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Fussball

Christian Streich im "kicker meets DAZN"-Podcast: Filmaufnahmen in der Kabine? "Mir völlig unerklärlich"

Von SPOX
Christian Streich geht in seine zehnte Saison als Cheftrainer des SC Freiburg.

Christian Streich war im "kicker meets DAZN"-Podcast zu Gast und hat sich klar gegen Filmaufnahmen in der Kabine ausgesprochen. Diese seien ihm "völlig unerklärlich".

Außerdem sprach der Trainer des SC Freiburg über den straffen Terminplan für die Bundesligisten in der kommenden Saison. Als Problem sieht er dabei vor allem die nahezu fehlende Winterpause. Der erste Spieltag nach Weihnachten wurde nämlich für den 2. Januar terminiert.

Angesprochen auf die deutsche Top-Liga sagte er, dass er die Bundesliga gut finde - "und wenn sie nicht die beste Liga ist in Europa, dann ist mir das völlig egal." Mit langfristigen Planungen befasse er sich nicht, Streich gehe es nur um die kommende Saison.

Klare Haltung zeigt er auch in Sachen Investoren bei Fußball-Klubs. "Ich will keine Vereine, die an Eigentümer verkauft werden. Ich finde, ein Verein darf nicht nur einem Menschen gehören", sagte der 55-Jährige, der in seine zehnte Spielzeit als Trainer der Breisgauer geht.

Christian Streich über

... eine Zuschauer-Rückkehr: "Das Spiel ist nicht anders, es wird ein wenig hektischer. Nicht unbedingt bei den Top-Mannschaften, aber bei den anderen. Und der Einfluss der Zuschauer ist gerade zuhause nicht zu unterschätzen, weil es eine Atmosphäre schaffen kann, die den Gegner verunsichern und an der eigenen Fähigkeit zweifeln lassen kann."

... eine Saison-Analyse: "Wir haben nach einer Saison keine wochenlange Analyse. Wir besprechen natürlich Dinge, aber das machen wir jede Woche. Wir sind die ganze Zeit zusammen und wissen, wer wahrscheinlich weggeht. In diesem Jahr haben wir es noch nicht gewusst. Dann besprechen wir in zwei, drei, vier Stunden nochmal alles."

Christian Streich: Qualität wird unter fehlender Winterpause leiden

... die fehlende Winterpause: "Die Unterbrechungen sind zu kurz. In diesem Jahr gibt es keine Winterpause mehr. Das ist ganz schlecht für die Personen, weil es dadurch zehn Monate am Stück durchgeht. Da leidet die Qualität darunter. Davon bin ich überzeugt. [...] Ich fände es gut, wenn alle drei Monate eine Woche Unterbrechung wäre, wo man regenerieren kann."

... den straffen Terminplan: "Das ist die Entwicklung. Überall soll mitverdient werden. Überall geht es ums Business. Da werden immer noch mehr Spiele und Wettbewerbe reingedrückt, damit so viel ausgepresst werden kann, wie nur geht. Aber so leben wir, das ist unsere Zeit, bis halt dann vielleicht mal die Luft heraus ist."

SC Freiburg: Auftaktprogramm in der Bundesliga

SpieltagDatumUhrzeitOrtGegner
115:30
218:00
315:30
415:30
515:30

... die Abnutzung als Cheftrainer: "Ein Christian Günter und ein Nicolas Höfler hören zum hundertsten Mal irgendwelche Dinge und sie denken vielleicht, das ist doch eh klar. Aber ich habe nicht das Gefühl, es kotzt sie an, wenn ich sie treffe oder wenn ich Sachen von ihnen kritisiere. Und mir geht's genauso. Dass das natürlich auch irgendwann teilweise langweilig wird und immer der gleiche Scheiß von mir in manchen Bereichen erzählt wird, ist doch unbestritten. Wahrscheinlich würden sie es nicht sagen, weil sie zu höflich sind."

... Ansprachen vor den Spielen: "Es ist ein Prozess, den ich nicht benennen kann. Es fließen dabei natürlich Dinge über die vergangenen Wochen und Monate mit ein. Ich will ihn aber nicht genau benennen, weil es sonst zu theoretisch wird. Aber sie ist nicht geplant. [...] Man kann vieles machen, aber es kommt drauf an, wie man es macht. Es kommt auch auf die Atmosphäre an."

