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Fussball

Tipps von Poldi, Lob von Hoeneß und ein Schock

Von Martin Jahns
Bei der WM in Mexiko wurde die deutsche U 17 Dritter
© Imago

Mittelfeld

Mitchell Weiser (1. FC Köln): Bei der WM stand Weiser immer in Steffen Freunds Startelf, und auch beim 1. FC Köln läuft es für den Sohn von Ex-Profi Patrick Weiser. Im portugiesischen Portimao ging es für Weiser zusammen mit den Profis Anfang 2012 ins Trainingslager. Immer dabei ist sein Vater, der Teil von Stale Solbakkens Trainerstab ist.

Die Hinrunde verlief für Mitchell Weiser verheißungsvoll. Zweimal saß der 17-Jährige bei Bundesligaspielen auf der Bank, am letzten Spieltag in Lautern wieder, und ist damit schon weiter als die meisten seiner WM-Kollegen. Solbakken hält große Stücke auf Weiser: "Wenn jemand auf der Bank sitzt, ist die Chance sehr groß, dass er auch spielt. Es geht um seine Klasse. Mitchell Weiser hat ein riesiges Potenzial."

Robin Yalcin (VfB Stuttgart): In der K.o.-Phase war Yalcin gesetzt, allerdings nicht wie bei seinem Verein VfB Stuttgart in der Innenverteidigung, sondern im defensiven Mittelfeld. Für ihn kein Problem: "Mir gefallen beide Positionen. Es ist allgemein gut, wenn ein Spieler variabel einsetzbar ist und mehrere Positionen spielen kann. Ich habe das Ziel, immer zu spielen und daher ist es gut, dass ich flexibel bin."

Mit seinen Leistungen hat Yalcin auch dem türkischen Verband imponiert, der nun versucht, neben sieben anderen U-17-WM-Teilnehmern auch ihm den Einsatz für die türkische Nationalmannschaft schmackhaft zu machen. Doch der gebürtige Deggendorfer hat sich schon festgelegt: "Robin hat sich entschieden, für Deutschland zu spielen. Außerdem haben wir sowieso nur den deutschen Pass", sagte Yalcins Vater der "Passauer Neuen Zeitung".

Levent Aycicek (Werder Bremen): In Mexiko war Aycicek einer der auffälligsten Akteure. In allen Spielen stand er in der Startformation, im zweiten Durchgang ging ihm allerdings meist ein bisschen die Luft aus. Dennoch gelangen ihm drei Tore und vier Torvorlagen.

Nach der WM folgte dann allerdings der große Schock: Im September zog er sich im Spiel der A-Jugend Bundesliga gegen Union Berlin einen Kreuzbandriss im linken Knie zu und fällt damit für fast die gesamte Saison aus. Sein Verein vertraut dennoch auf Aycicek: Vor seiner Verletzung kam er bereits in Testspielen der ersten Mannschaft gegen Union Berlin, Fenerbahce und den TSV Höpfingen zum Einsatz. Und trotz des langfristigen Ausfalls stattete Werder den nur 1,69 m großen Aycicek im November mit einem Profivertrag bis 2015 aus.

Emre Can (FC Bayern München): Emre Can kennt bisher nur den Vorwärtsgang. Schon im Sommer schwärmte sein Nationaltrainer Steffen Freund in höchsten Tönen vom Mittelfeldspieler des FC Bayern: "Emre ist der kompletteste Spieler, den ich je in meiner Karriere gesehen habe. Und ich habe einige gesehen. Er hat das Zeug, es nach ganz oben zu schaffen", sagte er der "Bild"-Zeitung. In Mexiko überzeugte Can als Kapitän mit klugen Pässen und großer Spielübersicht.

Auch bei den Bayern sieht es für den Frankfurter gut aus: Diese Saison spielte er bereits ausschließlich für die zweite Mannschaft in der Regionalliga Süd und ist dort Stammspieler. Anfang Januar durfte Can gar als einziger Nicht-Profi mit ins Trainingslager der ersten Mannschaft nach Katar. "Für mich ist es etwas ganz Besonderes, hier dabei zu sein. Ich will zeigen, was ich kann. Den Rest muss der Trainer entscheiden", so Can damals. In der Rückrunde muss er allerdings erstmal wieder in der Zweiten ran. Allerdings: Uli Hoeneß, der beim Hype um seine Jungspieler gerne bremsend einwirkt, spricht von Can als "Mittelfeldspieler der Zukunft".

Rani Khedira (VfB Stuttgart): Während sein Bruder Sami bereits zur Weltkarriere durchstartet, hat Rani noch einen weiten Weg hin zur Profikarriere zu gehen. Erst kurz vor Toresschluss rutschte Khedira noch in den Mexiko-Kader. Bei der WM kam er dann auf vier Kurzeinsätze, ehe er im Spiel um Platz drei gegen Brasilien durchspielen durfte.

Beim VfB Stuttgart spielt er in der U 19 und will dort seinen Weg so gehen wie es sein Bruder einst tat. "Sami hat mich geschult, er hat Technik- und Taktikübungen mit mir gemacht und mich menschlich weitergebracht. Er macht mir klare Vorschriften. Dann sagt er, ich soll normal bleiben und nicht den großen Macker machen", so Rani Khedira zu den "Stuttgarter Nachrichten".

Im Winter zahlte sich dies aus, als Khedira zusammen mit der Stuttgarter U-23-Mannschaft ins Trainingslager in die Türkei fliegen durfte, wo er im Testspiel gegen den belgischen Erstligisten VVV Venlo über die vollen 90 Minuten spielte. Vielleicht kann Khedira in der Rückrunde in der 3. Liga Profiluft schnuppern.

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Sven Mende (VfB Stuttgart): Fünf Spiele in Mexiko, Stammspieler in der A-Jugend des VfB Stuttgart - für Sven Mende läuft es derzeit. Seinen größten Auftritt hatte der zentrale Mittelfeldspieler allerdings beim Südgipfel gegen die U 19 des FC Bayern München, als er in der sechsten Minute einen 30-Meter-Hammer im rechten Giebel versenkte und damit den Grundstein für den 3:2-Sieg der Schwaben legte.

Fabian Schnellhardt (1. FC Köln): Der Thüringer wurde von Steffen Freund bei der U-17-WM viermal eingewechselt und spielte damit nicht mehr die Rolle, die er noch wenige Monate vorher bei der EM inne hatte.

Beim 1. FC Köln läuft es für Schnellhardt hingegen nach Plan: Zusammen mit Mitchell Weiser reiste er im Januar mit den Profis ins Trainingslager: "Mit Poldi auf dem Platz zu stehen, das macht schon Spaß. Man kann eine Menge lernen", so Schnellhardt auf der Kölner Vereinshomepage. Auch zu Profi-Trainer Stale Solbakken scheint der Draht zu stimmen: "Stale Solbakken redet oft mit uns und gibt uns Feedback, was wir verbessern können und wo wir schon unsere Stärken haben. Die Kommunikation ist gut."

Seite 3: Die Stürmer

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