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Fussball

Kolumbien im Freudentaumel

SID
Durch den Sieg über die Elfenbeinküste steht Kolumbien im Achtelfinale
© getty

In der 3500 km entfernten Hauptstadt Bogota tanzten Tausende Menschen auf den Straßen, Edelfan Radamel Falcao war restlos begeistert, und auch Pop-Star Shakira ließ ihren Emotionen freien Lauf: Mit dem ersten Einzug ins Achtelfinale bei einer Fußball-WM seit 24 Jahren hat die Nationalmannschaft Kolumbiens um Jungstar James Rodriguez ein ganzes Land in einen Freudentaumel versetzt.

Geht es nach Trainer Jose Pekerman soll die Reise in Brasilien aber noch lange nicht beendet sein.

"Es erfüllt uns mit großem Stolz. Wir machen einen glänzenden Job. Ich bin über diese Entwicklung glücklich. Aber wir können noch mehr. Wir sind noch nicht am Ende", sagte der Argentinier nach dem 2:1 (0:0)-Erfolg gegen die Elfenbeinküste um den erneut zur Kurzarbeit verdammten Volkshelden Didier Drogba.

Während der Superstar der Elefanten nach seinem halbstündigen Auftritt und Fehler vor dem ersten Gegentreffer durch Rodriguez (64.) mit gesenktem Haupt in die Kabine schlich, gaben Kolumbiens Spieler den Startschuss für die Party schon auf dem Rasen des Estadio Nacional in Brasília. Ein Schritt nach links, einen nach rechts, die Hüfte kreisen lassen - der Jubeltanz der Cafeteros war wie schon nach dem souveränen Auftakterfolg gegen Ex-Europameister Griechenland (3:0) zu bewundern.

"Viva Colombia!!!!"

Angesichts des Sieges und den gelungenen Tanzeinlagen geriet auch Shakira ins Schwärmen. "Viva Colombia!!!!", twitterte der Pop-Star nach dem Schlusspfiff. Der verletzte Topstar Falcao zollte seinen Teamkollegen derweil großen Respekt. "Das war ein großartiges Beispiel für alle, die diesen Sport lieben. Ich danke Gott für diese Freude für mein Land", sagte das 60-Millionen-Maskottchen.

Über die Möglichkeiten mit einem gesunden Falcao wollte Pekerman erst gar nicht nachdenken. "Der Druck ihn zu ersetzen, war sehr groß. Wir sind sehr glücklich, dass wir den Ausfall bisher kompensieren konnten", sagte der 64-Jährige.

Gegen die Elfenbeinküste wirbelte der schnelle Juan Cuadrado auf der rechten Seite und ließ den Noch-Stuttgarter Arthur Boka immer wieder ganz schlecht aussehen. Shootingstar Rodriguez, der das zweite Tor des eingewechselten Juan Quintero (70.) einleitete, lässt Falcao mit seinen beherzten Auftritten zudem fast vergessen. "Seine Entwicklung ist toll. Er hat eine Vision vom Spiel. Er kann einer der besten Spieler der WM werden", sagte Pekerman.

Drogba mit viel Frust

Der mit Lob überhäufte 22-Jährige vom AS Monaco blieb auch nach seinem zweiten bärenstarken Auftritt bescheiden. Seine Leistung, so stellte er fest, sei gar nicht so entscheidend. "Ich bin einfach nur glücklich, dass wir gewonnen haben. Wenn ich meinen Teil dazu beitragen kann, ist es umso besser. Ich will immer Tore schießen und Vorlagen geben", sagte der als Spieler des Spiels ausgezeichnete Rodriguez.

Tore schießen und Vorlagen geben - das will auch Drogba. Trainer Sabri Lamouchi ließ den 36-Jährigen aber wie schon beim Auftaktsieg gegen Japan (2:1) eine Stunde auf der Bank schmoren. Vier Minuten nach seiner Einwechslung verlor Drogba das entscheidende Kopfballduell gegen den acht Zentimeter kleineren Rodriguez und schob danach mächtig Frust.

"Zu meiner Situation und Rolle will ich eigentlich nicht viel sagen", meinte ein sichtlich genervter Drogba. Seine Laune konnte auch der Anschlusstreffer von Gervinho (73.) nicht mehr verbessern. Gegen Griechenland muss am Dienstag ein Sieg her, sonst droht der Elfenbeinküste bei der dritten WM-Teilnahme zum dritten Mal das Aus in der Vorrunde. Ob Drogba von Anfang an ran darf, ließ Lamouchi allerdings offen.

Kolumbien - Elfenbeinküste: Die Statistik zum Spiel

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