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Fussball

HSV in Prag: Olic trifft - und schweigt

SID
Ivica Olic trifft zur 1:0-Führung für den Hamburger SV...
© Getty

Mit kühlem Kopf und Torgarant Ivica Olic ist der Hamburger SV in die lukrative K.o.-Runde des UEFA-Cups eingezogen. Die Hanseaten gewannen das wichtige dritte Spiel in der Gruppe F bei Slavia Prag verdient mit 2:0 (1:0).

Entscheidender Mann war mitten in seinem Vertragspoker wieder einmal Olic, der in der 30. Minute das Führungstor erzielte. Mladen Petric verwandelte in der dritten Minute der Nachspielzeit einen Foulelfmeter zum Endstand. Prags Torhüter Martin Vaniak sah für sein Foul im Strafraum an David Jarolim von Schiedsrichter Selcuk Dereli (Türkei) die Rote Karte.

Zum Abschluss trifft der HSV zu Hause auf Aston Villa, das wie die Hamburger und Ajax Amsterdam mit sechs Punkten auf dem Konto bereits qualifiziert ist.

Bleibt Olic in Hamburg?

Der 29-Jährige Olic nutzte gedankenschnell eine Mischung aus Zuspiel und Torschuss seines Landsmanns Petric, entwischte seinem Bewacher und ließ Torwart Vaniak keine Chance. Er traf damit im dritten Spiel in Folge.

Über seine Vertragsverlängerung will der Kroate noch vor Weihnachten entscheiden. Olic fordert angeblich drei Millionen Euro im Jahr. Neben dem Angebot des HSV soll er - laut Medienberichten - auch einen unterschriftsreifen Vertrag des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin vorliegen haben.

Olic-Berater dementiert Kontakt zu Juventus

Bereits vor dem Spiel allerdings verwies sein Berater jeglichen Kontakt zu Juve vehement ins Reich der Fabel: "Olic zu Juventus Turin? Das ist nicht wahr! Ich denke das war ein Missverständnis mit den deutschen Medien", erklärte Gordon Stipic gegenüber dem Sportportal "Goal.com".

"Es gab und gibt kein Angebot von Juventus Turin. Wir hatten nicht einmal losen Kontakt. Ich weiß nicht, woher all diese Gerüchte kommen", so der Berater weiter. Er und Olic hätten nur "gelacht, als wir das aus den Nachrichten gehört haben." Auch Stipic betonte, "dass noch nichts sicher ist. Wir werden um Weihnachten eine Entscheidung treffen."

Jarolim gewinnt Familien-Duell

Ein besonderer Triumph war der Erfolg in Prag indes für HSV-Kapitän Jarolim. Der 29-Jährige setzte sich im Familienduell gegen seinen Vater Karel durch, der den tschechischen Meister trainiert, Davids Cousin Marek Jarolim lief für Slavia im Mittelfeld auf. Karel Jarolim musste wegen lautstarken Reklamierens nach dem Tor von Olic auf der Tribüne Platz nehmen.

Die Taktik von Trainer Martin Jol war im gefürchteten Hexenkessel des Stadions Eden vollkommen aufgegangen. Der Niederländer hatte die Defensive verstärkt und Nationalspieler Piotr Trochowski sowie Angreifer Paulo Guerrero zunächst auf die Bank gesetzt.

Jansen und Benjamin in der Startelf

Dafür erhielt Marcell Jansen wieder eine Bewährungschance im linken Mittelfeld, Collin Benjamin spielte neben Alex Silva defensiv vor der Abwehr. Knapp 19.000 Zuschauer sorgten schon vor Beginn für echte Europapokal-Atmosphäre, die etwa 2000 Hamburger verzögerten durch das Abbrennen von Rauchkerzen den Anstoß um einige Minuten.

Auf dem Platz war die Spannung ebenfalls zu spüren. Die Spieler lieferten sich zahlreiche Zweikämpfe, ein klarer Spielaufbau war nur selten möglich. Die Hamburger ließen dabei mit ihrer disziplinierten Abwehrarbeit lange Zeit keine Torchance für die Gastgeber zu.

Dicke Lippe für Altstar Smicer

Auf der anderen Seite hatte Jansen mit einem Kopfball ans Außennetz bereits in der 7. Minute eine gute Gelegenheit. Erst in der 39. Minute musste HSV-Keeper Frank Rost erstmals eingreifen, als er einen Fernschuss von David Hubacek erstklassig parierte.

Slavia verstärkte nach dem Wechsel seine Angriffsbemühungen durch die Einwechslung des tschechischen Altstars Vladimir Smicer, der in der 57. im Strafraum mit Rost zusammenprallte und sich dabei eine blutende Lippe zuzog.

Hamburg souverän

Großen Druck aber konnte der tschechische Meister weiterhin gegen die insgesamt gut abgestimmte HSV-Abwehr nicht aufbauen. Allerdings sorgten die Hanseaten nur noch für wenig Entlastung, die wenigen Kontersituationen wurden nicht konsequent genug ausgespielt.

Alex Silva und Abwehrchef Joris Mathijsen ragten bei den Norddeutschen heraus, bei Slavia konnte allein Jaroslav Cerny gefallen.

Hamburgs Gruppe F im Überblick

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