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Fussball

Fenerbahce: Das Derby kann kommen

Von Fatih Demireli / Cihan Acar
Fenerbahce hat in den letzten beiden Auswärtsspielen ingesamt zehn Tore erzielt
© anadolu

Während es bei der Konkurrenz ordentlich kracht, kann Fenerbahce heute mit einem Sieg viel Selbstvertrauen für das Duell gegen Galatasaray am Sonntag tanken. Die Gelb-Roten versinken im Chaos: Gegen Ankaragücü verliert die Truppe von Frank Rijkaard mit 2:4. Der Torhüter fliegt vom Platz, Milan Baros fehlt wohl im Derby und die Fans fordern Fatih Terim.

Konyaspor - Fenerbahce 1:4

Die Tore: 0:1 Emre (26.), 1:1 Grajciar (31.), 1:2 Semih (34.), 1:3 Stoch (41.), 1:4 Lugano (64.)

Die 90 Minuten: Fenerbahce übernahm mit dem Anpfiff das Heft in die Hand und ließ den Ball sehr gut laufen. Viel ging abermals über die Außen. Stoch und Dia leiteten unermüdlich zahlreiche Angriffe ein. Konyaspor wurde von Trainer Ziya Dogan ultradefensiv eingestellt, unschön waren die überharten Fouls. So musste Özer Hurmaci mit Verdacht auf einen Mittelfußbruch nach 14 Minuten vom Platz. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Grajciar war für Konya eher ein Produkt des Zufalls. Auch nach der Pause spielte nur Fenerbahce. Die Istanbuler hätten weit höher gewinnen können, spielten aber auch mit dem Derby im Hinterkopf im Schongang.

Der Star des Spiels: Mehmet Topuz. Im Zentrum neben Emre Belözoglu wird Topuz immer mehr zum heimlichen Helden Fenerbahces. Topuz präsentierte sich in Konya kampf- und laufstark und hat seine Position bei Fener wohl endgültig gefunden, nachdem er seine Position auf der rechten Außenposition an Dia veroren hatte.

Die Lehren des Spiels: Bursaspor? Unentschieden. Besiktas? Verloren. Galatasaray? Verloren. Fenerbahce? Der Gewinner der Woche. Die Truppe von Aykut Kocaman ließ sich davon nicht beirren, außerhalb von Istanbul weder in der Europa League noch in der Süper Lig gewonnen zu haben. Nicht nur ganz Fenerbahce wartet nun auf das Derby gegen das kriselnde Galatasaray. Seit zehn Jahren ist man im Sükrü-Saracoglu-Stadion gegen den Erzrivalen ungeschlagen. Dass es bei den aktuellen Formkurven beider Mannschaften eine Wende geben sollte, glaubt fast niemand. Lediglich der Ausfall von Özer Hurmaci ist für Fenerbahce ein Wehrmutstropfen. Sollte sich der Verdacht des Mittelfußbruchs bewahrheiten, droht eine lange Pause.

Galatasaray - Ankaragücü 2:4

Tore: 0:1 Akan (4.), 0:2 Cek (51.), 1:2 Baros (57.), 1:3 Sestak (60.), 2:3 Baros (65.), 2:4 Sahin (90.)

Die 90 Minuten: Wie schon in Karabük musste Galatasaray schon früh im Spiel einen Rückstand hinnehmen. Das Tor Metin Akans hätte nicht zählen dürfen, da beim vorausgegangenen Freistoß durch Zewlakow der Ball nicht ruhte. Gala zeigte sich aber wenig geschockt vom 0:1 und spielte mutig nach vorne. Allen voran Misimovic übernahm Verantwortung und leitete gute Angriffe ein. Nur an der Chancenverwertung mangelte es abermals.

Nach der Pause übernahm Ankaragücü wieder das Zepter und ging dank des starken Özgür Cek mit 2:0 in Führung. Was folgte, war ein Duell zwischen Baros und Ankaragücü: Der Tscheche schoss zweimal den Anschlußtreffer, aber die Gala-Defensive offenbarte extreme Schwächen und zu allem Überfluss sah auch noch Torhüter Ufuk Ceylan nach 65 Minuten die Rote Karte. Der Youngster spielte den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand.