... Filmaufnahmen in der Kabine: "Mir sind diese völlig unerklärlich. Wenn sie bei uns in die Kabine kommen würden, hätten sie sowieso viel zu große Erwartungen, die dann gar nicht erfüllt würden. Was glauben sie denn, was in der Halbzeit bei uns passiert? Gar nichts. Wir zeigen den Spielern zwei oder drei Szenen. Wir lassen sie in Ruhe. Das macht jeder Bezirksliga-Trainer. Dann gehen wir wieder raus und kicken."

Christian Streich: "Ruhiges Wort kann mehr helfen als taktische Anweisungen

... die Aufnahmefähigkeit von Spielern: "Das ist ein Prozess, den man erkennen muss. Wie viele Infos tun einem Spieler gut. Meistens ist es gar nicht der Inhalt, sondern die Art und Weise, wie die Menschen darauf reagieren. Der Inhalt ist schon wichtig, aber in Stresssituationen ist die Herangehensweise wichtig. Da kann ein ruhiges Wort viel mehr helfen als noch vier taktische Anweisungen."

... die Abgänge von Stammspielern: "Man gewöhnt sich schnell an die Variabilität, die diese Spieler mitbringen. Und wenn diese reduziert wird, dann weiß man, dass man wahrscheinlich in der kommenden Saison nicht so gut Fußballspielen kann. Man lernt dann ein wenig Demut. Man muss akzeptieren, gewisse Dinge können wir gerade nicht, jetzt müssen wir schauen, dass wir sie wieder so hinbekommen."

... Freiburgs Schlüssel zum Erfolg: "Wir haben individuell gute Spieler. Wenn wir dann alles tun, die totale Leidenschaft haben und die ganzen Videositzungen annehmen, dann sind wir in der Lage, gegen viele Mannschaft Spiele zu gewinnen. Dass wir an einem bestimmten Tag gegen ganz viele Teams verlieren können, wissen wir ja eh."

... das Verfolgen von Fußballspielen: "Ich liege da nicht verkrampft da und mache immer Notizen. Aber man schaut natürlich auf die Systeme und wie sich die einzelnen Spieler verhalten. Das ist ganz automatisch. So ganz ohne geht es natürlich nicht. Das ist wie einem Schriftsteller, der dann ein Buch liest. Der schaut dann auch auf Stilmittel oder den Satzbau, damit ein anderer Spannungsbogen oder eine andere Zeitebene reinkommt. Der kann ja wahrscheinlich gar nicht anders."

Christian Streich: "Finde Spiele strange"

... langfristige Planungen in Freiburg: "Ich denke nur von Jahr zu Jahr. Ich denke nicht, wie es in drei oder vier Jahren aussieht. Das würde mich zu sehr enttäuschen, da bis dahin unglaublich viele Eventualitäten eintreten können. Es geht um die Saison und wir brauchen unsere ganze Energie, um gut Fußball zu spielen."

... die Bundesliga: "Ich finde unsere Bundesliga gut - und wenn sie nicht die beste Liga ist in Europa, dann ist mir das völlig egal. Solange sie unseren Möglichkeiten hier entsprechend richtig guten Fußball zeigt. Ich will keine Vereine, die an Eigentümer verkauft werden. Ich finde, ein Verein darf nicht nur einem Menschen gehören. Aber das ist nur meine Sichtweise."

... den schönsten Aspekt des Trainerjobs: "Training. Auf dem Platz stehen und mit den Jungs das Fußballspielen üben. Zu schauen, dass Dinge funktionieren und wie sich die Spieler entwickeln. Spiele sind für mich immer ambivalent, sind für mich ein bisschen zu strange, emotional fast zu zugespitzt."

... Angebote aus der Bundesliga: "Wenn du so lange Trainer bist, irgendjemand ruft dann zum Glück doch mal an. Einmal hat mich einer direkt daheim angerufen. Ich habe damals gar nicht gewusst, wer es ist, aber er war eigentlich zu dieser Zeit kein Unbekannter. Ich hatte so wenig damit gerechnet, dass mich aus dem Fußball einer anruft, da habe ich mich sofort bei ihm bedankt."

Christian Streich im Steckbrief

Geburtsdatum:11.06.1965
Geburtsort:Weil am Rhein
Alter:55
Nationalität:Deutschland
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