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Fussball

DFB-Team - Philipp Max überzeugt Joachim Löw: Vom Ignorierten zum EM-Kandidaten

Philipp Max hat Joachim Löw in seinen ersten beiden Länderspielen überzeugt

Lange von Joachim Löw ignoriert, ist Philipp Max angekommen in der deutschen Nationalmannschaft. Der 27-jährige Legionär von der PSV Eindhoven wusste den Bundestrainer auch bei seinem zweiten Einsatz gegen die Ukraine (die Highlights des 3:1-Sieges im Video) zu überzeugen. Das Rennen um den EM-Stammplatz auf der linken Abwehrseite ist in vollem Gange.

"Wir haben ihn einige Male gesehen. Er ist sicherlich ein guter Spieler auf der linken Seite, aber bisher hat er in unseren Überlegungen keine Rolle gespielt." Diese Worte verlor Joachim Löw im Vorfeld der WM 2018 über Philipp Max. Worte, die sich wie ein Schlag ins Gesicht für den damaligen Profi des FC Augsburg anfühlten.

Max galt zu jenem Zeitpunkt als einer der besten Außenverteidiger der Bundesliga, durfte sich mit 13 Assists als zweitbester Vorlagengeber hinter Thomas Müller bezeichnen. Dementsprechend groß waren seine Hoffnungen auf eine Teilnahme an dem Turnier in Russland. Löw aber hatte kein Interesse an ihm, was sich auch mit dem Umbruch nach der WM-Schmach zunächst nicht ändern sollte. Jonas Hector und Nico Schulz schienen die Zukunft hinten links zu sein.

Zwei Jahre später weiß auch Löw: Sie sind es nicht. Hector beendete unlängst aus privaten Gründen seine Nationalmannschaftskarriere, Schulz baute seit seinem Wechsel von der TSG Hoffenheim zu Borussia Dortmund im Sommer 2019 kontinuierlich ab und verlor seinen Stammplatz. "Ich halte viel von Nico, das habe ich ihm auch in einem persönlichen Gespräch gesagt", erklärte der Bundestrainer. Aber: "Er ist jetzt nicht so drauf, wie man ihn kennt."

Löw lobt Durchstarter Max: "Er hat uns überzeugt"

Anderenfalls hätte Löw Schulz nach dem 1:0 gegen Tschechien am Mittwoch auch nicht vorzeitig nach Hause geschickt. Er braucht ihn (momentan) nicht, denn ihm bieten sich schlichtweg bessere Optionen. Robin Gosens und Marcel Halstenberg zum Beispiel, zwei von ihrer Spielweise her unterschiedliche, aber gleichermaßen zuverlässige Linksverteidiger. Und seit neuestem eben auch Philipp Max. Mittlerweile zwar schon 27 und auch kein Augsburger mehr, sondern ein Teil der deutschen "Union" um Mario Götze und Roger Schmidt bei der PSV Eindhoven.

"Darauf habe ich lange hingearbeitet", sagte er nach seiner Nominierung. Da sich sowohl Gosens (Wadenprobleme) als auch Halstenberg (Adduktorenprobleme) vor dem Länderspiel-Schlusspunkt 2020 verletzungsbedingt abmelden mussten, war die Chance für den Sohn des früheren Bundesliga-Profis Martin Max groß, sich in den Fokus zu spielen. Das tat er.

Auf seine starke, mit einer Torvorlage gekrönte Leistung gegen Tschechien folgte am Samstag eine mehr als ordentliche gegen die Ukraine. Max ging viele Wege nach vorne, leitete einige gute Angriffe ein - und ließ defensiv wenig anbrennen. "Er hat uns in diesen zwei Spielen überzeugt", bilanzierte Löw nach dem 3:1-Sieg in Leipzig. "Was uns an ihm gefällt: Er spielt mit viel Tempo nach vorne, traut sich viel zu. Er hat das gut gemacht. Ich bin sehr zufrieden mit ihm."

Max 2021 mit zur EM? "Nie der Typ für große Parolen"

Und auf die Frage, ob man Max 2021 denn wieder sehe, sagte er: "Davon kann man ausgehen." Der Spieler selbst sprach von einem "Traum", der für ihn momentan in Erfüllung gehe. Auf verfrühte EM-Diskussionen will sich der Ex-Augsburger, der als Jugendlicher auch für den FC Bayern und Schalke 04 spielte, allerdings nicht einlassen. "Ich habe immer gut daran getan, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Ich war nie der Typ für große Parolen."

Einmal kann er sich in diesem Jahr Löw noch empfehlen. Am Dienstag (20.45 Uhr im LIVETICKER) tritt die deutsche Elf zum Abschluss der Nations-League-Gruppe A4 in Spanien an. Dass Max erneut spielt, ist angesichts des personellen Engpasses auf seiner Position wahrscheinlich. Für ihn kein Problem. "Ich bin endlich hier", sagte er nach dem Ukraine-Spiel. "Jetzt will ich mich auch weiter zeigen."

Nations League: Die deutsche Tabelle nach dem 5. Spieltag

PlatzLandSpieleSUNTGTDiff.Punkte
1Deutschland523010739
2Spanien52217348
3Ukraine5203510-56
4Schweiz503268-23
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