Der Star des Spiels: Marek Sapara. Der Slowake war der Dreh- und Angelpunkt der Gäste aus Ankara. Seine tödlichen Pässe in die Tiefe sorgten jedes Mal für große Gefahr und mit zwei Assists war der Nationalspieler auch maßgeblich am Erfolg beteiligt. Auch Sestak, Metin und Özgür wussten zu überzeugen.

Die Lehren des Spiels: Bei Galatasaray brennt der Baum: Erstmals wurde auch Frank Rijkaard mit Rücktrittsrufen der Fans bedacht. Die Zuschauer im Ali Sami Yen forderten minutenlang die Rückkehr von Fatih Terim. Dass der Imperator sogar schon in den Startlöchern sitzt, wird seit Wochen schon spekuliert. Das nächste Spiel ist das Derby bei Fenerbahce, wo man seit zehn Jahren nicht mehr gewonnen hat. Möglicherweise wird dann Milan Baros fehlen. Der Doppeltorschütze musste kurz vor Schluss verletzt ausgewechselt werden.

Besiktas - Manisaspor 2:3 (1:1)

Tore: 0:1 Promise (7.), 1:1 Bobo (14.), 1:2 Dixon (52.), 1:3 Gökoglan (69.), 2:3 Ernst (90.)

Die 90 Minuten: Besiktas-Coach Schuster musste nach den Ausfällen von Guti, Quaresma und Aurelio im Mittelfeld umstellen. So kam Ex-Frankfurter Fink zu seinem ersten Einsatz in dieser Saison. An der Seite von Ernst sollte er das Mittelfeld zusammenhalten, aber die Defensive rückte an diesem Abend in den Hintergrund. Beide Mannschaften lieferten sich über weite Strecken einen offenen Schlagabtausch. Die Gelb-Rote-Karte für Tabata sorgte im Spiel Besiktas' für einen Bruch, so dass das zwischenzeitliche 1:3 gerechtfertigt war. Das 2:3 von Ernst kam zu spät. Die Nachspielzeit mit unzähligen Torchancen hatte es in sich.

Der Star des Spiels: Joshua Simpson. Der Ex-Lauterer reift immer mehr zum Star der Süper Lig. Ausgestattet mit allen Freiheiten im Mittelfeld bestimmt der Kanadier das Tempo Manisas. Die Vorlage zum 1:0 durch Promise war ganz große Klasse.

Die Lehren des Spiels: Die Euphorie, die bei Besiktas nach den Tranfers von Guti und Quaresma aufkam, steht auf der Kippe. Drei Niederlagen in acht Spielen, dazu ein Remis zuletzt bei Trabzonspor: zu viele Punktverluste für den Geschmack der Besiktas-Fans. Der Abstand zu Tabellenführer Bursaspor beträgt mittlerweile sieben Punkte. Schuster, dem zu extreme Rotation vorgeworfen wird, musste gegen Manisa auch feststellen, dass ohne Quaresma und Guti Spieler fehlen, die für kreative Momente sorgen. Allerdings werden beide Spieler noch eine Weile fehlen. Bemerkenswert dagegen wie Manisaspor, deren Spieler Tarzan genannt werden, mutig und offensiv spielend die Punkte verdient holte.

Bursaspor - Karabükspor 2:2 (2:2)

Bursaspor ist zuhause nicht über ein 2-2 gegen Karabükspor hinausgekommen. Der Favorit, der ohne den suspendierten Flügelstürmer Volkan Sen auflief, begann zwar überlegen und erzielte zwei Mal in der ersten Hälfte die Führung (10. und 23. Minute durch Turgay), musste aber jeweils kurz darauf den Ausgleich durch den starken Rumänen Cernat hinnehmen (13. Elfmeter, 34.).

In der zweiten Halbzeit spielten beide Mannschaften weiter nach vorne und erspielten sich Chancen, die aber allesamt vergeben wurden. So blieb es beim Unentschieden und bei einem weiteren wertvollen Punktgewinn des bisherigen Überraschungsteams aus Karabük.

Der 8. Spieltag im Überblick

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