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Fussball

Brasilianerinnen bitten zum Samba

Von dpa

Hangzhou/Shanghai - Titelverteidiger Deutschland trifft im Traumfinale der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Shanghai auf Brasilien. Die Südamerikanerinnen ließen dem zweimaligen Weltmeister und WM-Favoriten aus den USA beim klaren 4:0 (2:0)-Sieg in Hangzhou nicht den Hauch einer Chance.

Die Brasilianerinnen zogen zum ersten Mal in ein WM-Endspiel ein. Die deutschen Frauen hatten sich in ihrer Vorschlussrunden-Partie bereits am Mittwoch in Tianjin mit 3:0 gegen Norwegen durchgesetzt und freuen sich nun auf das Finale gegen die Ballzauberinnen vom Zuckerhut.

"Brasilien ist technisch perfekt und hat überragende Einzelspielerinnen. Das war eine beeindruckende Leistung, besonders in der zweiten Halbzeit in Überzahl. Das wird eine spannende Aufgabe für uns im Endspiel. Ich freue mich darauf", sagte Silvia Neid, die sich das Spiel im Fernsehen anschaute.

Fiasko für die US-Girls

Für die hochgehandelten Amerikanerinnen, die vor vier Jahren bei der WM im eigenen Land im Halbfinale eine bittere 0:3-Niederlage gegen den späteren Titelträger Deutschland kassiert hatten, endete die Partie gegen die Mannschaft aus dem Land des Männer-Rekordweltmeisters mit einem Fiasko.

Vor 47 818 Zuschauern im fast voll besetzten Dragon-Stadion, darunter auch der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA, Joseph Blatter, lag die Elf von Greg Ryan schon nach einer knappen halben Stunde mit 0:2 zurück.

Ein Eigentor von Mittelfeldspielerin Leslie Osborne (20.), die eine Ecke von Formiga mit dem Kopf ins eigene US-Netz lenkte, ebnete den Brasilianerinnen den Weg zum größten Erfolg ihrer Geschichte.

Gelb-Rot für Boxx

Schon nach dem sechsten Turniertor der Weltfußballerin und führenden WM-Schützin Marta (27.) war für die USA die Partie praktisch gelaufen. Zumal Shannon Boxx wegen wiederholten Foulspiels in der Nachspielzeit der ersten Spielhälfte Gelb-Rot sah. In Unterzahl war für die frustrierten US-Girls gegen das technisch perfekte Team von Trainer Jorge Barcellos erst recht nichts zu holen.

Im Gegenteil: Die früher für Potsdam und Wolfsburg spielende Cristiane (56.) sowie Marta (80.) mit ihrem siebten WM-Tor nach einem zauberhaften Solo schraubten das für die USA sogar noch schmeichelhafte Ergebnis in die Höhe. Dass US-Coach Ryan überraschend die 36-jährige Briana Scurry für die bisherige Stammtorhüterin Hope Solo, die in vier Partien zuvor nur zwei Gegentreffer kassiert hatte, aufgeboten hatte, erwies sich als Missgriff. Scurry wirkte nervös, unsicher und sah insbesondere beim 0:2 sehr schlecht aus.

Die DFB-Elf hat bei Weltmeisterschaften erst zwei Mal gegen Brasilien gespielt. 1995 siegte Deutschland im Gruppenspiel mit 6:1, vier Jahre später in den USA trennte man sich ebenfalls in der Vorrunde 3:3. Zuletzt traf Deutschland vor sieben Jahren im Spiel um die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Sydney auf Brasilien und gewann 2:0. Bisher hat die DFB-Elf in fünf Spielen gegen Brasilien nie verloren. "Das soll sich am Sonntag möglichst auch nicht ändern", sagte Neid.

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