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Fussball

"Das ist eine andere Hausnummer als Wolfsburg"

Von Interview: Fatih Demireli
Zvjezdan Misimovic hat bei Galatasaray die Rückennummer 21 bekommen
© Imago

Zvjezdan Misimovic wechselte kurz vor Transferschluss vom VfL Wolfsburg zum türkischen Spitzenklub Galatasaray. Auch der FC Schalke 04 war mit Trainer Felix Magath lange an dem Bosnier interessiert, scheiterte aber am Veto von Dieter Hoeneß. Im SPOX-Interview spricht Misimovic über seinen Wechsel in die Türkei, erste Kritik der türkischen Presse und das Gerücht, dass er nur ausgeliehen ist.

SPOX: Zvjezdan Misimovic, Sie sind in Deutschland geboren und aufgewachsen und haben jahrelang erfolgreich in der Bundesliga gespielt. Wirklich schade, dass Sie uns verlassen haben...

Zvjezdan Misimovic: Danke, es war auch nicht einfach. Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen. Der bequemere Weg wäre sicher gewesen, in der Bundesliga zu bleiben, aber ich wollte etwas Neues ausprobieren.

SPOX: War Ihr Kumpel Edin Dzeko neidisch, dass Sie Wolfsburg verlassen durften und er nicht?

Misimovic: (lacht) Nein, ich glaube nicht, aber man kann es verstehen, dass er auch gehen will, wenn große Vereine anklopfen. Er hat eine Qualität, die er auch dieses Jahr wieder zeigt. Er ist 24 Jahre jung und wird wieder genug Angebote und Möglichkeiten bekommen.

SPOX: Sie hatten auch einige Möglichkeiten: Felix Magath wollte Sie zu Schalke 04 holen, aber der VfL Wolfsburg überließ Ihnen nicht die Wahl. Waren Sie sauer?

Misimovic: Ich wollte immer zu Galatasaray, weil das ein großer Verein ist.

SPOX: Das ist Schalke 04 auch...

Misimovic: Sicher. Das ist ein großer Traditionsverein und es wäre reizvoll gewesen, noch einmal mit Felix Magath zu arbeiten. Jeder weiß, wie erfolgreich wir zusammen gearbeitet haben.

SPOX: Schalke ist in einer schwierigen Situation. Einen wie Sie sucht Magath immer noch.

Misimovic: Schalke hat eine qualitativ sehr gute Mannschaft, mit sehr guten Einzelspielern und sie werden da auch wieder rauskommen. An einem Spieler wird es nicht liegen.

SPOX: Ob Galatasaray oder Schalke: Den VfL Wolfsburg wollten Sie unbedingt verlassen. Fühlten Sie sich nicht mehr wertgeschätzt?

Misimovic: Wir haben in Wolfsburg national alles erreicht und mir war klar, dass es schwer sein wird, die Erfolge zu toppen. Ich wollte einfach eine neue Herausforderung annehmen und habe mich für Galatasaray entschieden. Ich bin jetzt 28 und es ist der richtige Zeitpunkt, etwas Neues zu machen.

SPOX: Haben Sie Ihren Nachfolger Diego schon spielen sehen?

Misimovic: Leider noch nicht. Ich versuche aber, Wolfsburg weiter zu verfolgen, und die sind auch wieder in die Spur gekommen. Das ist eine gute Mannschaft, die einen sehr guten Trainer hat.

Zwitschern auf Deutsch und Türkisch: Der Türkei-Twitter von SPOX

SPOX: Den Schritt in die Türkei hat aber nicht jeder verstanden. Wieso fiel die Wahl auf Galatasaray?

Misimovic: Ich habe immer gesagt, dass ich mal im Ausland spielen will. Galatasaray ist ein Spitzenverein in Europa. Wir haben den Druck, jedes Spiel gewinnen zu müssen, hier sind Titel Pflicht und das ist schon eine andere Hausnummer als Wolfsburg.

SPOX: Es gab Gerüchte, dass Ihr Wechsel erst einmal nur eine Leihe war und kein Verkauf. Wenn Galatasaray die zweite Transferrate im Sommer nicht zahlen wird, hat der VfL wieder die Rechte. Kehren Sie zum Saisonende zurück nach Wolfsburg?

Misimovic: Über Vertragsdetails möchte ich mich nicht äußern, aber ich gehe nicht davon aus, dass ich am Ende der Saison zum VfL Wolfsburg zurück gehe. Ich werde nicht, wie manche andere Personen, über Inhalte des Vertrags sprechen.

SPOX: Sie sind jetzt in der Türkei, die Fans lieben Sie, aber die Medien haben Sie noch nicht überzeugt. Die Kritiken nach Ihren ersten Spielen fielen nicht gut aus. Wie fällt Ihr erstes Fazit aus?

Misimovic: Sicherlich braucht es immer eine Zeit, bis man sich zurechtfindet, wenn man ins Ausland wechselt. Es ist eine neue Mentalität, eine neue Stadt, ein neues Umfeld. Ich wurde hier aber sehr gut aufgenommen und seitdem ich hier bin, haben wir eine Superserie von drei Siegen in drei Spielen. Wir haben nicht so toll gespielt, aber immerhin gewonnen. Es geht bergauf, ich finde mich mit meinen Mitspielern immer besser zurecht.

SPOX: Der Galatasaray-Vorstand hat neulich die gesamte Mannschaft in die neue Arena, die im Januar eröffnet werden soll, gebracht. Wie war Ihr Eindruck?

Misimovic: Das wird ein traumhaftes, wunderschönes Stadion. Mit den phänomenalen Fans, die wir haben, wird das ein Hexenkessel. Die geben hier richtig Vollgas. Ich freue mich schon darauf, dass wir in der neuen Arena in der Rückrunde spielen.

SPOX: Ihre neue Heimat trifft bald auf Ihre alte Heimat. Deutschland gegen Türkei in der EM-Qualifikation. Wer packt es?

Misimovic: Wir haben letztes Jahr mit Bosnien gegen die Türkei gespielt und wir haben uns durchgesetzt. Die Türkei hat zwar mit Guus Hiddink jezt einen super Trainer, aber Spieler wie Arda Turan, Hakan Balta oder Sabri Sarioglu sind verletzt und deswegen muss man abwarten. Unter normalen Umständen sollte sich Deutschland im Heimspiel durchsetzen.

Der Steckbrief zu Zvjezdan Misimovic

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