WM

Das Babyface der Hells Angels

Von Haruka Gruber
Von links: Alexis Sanchez, Javi Hernandez, Miroslav Stoch, Coentrao, Nicolas Lodeiro
© spox
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Slowakei: Miroslav Stoch (20, FC Chelsea)

Wenn "Lolita"-Schriftsteller Wladimir Nabokow ein Buch über Fußball verfasst hätte, wäre die Hauptrolle wohl an Stoch angelehnt gewesen. Oder gibt es ein vergleichbar frühreifes Früchtchen?

Mit 15 Jahren (!) nämlich schoss Stoch als Torschützenkönig der zweiten slowakischen Liga seinen Heimatverein Nitra in die Erstklassigkeit. Da er jedoch in der darauffolgenden Saison noch unterhalb der erlaubten Altersgrenze war, musste er einige Wochen aussetzen, bevor er nach seinem 16. Geburtstag auch in der ersten Liga auflaufen durfte.

2006 stand er vor einem Wechsel zu Nizza, doch als Chelsea auf ihn aufmerksam wurde, entschied sich der Flügelstürmer 2007 für den Wechsel zu den Blues, bei denen er Ende 2008 sein Premier-League-Debüt feierte. Die für Chelsea-eigene Talente fast schon obligatorische Ausleihe absolvierte Stoch höchst erfolgreich bei Twente Enschede, das auch dank Stochs zehn Toren erstmals nach 84 Jahren niederländischer Meister wurde.

Bei der WM ist er im linken Mittelfeld gesetzt und bildet mit den ebenfalls jungen Marek Hamsik und Vladimir Weiss eine der interessantesten Mittelfeld-Reihen bei der WM. Nach dem Turnier kehrt Stoch voraussichtlich zu Chelsea zurück - oder wird für eine Millionen-Ablöse gewinnbringend verkauft. Galatasaray gilt als größter Verehrer von "Lolita".

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