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Fussball

Kroaten vs. Kamerun mit Wut im Bauch

SID
Luka Modric (l.) und seine Kroaten verloren gegen Brasilien unglücklich
© getty

Nacktfoto-Skandal und Medien-Boykott: Die Kroaten haben vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Kamerun mit vielen Nebengeräuschen zu kämpfen. Selbst die Rückkehr von Mario Mandzukic geht irgenwie fast unter.

Gegen einen Nacktfoto-Skandal und einen Medien-Boykott kommt selbst ein Volksheld wie Mario Mandzukic nur schwer an. Die Rückkehr des zuvor gesperrten Stürmers ins kroatische Team wird vor dem zweiten WM-Gruppenspiel am Mittwoch in Manaus gegen Kamerun (ab 0 Uhr im LIVE-TICKER) von störenden Nebengeräuschen übertönt.

Dabei ist Bayern-München-Profi Mandzukic der große Hoffnungsträger, wenn in der Regenwald-Metropole die Chance auf den zweiten Achtelfinal-Einzug nach 1998 am Leben erhalten werden soll.

"Mario kann der ganzen Mannschaft einen Schub nach vorne geben. Seine Aggressivität ist ein Schlüsselfaktor", sagte Trainer Niko Kovac vor dem Duell mit den ebenfalls noch punktlosen Kameruner (0:1 gegen Mexiko) mit Coach Volker Finke auf der Bank.

In die Karten könnte den Kroaten nach der 1:3-Auftaktniederlage gegen Brasilien die Tatsache spielen, dass die Afrikaner wohl auf ihren Stürmerstar und Kapitän Samuel Eto'o verzichten müssen. Der 33-Jährige vom FC Chelsea laboriert an einer Knieverletzung und kann nach eigener Aussage nur auf ein "Wunder Gottes" hoffen.

"Das ist doch eine Schande!"

Für große Erleichterung allerdings sorgte auch diese Nachricht im Lager des Kovac-Teams nicht. Zu tief sitzt bei Luka Modric, Ivan Rakitic & Co. der Ärger über Fotos auf den Titelseiten kroatischer Zeitungen.

Zwei Fotografen war es im Tivoli Eco Resort in Praia do Forte gelungen, die Verteidiger Vedran Corluka und Dejan Lovren am Hotelpool beim Nacktbaden zu fotografieren.

"Das ist doch eine echte Schande. Wir kommen hierher, um unser Land zu repräsentieren, bereiten uns pflichtbewusst auf das schwierige Spiel gegen Kamerun vor - und dann das", schimpfte Wolfsburgs Angreifer Ivica Olic über die Paparazzi und meinte: "Müssen die Leute wirklich sehen, wie wir ohne Unterhose aussehen?"

Die Mannschaft reagierte mit einem Medien-Boykott, der vom gebürtigen Berliner Kovac gebilligt wird. "Die Jungs haben 'Nein' gesagt, und Ihr wisst warum. Ihr alle habt Familien und würdet es sicher nicht mögen, wenn diese euch nackt auf den Titelseiten sehen", sagte der ehemalige Bundesligaprofi zu den Journalisten.

"Dschungelcamp" bereitet Kovac Sorgen

Diese spielten das Schmierentheater weiter und erinnerten die beleidigten Spieler an die erfolgreichsten "Verweigerer" der WM-Geschichte.

1982 holten die Italiener nach einem sogenannten "Silenzio Stampa" den WM-Titel. "Wäre toll, wenn dies auch mit Kroatien in Brasilien passiert", schrieb die Tageszeitung Vecernji ein wenig höhnisch.

Kovac hat vor allen Dingen vor den tropischen Bedingungen im "Dschungelcamp" einen riesigen Respekt. In der Arena Amazonia sollen während der Partie Temperaturen von 31 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent herrschen.

"Man kann nicht erwarten, bei solchen Voraussetzungen 90 Minuten im gleichen Tempo zu spielen", meinte der 42-Jährige, der noch um den Einsatz von Modric zittern muss. Den Antreiber von Real Madrid plagt eine Verletzung am rechten Fuß.

Mandzukic brennt, Eto'o betet

Während Mandzukic ("Ich bin heiß"), der den FC Bayern unbedingt verlassen will, seinem ersten WM-Einsatz in Brasilien entgegenfiebert, ist sein Pendant Eto'o mit Beten beschäftigt. "Ich hoffe, Gott gewährt mir ein Wunder, damit ich für mein liebes, schönes Land auflaufen kann", sagte der angeschlagene Ausnahmeangreifer.

Seit Samstag hat Eto'o, der zum Auftakt gegen Mexiko eine schwache Leistung gezeigt hatte, nicht mehr am Training der "unzähmbaren Löwen" teilnehmen können.

Sollte es nichts werden mit einem Einsatz, "dann werde ich meine jüngeren Kollegen als großer Bruder unterstützen und sie zum Sieg bringen", kündigte Kameruns Star an.

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