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Fussball

Katar: Zwanziger fordert Untersuchung

SID
Theo Zwanziger (l.) will genauere Informationen über die Ereignisse in Katar
© getty

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger hat nach dem neuerlichen Skandal um WM-Gastgeber Katar ein Einschreiten der Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes FIFA gefordert.

"Im Gesamtkomplex Katar ist dies ein weiterer Gesichtspunkt, der der FIFA-Ethikkommission mit Herrn Garcia und Herrn Eckert eine sorgfältige Untersuchung der WM-Vergabe an Katar nahegelegt werden müsste", sagte das Mitglied im FIFA-Exekutivkomitee der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert, Leiter der 6. Strafkammer des Landgerichts München, ist Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer der Ethik-Kommission der FIFA. Er ist auf Wirtschaftsverfahren spezialisiert. Die ermittelnde Kammer wird vom US-Amerikaner Michael Garcia geleitet.

Korruptionsversuche bereits 2010

Bereits die WM-Vergabe im Dezember 2010 an Katar war von Korruptionsversuchen überschattet worden. Außerdem hatte sich der Sommertermin der WM-Endrunde 2022 als nicht tragbar erwiesen, zuletzt wollte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter die WM in den November/Dezember 2022 verlegen. UEFA-Chef Michel Platini favorisiert hingegen eine WM im Januar/Februar 2022.

Die britische Zeitung "The Guardian" hatte über zahlreiche Todesfälle auf den Baustellen für die Weltmeisterschaft 2022 im Emirat am Persischen Golf berichtet. Allein 44 nepalesische Gastarbeiter sollen zwischen 4. Juni und 8. August ums Leben gekommen sein, zur Hälfte an Herzversagen oder bei Arbeitsunfällen.

Burrow warnt vor schlimmen Folgen

Generalsekretärin Sharan Burrow vom Internationalen Gewerkschaftsbund IGB nennt die Ausbeutung von Gastarbeitern in Katar "moderne Sklaverei" und befürchtet Tausende Todesfälle. "Wenn sich da nicht sofort etwas ändert, wird die WM mit 4000 toten Arbeitern bezahlt", hatte die Australierin (58), oberste Vertreterin von weltweit 174 Millionen IGB-Mitgliedern, im SID-Interview gesagt.

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"Die nepalesische Botschaft schätzt offiziell, dass jedes Jahr 200 nepalesische Migranten sterben. Die indische Botschaft schätzt auch jährlich 200 Tote", sagt Burrow, die aber von noch schlimmeren Zahlen ausgeht: "Wir sind der Ansicht, dass die wirkliche Todesrate weitaus höher ist." Die Arbeitsbedingungen, bestätigt Burrow, die schon mehrmals selbst vor Ort war, seien "unmenschlich".

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