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Fussball

Romario: Scharfe Kritik an FIFA, Lob für Proteste

Von Adrian Bohrdt
Romario (r.) kann die Proteste der Brasilianer nachvollziehen
© getty

Der ehemalige Weltmeister und Weltfußballer Romario sympathisiert mit den derzeitigen Protesten in Brasilien gegen Korruption und Ungleichheit im Land. Der 47-Jährige verurteilt außerdem die hohen Kosten für den aktuell in Brasilien stattfindenden Confederations Cup und der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr und übt heftige Kritik am Weltverband FIFA.

"Die FIFA kommt in unser Land, errichtet einen Staat in unserem Staat. Sie kommen hierher, bauen den Zirkus auf, haben keine Auslagen und nehmen alles mit", klagt Romario in einer Videobotschaft, die er mit den Worten einleitete: "Hier spricht nicht der Abgeordnete Romario, nicht der Ex-Fußballer Romario, nicht das Idol Romario, wer hier spricht, ist der Brasilianer Romario."

Der beliebte Politiker, der 2010 für eine sozialistisch-demokratische Partei ins brasilianische Bundesparlament gewählt wurde, prangert vor allem die permanent steigenden Kosten von Confed Cup und WM an.

Bei der WM-Vergabe 2007 habe die Schätzung der Kosten bei 23 Milliarden Real gelegen, heute seien es bereits 28 Milliarden (umgerechnet 9,45 Milliarden Euro).

Für den 47-Jährigen ist das Ende damit allerdings noch nicht erreicht: "Bis zur WM fehlen noch ein paar Monate. Da kann man sich ja vorstellen, wo das noch hinführen kann."

Die in den Stadionbau investierten rund 2,4 Milliarden Euro hätten demnach, so Romario weiter, beispielsweise für 8000 neue Schulen oder 39.000 Schulbusse oder 28.000 Sportfelder gereicht.

Romario: Zeiten der Korruption vorbei

Darüber hinaus sind Romario aber auch die von den derzeitigen Protestbewegungen kritisierten korrupten Politiker ein Dorn im Auge: "Unsere Regierungsvertreter müssen jetzt ein für allemal verstehen, dass die Tage des Betrügens, der Gaunereien, der Diebstähle, der Verlogenheit und vor allem des fehlenden Respekts für das Volk beendet sind."

Für die Demonstranten zeigt er dementsprechend viel Sympathie. Man habe "die Verpflichtung, das Land auf die richtigen Schienen, auf den richtigen Weg zu bringen", betont Romario und fordert von den Protestlern: "Macht weiter mit der Manifestation, aber bleibt dabei immer friedlich."

Bereits seit fast zwei Wochen gehen in Brasilien täglich tausende Menschen auf die Straße und protestieren gegen die hohen Ausgaben für die WM 2014 und die Olympischen Sommerspiele 2016 sowie für ein besseres Gesundheits- und Bildungssystem. Zuletzt kam es dabei auch mehrfach zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei, der "Spiegel" berichtete am Freitag von mehreren hundert Verletzten.

Der Confed Cup im Überblick

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