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Fussball

Überlebenskampf vs. Aufstiegstraum

Von SPOX
Aristide Bance (li.) zeigt es an: Mainz will eine Etage höher spielen
© Getty

Die Sonntagsspiele des 29. Spieltags der 2. Liga (14 Uhr im LIVE-TICKER und bei Premiere) versprechen eine Menge Spannung. Vor allem im Aufstiegskampf geht es heiß her. Denn mit Nürnberg, Mainz, Kaiserslautern und Aachen ist gleich ein ganzes Quartett an Teams im Einsatz, welche noch über beste Aufstiegschancen verfügen.

Bei der Begegnung zwischen Ingolstadt und Mainz treffen zwei Zweitliga-Welten aufeinander. Während die Gastgeber nach der Entlassung von Thorsten Fink um das pure Überleben kämpfen, wollen Aristide Bance & Co. auch nach dem Spiel in Oberbayern vom Aufstieg träumen. Aber auch die anderen vier Sonntags-Partien haben es in sich.

FC Ingolstadt - FSV Mainz 05: Die brisanteste Begegnung des Spieltags geht im Ingolstädter Tuja-Stadion über die Bühne. Dort empfangen die abstiegsbedrohten Oberbayern Aufstiegsaspirant Mainz 05 unter unterschiedlichen Vorzeichen.

Während die Gäste aus Rheinland-Pfalz mit einem Dreier zumindest wieder auf den Relegationsplatz drei zurück wollen, kämpft der Aufsteiger nach der Entlassung von Trainer Thorsten Fink um das nackte Überleben.

Im engen Auf- und Abstiegskampf hilft beiden Kontrahenten nur ein voller Erfolg. Die beiden Interims-Trainer der Ingolstädter, Michael Wiesinger und Heiko Vogel, sollen die Schanzer wieder zurück in die Erfolgsspur bringen. Ex-Bayern-Spieler Wiesinger weiß um die immense Bedeutung des Spiels: "Uns hilft jetzt keine Schönspielerei mehr. Wir brauchen dringend Punkte."

Zum vorletzten Mal gab es selbige am 9. November des Vorjahres ausgerechnet am Mainzer Bruchweg. Damals gewann der Aufsteiger souverän mit 3:0. Das Andersen-Team brennt also auf Revanche. Abzuwarten bleibt, wie die 05er die Halbfinalpleite im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen physisch wie mental verdaut haben.

FSV Frankfurt - 1. FC Nürnberg: Der Club ist derzeit die Mannschaft der Stunde in der zweiten Liga. In den letzten fünf Spielen gab's fünf Siege - alle ohne Gegentor. Und plötzlich stehen die Franken auf einem Aufstiegsplatz, nachdem nach der Vorrunde schon alles gelaufen schien.

Der FCN ist also die Mannschaft der Stunde, mit dem Mann der Stunde in seinen Reihen: Marek Mintal trifft derzeit fast nach Belieben. Gegen Frankfurt kommt es nun umso mehr auf den Slowaken an, da mit Isaac Boakye ein Stamm-Angreifer rotgesperrt fehlt.

Wer den Ghanaer ersetzt und neben Christian Eigler stürmt? Marcel Risse oder Mike Frantz gelten als heißeste Kandidaten, Albert Bunjaku wird wohl auf der Bank Platz nehmen müssen. Und wenn gar keiner trifft, gibt's ja immer noch Mintal.

1. FC Kaiserslautern - SV Wehen Wiesbaden: Wie für Mainz zählen auch für den 1. FC Kaiserslautern nur drei Zähler, um weiter im Aufstiegskampf mitzumischen. Und vor heimischem Publikum gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht SV Wehen Wiesbaden sollten diese auch eingefahren werden. Die Form der Roten Teufel stimmt jedenfalls. Aus den letzten fünf Partien holte die Truppe von Milan Sasic elf Zähler und klopft wieder an die Aufstiegsplätze an.

Für die Hessen gilt es indes, sich in den letzten sechs Spielen noch einmal aufzuraffen, um das Wunder Klassenerhalt noch zu schaffen. Der Anfang dazu soll möglichst mit einer Überraschung im Fritz-Walter-Stadion gemacht werden. Doch auf einen Auswärtssieg wartet das von Sandro Schwarz und Hans Werner Moser interimistisch gecoachte Team auch nach 28. Spieltagen noch.

TuS Koblenz - Alemannia Aachen: Aachen meldete sich mit vier Siegen in Serie wieder im Aufstiegsrennen zurück und könnte mit einem weiteren Erfolg nach Punkten mit dem aktuell Zweiten Greuther Fürth gleichziehen. Dennoch warnt Trainer Jürgen Seeberger davor, dass Koblenz der "gefährlichste Gegner" sei. Denn die TuS ist ebenfalls in blendender Verfassung und hat sich als drittbeste Rückrunden-Mannschaft von Platz 16 auf zwölf hochgearbeitet.

Der Vorsprung der Koblenzer auf Rang 16, dem Relegationsplatz, beträgt immerhin sechs Punkte - weswegen der Verein langsam anfängt, die nächste Saison zu planen. Erste Gespräche werden mit dem zuletzt herausragenden Du-Ri Cha geführt, dessen Vertrag im Sommer endet.

Der Koreaner hat sich mittlerweile unverzichtbar gemacht und in den Fokus anderer Vereine gespielt. TuS-Traner Uwe Rapolder hofft dennoch auf einen Verbleib, denn: "Nicht immer verbessert sich mit einem Wechsel zu einem vermeintlichen größeren Klub auch die persönliche Situation."

Rot-Weiß Oberhausen - TSV 1860 München: Zu einem reinen Mittelmaß-Duell kommt es zwischen Rot-Weiß Oberhausen und 1860 München. Doch Achtung: Während der Gewinner den Klassenerhalt praktisch feiern kann, heißt es für den Verlierer weiter zittern. Nicht gerade der Idealfall, was die Planungen für die kommende Spielzeit anbelangt.

Bei den Löwen ging es unter der Woche richtig rund: Youngster Marvin Pourie geriet im Training übel mit Abwehrrecke Torben Hoffmann aneinander. Nach einem heftigen Wortgefecht flüchtete der 18-Jährige umgehend mit seinem Vater vom Trainingsgelände. Damit hat sich Pourie nicht nur die Reise zum Aufsteiger erspart, sondern wird laut Trainer Uwe Wolf auch nicht mehr unter seiner Führung auflaufen.

Doch auch ohne den "Flüchtling" fordert der Coach der Blauen am Sonntag pure Leidenschaft von seinem Team: "Wir müssen von der Aggressivität und Laufbereitschaft an das Heimspiel gegen Kaiserslautern anknüpfen und unsere Chancen nutzen." Notfalls müsse man durch diese Tugenden "das Quäntchen Glück, das uns zuletzt gefehlt hat, erzwingen".

Der 29. Spieltag im Überblick

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