichten mit sieben Zählern Vorsprung vor Erzrivale Bayern München II die Relegation um den Aufstieg in den Profibereich. Doch dann folgte die Enttäuschung: Wannenwetsch sah im Hinspiel gegen die SV Elversberg die Rote Karte und musste im Rückspiel tatenlos zusehen, wie sich die Aufstiegsträume in Luft auflösten. Doch Wannenwetsch verarbeitete den Frust schnell und will nun bei den Profis den nächsten Karriereschritt machen.

Der aktuelle Löwen-Trainer Alexander Schmidt, der vor seinem Engagement bei den Profis auch Wannenwetschs Trainer bei der U 23 war, hält große Stücke auf den Nachwuchs-Mann. Im November 2012 übernahm Schmidt das Ruder bei den Profis und nahm dabei den Langenauer und einige andere direkt aus der U 23 mit. "Als Alex Trainer wurde, hatte ich schon etwas Hoffnung. Aber dass es so schnell geht, hab' ich nicht gedacht. Mit meiner Leistung bisher kann ich sicherlich zufrieden sein. Aber klar ist immer Luft nach oben. Darauf kann man aufbauen", reagierte Wannenwetsch angenehm bodenständig auf seine Beförderung.

Sportchef Florian Hinterberger ist überzeugt, dass der 21-Jährige seinen Weg gehen wird: Er hat gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt." Wenn er sich weiter in diesem Tempo entwickelt, wird es in dieser Saison jedenfalls nicht lange bei den bisher sechs Profi-Einsätzen bleiben.

Markus Ziereis, 21 (FSV Frankfurt)

Auch Markus Ziereis gehörte letztes Jahr zum Aufgebot der "kleinen" Löwen. Mit 22 Toren war er zweitbester Torschütze in der Regionalliga Bayern und ein Garant für das Erreichen der Relegation. Während sein ehemaliger Teamkollege Wannenwetsch jedoch den Löwen die Treue hielt, zog es Ziereis nach Frankfurt zum FSV. Ein verständliche Entscheidung, denn die Konkurrenz im Sturm der Löwen ist beachtlich: Neben dem letzjährigen Top-Torschützen und Ex-Kapitän Benjamin Lauth, kämpfen auch Rob Friend und Neuzugang Stephan Hain um einen Startelfplatz.

Bereits 2007 wechselte Ziereis vom SSV Jahn Regensburg zu 1860. Erst im letzten Jahr gelang ihm jedoch der Durchbruch. Bereits 2011 holte ihn der damalige Löwentrainer Rainer Maurer als A-Jugendlichen gemeinsam mit Moritz Leitner, Daniel Hofstetter und Kevin Volland, mit dem er einige Zeit sogar in einer WG lebte, zu den Profis der Münchener. Trotz acht Toren in den Testspielen reichte es jedoch nicht zu einem Einsatz. Wohl auch aufgrund dieser Erfahrung entschloss sich Ziereis nun, seinen Vertrag nicht zu verlängern und stattdessen zu den Frankfurtern zu wechseln.

Bisher hinterließ er beim FSV einen durchweg positiven Eindruck und kann sich berechtigte Hoffnungen auf den Platz im Sturm neben Routinier Edmond Kapllani machen. "Markus stellt mit seiner Trefferquote deutlich unter Beweis, dass er über ein gehöriges Potenzial verfügt. Dieses Talent möchten wir gemeinsam weiterentwickeln und Ziereis zu einem erfolgreichen Zweitligaspieler formen", sagte Uwe Stöver, Geschäftsführer des FSV.

"Beim FSV Frankfurt möchte ich meine Chance nutzen und den dauerhaften Sprung in die 2. Bundesliga schaffen", sagt Ziereis selbst. "Ich möchte zur weiteren Etablierung der Frankfurter in der Liga meinen Beitrag leisten."

Bei der Generalprobe für den Ligaauftakt gegen 1899 Hoffenheim stand er 60 Minuten auf dem Feld und holte den Freistoß zum 1:0-Siegtreffer heraus. Beim 18:0 gegen Pfungstadt traf er selbst sechs Mal. Dieser Beitrag kann sich sehen lassen.

Spielplan zur neuen Saison

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