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Fussball

WM-Stadion in Manaus Gefangenentribunal?

Von Marco Nehmer
Die Arbeiten an den Arenen in Brasilien sind teilweise noch in vollem Gange
© getty

Kurioser Gebrauch eines Fußballstadions: Angeblich soll die Regionalregierung des Bundesstaats Amazonas sich mit dem Gedanken tragen, die Arena in Manaus nach der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien als Verurteilungsstätte für Straftäter zu nutzen.

Wie die Nachrichtenagentur "AP" berichtet, denkt der oberste Bundesrichter, Sabino Marques, über entsprechende Pläne nach. "Er wird der Bundesstaatsregierung von Amazonas möglicherweise vorschlagen, das Stadion nach der WM als Prozesszentrum für Gefangene zu nutzen", wird Justizsprecher Alvaro Corado zitiert.

Der 44.000 Zuschauer fassenden Arena von Manaus droht nach dem Weltturnier Leerstand. Das über 200 Millionen Euro teure Bauprojekt im abgelegenen Nordwesten Brasiliens wurde eigens für die WM angegangen, und trägt vier Spiele aus. Die Millionenstadt an der Amazonasmündung besitzt nur wenig Fußballtradition und beherbergt keine Mannschaft in der ersten oder zweiten Liga Brasiliens.

Vielen Stadien droht Leerstand

Die WM 2014 wird an insgesamt zwölf Spielorten ausgetragen, obwohl der Weltverband FIFA lediglich acht Spielstätten gefordert hatte. Auch die Stadien in Brasilia, Cuiaba und Natal drohen aufgrund fehlender Nutzungsperspektiven in Zukunft zu verwaisen.

"Es hängt von der Kreativität und der Phantasie der Besitzer und Betreiber dieser Stadien ab, wie sie nach der WM genutzt werden", hatte der Präsident des brasilianischen Fußball-Verbandes kürzlich gesagt.

Insgesamt verschlingen die brasilianischen Arenen durch Neu- und Umbauten für die Weltmeisterschaft knapp 2,6 Milliarden Euro. Die gesamten Kosten für die Infrastruktur-Erneuerung liegen knapp unterhalb der Zehn-Milliarden-Grenze. Während des Confed Cups kam es zu Massenprotesten gegen die horrenden Ausgaben, während große Teile der Bevölkerung in Armut leben.

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