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Fussball

GoalControl: Frankreich-Tor anerkannt

SID
Drin oder nicht drin? Torlinientechnik erkennt Frankreich das Tor an
© getty

Premiere für die Torlinientechnik: Zum ersten Mal bei einer Fußball-Weltmeisterschaft ist am Sonntagabend beim Spiel zwischen Frankreich und Honduras (3:0) ein Treffer unter Mithilfe der technischen Hilfsmittel gegeben worden.

Schiedsrichter Sandro Ricci aus Brasilien wertete in der 48. Minute das 2:0 der Franzosen, nachdem es in einer unübersichtlichen Situation zunächst Irritationen gegeben hatte, ob der Ball die Linie tatsächlich überschritten hatte.

Vorausgegangen war ein Pfostentreffer von Karim Benzema. Den Abpraller entlang der Linie lenkte der honduranische Torhüter Noel Valladares mit der linken Hand über die Torlinie, ehe er ihn wieder zurückholte. Dass der Ball vollständig hinter der Linie war, bestätigte dem Schiedsrichter die GoalControl-Technik aus Würselen bei Aachen: Nur um Zentimeter war die Kunststoffkugel hinter der Linie. Der Treffer wurde als Eigentor durch Valladares gewertet.

"No Goal"

Die Entscheidung war auf der Anzeigetafel auch für die Zuschauer im Estadion Beira-Rio sichtbar - allerdings waren diese zunächst verwirrt. Zunächst wurde "No Goal" angezeigt - was allerdings beim Schuss von Benzema an den Innenpfosten auch zutraf. Dann sprang das System aber sofort um und bewertete den verunglückten Rettungsversuch von Valladares: Nun wurde "Goal" angezeigt, was ebenfalls korrekt war. Entsprechend wurde auch richtigerweise auf Eigentor des Torwarts entschieden.

Eingeführt wurde das System nicht zuletzt wegen eines Spiels der deutschen Mannschaft. Im Achtelfinale der WM 2010 in Südafrika hatte Schiedsrichter Jorge Larrionda (Uruguay) nicht gesehen, dass ein Schuss der Engländers Frank Lampard weit hinter der Linie in Tor von Manuel Neuer aufgeprallt war. "Nie wieder Bloemfontein!", rufen deshalb die Briten. Ebenso wie die Deutschen jetzt sagen können: "Nie wieder Wembley".

Für FIFA-Präsident Joseph S. Blatter war der Vorfall in Südafrika der Grund, seine stete Zurückhaltung bei der Einführung technischer Hilfsmittel aufzugeben. Er sagte: "Torlinientechnik ist eine Notwendigkeit." Bundestrainer Joachim Löw nennt die Nutzung des Systems GoalControl, das beim Confed Cup und der Klub-WM 2013 erfolgreich getestet worden war, "sinnvoll. Da geht es um maßgebliche Dinge, das ist eine sehr, sehr gute technische Hilfe."

"Es kann geholfen werden"

Für WM-Schiedsrichter Felix Brych (München), der im Oktober das "Phantomtor" von Stefan Kießling im Spiel von Bayer Leverkusen bei 1899 Hoffenheim anerkannt hatte, ist die Technik eine Erlösung: "Allein der Umstand, dass uns geholfen werden kann in einem Ernstfall, ist gut für uns zu wissen", sagte er am Rande der WM dem SID. Der Weltverband betont, die Idee hinter der Innovation sei, die Schiedsrichter zu schützen.

Die Bundesliga-Vereine hatte die Einführung der Torlinientechnik zuletzt mit großer Mehrheit abgelehnt - vor allem den Zweitligisten war es zu teuer. Nach dem nicht gegebenen Treffer von Mats Hummels von Borussia Dortmund im Pokal-Endspiel gegen Bayern München (0:2 n.V.) ist die Diskussion aber wieder aufgeflammt.

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