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Fussball

Lockerer Auftaktsieg für Brasilien

Von Stefan Rommel
Brasiliens Mannschaft feiert mit Paulinho (2.v.l.) dessen Treffer zum 2:0 gegen Japan
© getty

Brasilien hat das Auftakt-Spiel zum Confederations Cup 2013 gewonnen. Die Selecao setzte sich in Brasilia gegen Japan mit 3:0 (1:0) durch.

Vor lediglich 60.000 Zuschauern im Estadio Nacional erzielten Nachwuchs-Star Neymar (3.), Paulinho (48.) und der eingewechselte Jo (90.+3) die Tore für den Gastgeber.

In Gruppe A übernimmt Brasilien damit die Tabellenführung. Japan steht vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Italien am Donnerstag schon unter Zugzwang.

Reaktionen:

Luis Felipe Scolari (Trainer Brasilien): "Ich habe es doch gesagt: Neymar ist ein großer Spieler. Auch er hat mal schlechtere Tage, aber er kann den Unterschied machen - und das hat er getan."

Neymar (Brasilien): "Ich bin so glücklich, dass es so gekommen ist. Mein Tor widme ich allen, die Teil meines Lebens sind. Es ist nichts zu befürchten: Ich werde am Mittwoch gegen Mexiko dabei sein."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Brasilien in der besten Aufstellung und mit dem einzigen Star Neymar von Beginn an. Dante wie erwartet auf der Bank, er kommt an Kapitän Silva und Luiz noch nicht vorbei. Gustavo beginnt im defensiven Mittelfeld.

Japan bringt in Uchida, Hasebe, Kiyotake und Okazaki vier Bundesliga-Legionäre. Kagawa im 4-2-3-1 halblinks im offensiven Mittelfeld. Honda als Spielgestalter im Zentrum.

3., 1:0, Neymar: Scharfes Zuspiel von Marcelo an den Sechzehner zu Fred. Der legt mit der Brust ab. Neymar fackelt aus 20 Metern mit rechts volley drauf. Der Ball fliegt unhaltbar für Kawashima in den rechten Winkel.

22.: Doppelpass zwischen Alves und Hulk. Der spielt von rechts flach zur Mitte. Endo spitzelt aufs eigene Tor, aber Kawashima rettet reaktionsschnell.

43.: Konter Brasilien. Neymar auf Fred. Saubere Ballannahme im Sechzehner, dann der schnelle Abschluss mit rechts. Kawashima ist aber blitzschnell mit der rechten Hand unten und hält den Schuss aus zwölf Metern.

48., 2:0, Paulinho: Alves' Flanke von rechts segelt an Nakatomo vorbei. Paulinho nimmt kurz an und zieht aus der Drehung und zwölf Metern trocken ab. Kawashima ist dran, kann den flachen Schuss aber nicht abwehren. Der Ball zappelt unter der Latte im Netz.

72.: Nach einem kleinen Durcheinander kommt Maede aus zehn Metern zum Schuss. Aber Cesar hält sicher.

90.+3, 3:0, Jo: Super Anspiel von Oscar in die Tiefe auf Jo. Der ist alleine vor Kawashima und schiebt aus zehn Metern flach rechts unten ein.

Fazit: Verdienter Sieg für Brasilien gegen eine völlig harmlose japanische Mannschaft. Der Selecao genügten dabei eine solide Defensivleistung und ein paar Highlights in der Offensive.

Der Star des Spiels: Hulk brachte über die rechte Seite immer wieder Explosivität ins Spiel, war von Nagatomo nur schwer zu halten und gönnte sich nicht so viele Auszeiten wie Neymar oder Oscar. In der zweiten Hälfte nicht mehr ganz so auffällig. In der Defensive eine Bank: Kapitän Silva, der fast fehlerlos spielte.

Der Flop des Spiels: Shinji Okazaki war eine Halbzeit lang unsichtbar, hatte im zweiten Durchgang wenigstens einen ansatzweise gefährlichen Abschluss. Auffällig, wie schlecht sich der Stuttgarter immer wieder im Rücken des vergleichsweise baumlangen Luiz für ein hohes Zuspiel anbot - und so fast zwangsläufig nie angespielt wurde. Am Boden genauso wirkungslos. Zu seiner Verteidigung muss aber erwähnt werden, dass die Zulieferung aus dem Mittelfeld insgesamt auch ungenügend war.

Der Schiedsrichter: Pedro Proenca aus Portugal hatte mit der fairen Partie kaum Probleme. Ließ einiges laufen, verzichtete auf große Gesten. Angenehme Spielleitung.

Das fiel auf:

  • Brasilien war vor der Partie schwer einzuschätzen - und bleibt es auch nach den 90 Minuten. Die Selecao durfte das Spiel machen (knapp zwei Drittel Ballbesitz), tat dies aber im Aufbau nur im gemächlichen Tempo. Wenn es mal flink wurde, dann wenn der Ball über die Flügel nach vorne getragen wurde. Die beiden Innenverteidiger Luiz und Silva spielten nahezu risikolos nach vorne.
  • Generell schalteten die Gastgeber bei Ballverlust schnell um, trotzdem klafften in der ersten Halbzeit zwischen Doppel-Sechs und Viererkette ein paar Mal große Lücken. Japan war aber nicht in der Lage, die Einladungen anzunehmen.
  • Japan brauchte viel zu lange, um das Mittelfeld zu überbrücken oder wurde im Zweifelsfall von den Brasilianern durch kleine Fouls gestoppt. Kagawa hatte kaum Aktionen, Okazaki hatte keinen vernünftigen Ballkontakt. Der Stuttgarter war als einzige Spitze gegen Silva und Luiz überfordert.
  • Die Gegentore hatten ihren Ursprung jeweils auf den Flügeln, wo die Flankengeber ohne jeden Druck passen durften. Uchida und Nakatomo waren da zu passiv. Überhaupt waren die Japaner körperlich klar unterlegen, in den wichtigen Zweikämpfen setzten sich fast ausnahmslos die Brasilianer durch.
  • Japans Trainer Zaccheroni verzichtete bei seinen Wechseln auf das totale Risiko und keiner der eingewechselten Spieler konnte noch große Impulse setzen.
  • Das Drumherum war aber alles andere als WM-tauglich: Viele Plätze im Stadion blieben frei. Dazu kam ein Rasen mit Löchern und Furchen und ein Publikum, das nur bei Neymars Aktionen - und waren sie noch so lapidar - so etwas wie Stimmung entfachte.

Brasilien - Japan: Daten und Fakten zum Spiel

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