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Fussball

Belgien steht im Achtelfinale

Marouane Fellaini (r.) und seine Belgier hatten mit Russland arge Probleme
© getty

Belgien steht nach einem glücklichen 1:0 (0:0)-Sieg über Russland im Achtelfinale der WM. Der eingewechselte Divock Origi sorgte kurz vor dem Schlusspfiff für die Entscheidung in einer sonst sehr schwachen Partie.

74.700 Zuschauer im Estadio do Maracana in Rio de Janeiro sahen eine ereignisarme erste Hälfte zwischen beiden Teams. Aleksandr Kokorin vergab kurz vor der Pause (44.) die größte Chance für die Russen zur Führung.

Auch im zweiten Abschnitt gab es kaum Highlights. Erst in der 88. Minute sorgte Divock Origi mit seinem Treffer zum 1:0 für die Entscheidung. Belgien steht damit sicher im Achtelfinale, Russland muss auf die Konkurrenz hoffen.

Reaktionen:

Marc Wilmots (Trainer Belgien): "Wir können jetzt ein bisschen feiern und den Sieg genießen. Aber klar ist auch, dass wir uns seriös auf das letzte Vorrundenspiel vorbereiten müssen."

Fabio Capello (Trainer Russland): "Wir hatten einige Chancen, um ein Tor zu erzielen. Es war ein gutes Spiel, schnell und mit viel Kampf. Natürlich bin ich enttäuscht, denn es war ein wirklich gutes Spiel meines Teams."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Marc Wilmots ändert sein Team auf drei Positionen und bringt unter anderem die Torschützen vom Auftaktspiel, Fellaini und Mertens starten für Chadli und Dembele. Vermaelen rückt für Vertonghen in die Startelf. Lukaku bekommt nochmal eine Chance von Beginn an.

Bei den Russen wechselt Capello nur einmal: Zhirkov bleibt zunächst draußen, Kanunnikov startet auf der linken Außenbahn. Dzagoev sitzt wieder nur auf der Bank.

12.: Erste Chance des Spiels. Und zwar für Russland. Faizulin wird am Strafraum schön freigespielt, legt sich den Ball mit einer schönen Bewegung auf den linken Fuß und fackelt ab. Coutois ist unten und fischt den Ball aus dem Eck.

14.: Schöner Lauf von De Bruyne, der durch's komplette Mittelfeld marschiert und am Strafraum Mertens bedient. Der wählt das Abspiel, anstatt selbst den Abschluss zu suchen. Kozlov ist vor Lukaku am Ball - da war mehr drin.

20.: Schöne Aktion von Mertens, der sich klasse in Richtung Strafraum wuselt und aus 17 Meter den Abschluss sucht. Knapp rechts am Kasten vorbei.

30.: Nun wieder mal die Russen. Kanunnikov kommt über links, zieht in die Mitte und sucht aus gut 20 Metern den Abschluss, aber Courtois ist zur Stelle.

32.: Wechsel bei den Belgiern. Vermaelen, der sich schon beim warmmachen verletzt hatte, muss nun vom Platz. Für ihn kommt Vertonghen.

44.: Das muss das 1:0 für die Sbornaja sein! Glushakov mit einer Flanke von links. Kompany und Vertonghen stehen schlecht und lassen Kokorin ganz viel Platz, doch der köpft freistehend aus sechs Metern am Tor vorbei.

71.: Eckball für Russland. Kobarov von links, in der Mitte geht Kokorin gut zum Ball, setzt die Kugel mit dem Kopf aber knapp über Courtois' Kasten.

81.: Hui! Yeschenko wird auf rechts schön in Szene gesetzt und zieht sofort ab. Sah enger aus, als es war - gut ein Meter am belgischen Tor vorbei.

84.: Freistoß für Belgien, 20 Meter ziemlich zentral vor dem Tor. Der eingewechselte Mirallas versucht's flach aufs Torwarteck. An den Pfosten!

88., 1:0, Origi: Endlich mal kommt Belgien mit Tempo. Hazard lässt die russische Abwehr alt aussehen, geht in den Strafraum und legt von der Grundlinie ab auf Origi. Der bleibt cool und trifft mit rechts unters Dach.

90.+2: Konter der Belgier. Hazard setzt sich auf links durch, bedient Mirallas im Strafraum, der scheitert aber an Akinfeev.

Fazit: Glücklicher, aber nicht ganz unverdienter Sieg der Belgier, die mit ihrer Klasse von der Bank im zweiten Vorrundenspiel den zweiten Sieg einfahren.

Star des Spiels: Divock Origi (SPOX-Note 2,5) kam nach knapp einer Stunde für den abermals enttäuschenden Lukaku. Hatte wenig gute Aktionen, erzielte dann aber in der 88. Minute den entscheidenenden Treffer und schoss Belgien so ins Achtelfinale.

Flop des Spiels: Vassili Berezutsky (SPOX-Note 5) zeigte bis zur 88. Minute eine solide Leistung, ehe er gegen Hazard ganz alt aussah. Gewann zudem nur 60 Prozent seiner Zweikämpfe. Keine gute Quote für eine Innenverteidiger.

Der Schiedsrichter: Felix Brych (München) muss in der 26. Minute auf Elfmeter für Russland entscheiden. Alderweireld trifft Kanunnikov im Strafraum am Fuß. Ansonsten eine unauffällige und somit solide Leistung im zweiten Spiel des deutschen WM-Schiris.

Das fiel auf:

  • Russland agierte sehr kompakt und stellte die Räume in der Defensive geschickt zu. Meist in einem 4-1-4-1, bei dem Glushakov als alleiniger Sechser vor der Abwehr agierte.
  • Bei Belgien lief der Spielaufbau meist über Witsel, der als erster Anspieler agierte. Fellaini, Witsel und De Bruyne waren im Zentrum aber generell sehr flexibel. Vor allem der Wolfsburger war anfangs fast überall zu finden.
  • In den ersten Minuten wirkten die Belgier verbessert, fielen dann aber in das Muster aus dem ersten Spiel zurück. Viel zu selten gab es Angriffe mit Tempo.
  • Die Roten Teufel scheinen mit dem Ballbesitzspiel, das die Teams ihnen bei der WM aufdrängen, noch nicht so klar zu kommen. Kaum eine Aktion mit Risiko, alles wirkt sehr träge.
  • Die Sbornaja mit einer abgeklärten Leistung in der Defensive, wo sie den Belgiern kaum Zeit und Raum ließen. Nach vorne aber auch selten gefährlich. Wenn, dann durch Konter.
  • Nach gut 75 Minuten wurden die Russen mutiger, doch mehr als zwei, drei Halbchancen kamen dabei nicht zustande.
  • Wieder zeigten die Einwechselungen von Wilmots Wirkung. Mirallas hatte eine Pfostentreffer, Origi war der Schütze des entscheidenden Tores.

Belgien - Russland: Die Statistik zum Spiel

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