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Fussball

"Erst abwarten, dann die Sau rauslassen"

Von Interview: Andreas Lehner
Dimo Wache will nach seinem 300. Zweitliga-Spiel den zweiten Aufstieg feiern
© Getty

Der 1. FSV Mainz 05 will am Sonntag gegen Rot Weiß Oberhausen den Aufstieg perfekt machen (ab 15.15 Uhr im LIVE-Ticker und bei Premiere). Ein Punkt würde reichen, um zum zweiten mal nach 2004 in die Bundesliga einzuziehen. Im SPOX-Interview spricht das Mainzer Urgestein Dimo Wache über das Saisonfinale, eine Stadt im Fieber und ein Versprechen von Jürgen Klopp.

SPOX: Herr Wache, Sie haben nach zehn erfolglosen Spielen gegen Greuther Fürth endlich mal wieder gewonnen. Der optimale Zeitpunkt?

Wache: Natürlich. Ich habe so oft dort gespielt und nie gewonnen. Das gibt den richtigen Schub für die kommende Aufgabe. Auch für unsere Fans war es das richtige Signal.

SPOX: Die kommende Aufgabe ist das Heimspiel gegen Oberhausen. In der Hinrunde gab's ein 1:2. Warum wird es diesmal anders?

Wache: Wir haben am Sonntag ein Endspiel um den Aufstieg. Die Mannschaft ist richtig heiß und die ganze Stadt fiebert der Partie entgegen. Wir wissen auch, was wir damals falsch gemacht haben, und werden diese Fehler nicht wiederholen.

SPOX: Was lief in Oberhausen konkret falsch?

Wache: Kurz vor Schluss haben wir beim Stand von 1:1 bei einer Ecke alle nach vorne geschickt, ohne Absicherung gespielt und durch einen Konter das entscheidende Gegentor kassiert.

SPOX: RWO ist durch und kann befreit aufspielen. Welche Rolle wird der Druck spielen?

Wache: Bei uns weiß jeder, worum es in diesem Spiel geht. Wir sind uns auch der gefährlichen Situation bewusst, niemand unterschätzt RWO. Wir empfinden das Spiel als eine große Chance, nicht als Druck.

SPOX: Wir wirkt sich die schwache Heimbilanz auf die Motivation aus?

Wache: Wenn man aufsteigt, ist es egal, ob man mehr Punkte zuhause oder auswärts geholt hat. Wir haben die Chance, hochzugehen und da ist unsere Heimbilanz zweitrangig. Außerdem haben wir die beiden vergangenen Heimspiele gewonnen.

SPOX: Sie haben mit Mainz schon so viele knappe Saisonfinals erlebt. Viermal den Aufstieg knapp verpasst, aber auch einmal geschafft. Helfen Ihnen diese Erfahrungen?

Wache: Man kann die Situationen nicht unbedingt miteinander vergleichen. Beim ersten Aufstieg hatten uns fünf Spieltage vor Schluss schon alle abgeschrieben und wir waren auf die Hilfe des KSC angewiesen. Dieses Jahr ist die Ausgangslage einfacher: Wenn wir zu Null spielen, steigen wir auf.

SPOX: In diesem Zusammenhang spielt auch der Torhüter eine große Rolle...

Wache: Ich habe schon so viele wichtige Spiele hinter mir und bin auch keine 19 mehr, da kann ich mit diesem Druck locker umgehen. Ich will zu Null spielen, drei Punkte holen und aufsteigen.

SPOX: Wie wird in diesem Fall gefeiert?

Wache: Wir warten erstmal ab und können dann immer noch die Sau rauslassen.

SPOX: Vor der Saison wurde Mainz nach dem Trainerwechsel von Jürgen Klopp auf Jörn Andersen ein schweres Jahr prophezeit. Wäre der Aufstieg auch Genugtuung, es den Kritikern gezeigt zu haben?

Wache: Mit Genugtuung hat das nichts zu tun. Wir haben eine sehr hohe Qualität im Kader und das haben wir sowohl in der Liga als auch im DFB-Pokal mit dem Halbfinaleinzug bewiesen. Da kann vor der Saison der eine oder andere Experte sagen, was er will.

SPOX: Hätten Sie gedacht, dass der Übergang so reibungslos verläuft?

Wache: Natürlich kann das in die positive wie auch in die negative Richtung ausschlagen. Aber wir haben von Anfang an ein gemeinsames Ziel formuliert und darauf hingearbeitet. Am Sonntag können wir die Aufgabe zu Ende bringen.

SPOX: Der Schatten von Klopp hängt noch immer über Mainz. Wird er am Sonntag im Stadion sein?

Wache: Der Wechsel von Jürgen Klopp nach Dortmund ist in Mainz eigentlich schon lange kein Thema mehr, das wird nur von außen immer wieder herangetragen. Aber mich verbindet mit ihm ein sehr gutes Verhältnis, weil wir lange zusammengespielt und später zusammengearbeitet haben. Wir telefonieren regelmäßig. Ich glaube aber nicht, dass er im Stadion sein wird. Er möchte uns in Ruhe aufsteigen lassen. Vielleicht kommt Jürgen ja dann später zu seinen 17 Bier nach Mainz, wie er es vor der Saison versprochen hat.

SPOX: Mit Markus Feulner und Roman Neustädter stehen bisher zwei Abgänge fest. Filip Trojan kommt. Trauen Sie der Mannschaft zu, in dieser Formation in der Bundesliga zu bestehen?

Wache: Absolut! Soweit ich weiß, haben wir den einen oder anderen Bundesligisten aus dem Pokal gekegelt.

Club hofft auf Mainzer Patzer

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