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Fussball

Joker Kroos sticht

SID
Podolski, Bayern, München
© Getty

Belgrad - Joker Toni Kroos hat dem FC Bayern München doch noch zu einem erfolgreichen Start in die Gruppenphase des UEFA-Pokals verholfen. Mit seinem Treffer in der Nachspielzeit besiegelte der 17-Jährige den 3:2 (1:1)-Sieg des deutschen Rekordmeisters bei Roter Stern Belgrad.

Zuvor war Nationalstürmer Miroslav Klose (20./85.) mit seinen Pflichtspiel-Toren zehn und elf jeweils der Ausgleich gelungen. Ohne die Erfolgsgaranten Franck Ribery und Luca Toni hatte dem Bundesliga-Tabellenführer im Hexenkessel des Marakana-Stadions nach dem Treffer von Nenad Milijas (74.) die erste Saison-Niederlage gedroht.

Vor 40.000 enthusiastischen Zuschauern hatte Ognjen Koroman (16.) das 1:0 für Belgrad markiert. In ihrem zweiten Spiel der Gruppe F treffen die Bayern am 8. November auf die Bolton Wanderers.

"Man hat gesehen, dass wir große Probleme mit dem Rasen hatten. Das war eine absolute Willensleistung. Ich wäre am Ende auch mit einem Punkt zufrieden gewesen", lautete das Fazit von Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld. In der Nachspielzeit sah Belgrads Milos Bajalica die Gelb-Rote Karte.

Rensing als Achillesferse?

Trotz großer personeller Probleme wollten sich die Bayern der Aufgabe in ihrem 70. UEFA-Cup-Spiel mit Routine und Cleverness entledigen. Ohne den angeschlagen fehlenden Franck Ribery als Ideengeber drückten die Münchner der Partie vor allem dann ihren Stempel auf, wenn auf dem katastrophal schlechten Rasen geradlinig und schnörkellos nach vorne gespielt wurde.

Doch dies geschah zu selten - und am Ende erwies sich ausgerechnet Kahn-Vertreter Rensing als Achillesferse, als er den haltbar erscheinenden 30 Meter-Schuss von Milijas passieren ließ.

In der Innenverteidigung war Kapitän Lucio Turm in der Schlacht. Neben ihm bot auch Christian Lell auf für ihn ungewohnter Position eine solide Vorstellung und war fast immer Herr der Lage.

Lahm mit Problemen 

Probleme offenbarte dagegen Philipp Lahm bei seinem ersten Einsatz in der Startelf seit 2. September mit dem wendigen Koroman. Lukas Podolski konnte Torjäger Luca Toni in der Spitze nicht vollwertig ersetzen. Auch Bastian Schweinsteiger zeigte viel Engagement, wurde aber ebenso wie andere meist vom knöcheltiefen Untergrund gebremst.

Eine Viertelstunde lang hatten die Bayern den Gegner und die widrigen Platzverhältnisse sicher im Griff, dann wurde Lahm nach einem weiten Flankenwechsel der Serben auf dem falschen Fuß erwischt. Der Nationalverteidiger ließ sich von Koroman austanzen, der Rensing per Flachschuss bezwang.

Matchwinner Kroos

Doch die Münchner zeigten sich unbeeindruckt und schlugen dank der Initiative von Lucio postwendend zurück. Der brasilianische Abwehrspieler schloss sein energisches Solo mit einem Schuss aus gut 25 Metern ab, den Ivan Randjelovic im Belgrader Tor nicht festhalten konnte. Klose reagierte am schnellsten und spitzelte den Ball zum 1:1 ins Tor.

Auch im zweiten Durchgang behielten die Münchner die Kontrolle über das Spiel, doch Akzente konnten sie meist nur mit kämpferischem Einsatz setzen. Wie aus heiterem Himmel gerieten die Bayern eine Viertelstunde vor Schluss abermals in Rückstand, als sich Rensing von einem 30 Meter-Schuss von Milijas überrumpeln ließ.

Doch dann kam der große Auftritt des eingewechselten Kroos. Den Ausgleich durch Klose bereitete er per Freistoß mustergültig vor. Den 3:2-Siegtreffer erzielte er selbst, als er einen Freistoß aus halblinker Position flach und scharf vor das Tor zog. Freund und Feind verpassten, auch Keeper Randjelovic flog am Ball vorbei, und die Bayern feierten einen perfekten Start in die UEFA-Cup-Gruppenphase. 

Klose bedankt sich

"Ich kann ihn nicht oft genug loben. Das hat er absolut Weltklasse gemacht", sagte Doppeltorschütze Klose über den Youngster.

Und auch Trainer Hitzfeld war voll des Lobes: "Er hat sich schon im Training aufgedrängt, deshalb wollte ich ihn heute bringen. Er spielt sehr intelligent, ist technisch perfekt und wird irgendwann auch deutscher Nationalspieler."

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