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Fussball

Barca: Wie Xavi die Umkleidekabine des FC Barcelona mit zwei Fragen für sich gewann

Von Celine Chorus
Xavi hat Barca wieder in die Spur gebracht.

Xavi hat Barca seit seiner Amtsübernahme zu alter Stärke geführt. Mit einfachen Mitteln legte er bei seiner ersten Ansprache dafür den Grundstein.

Ende Oktober letzten Jahres sah sich Joan Laporta zum Handeln gezwungen. Der Präsident des FC Barcelona musste sich eingestehen, dass der katalanische Verein einen kompletten Neuanfang benötigte, und Ronald Koeman nicht der richtige Trainer war, um diesen Umbruch zu bewältigen.

In der Champions League hatte Barca seine ersten beiden Gruppenspiele gegen den FC Bayern und Benfica Lissabon jeweils mit 0:3 verloren. Auch in LaLiga startete die Mannschaft schlecht, unterlag Real Madrid im vierten Clasico in Folge, und rangierte mit 15 Punkten nur auf Platz neun.

Zwar war Koeman schon in den Wochen vor seiner Entlassung kritisch beäugt worden, doch das 0:1 gegen Rayo Vallecano am 11. Spieltag, Barcas dritte Niederlage in LaLiga, ließ Laporta keine andere Möglichkeit. Der ehemals größte und zeitweise auch erfolgreichste Klub der Welt benötigte eine Veränderung.

Nur: Welcher Trainer wäre in der Lage, den Abgang von Lionel Messi zu kompensieren und dem europäischen Schwergewicht neues Leben einzuhauchen? Dass sich Laporta am Ende für Barca-Legende Xavi einsetzte, konnte durchaus als Wagnis bezeichnet werden, hatte er doch erst zwei Jahre al-Sadd in Katar trainiert.

Xavi hat Barca mit einfachen Mitteln zu neuer Stärke geführt

Fünf Monate nach der Amtsübernahme von Xavi hat sich Laportas Entscheidung als goldrichtig erwiesen: Nach schwierigen Wochen zu Beginn, in denen auch der 42-Jährige das Ausscheiden aus der Champions League nicht abwenden konnte, hat er erreicht, was seinem Vorgänger Koeman nicht gelungen war.

Er hat Barca eine neue Philosophie auferlegt, die sich nicht mehr ausschließlich auf Lionel Messi fokussiert, und den katalanischen Verein mit einfachen Mitteln zu neuer Stärke geführt. "Alles ist jetzt anders: Unsere Mentalität und auch unser Selbstbewusstsein", betont Kapitän Sergio Busquets.

So steht Xavi mit den Winterneuzugängen Adama Traore, Pierre-Emerick Aubameyang und Ferran Torres zwar ein besserer Kader zur Verfügung als Koeman. Doch für den ersehnten Neustart brauchte es keine radikalen Maßnahmen, sondern in erster Linie eine Besinnung auf alte Tugenden.

Bei seinem Ex-Verein traf Xavi auf eine Mannschaft, die nach zahlreichen Rückschlägen am Boden war, der es an vielen Stellen an Disziplin mangelte und die weit von der Philosophie entfernt war, die den Verein einst ausgemacht hatte. Umso wichtiger war es für ihn, die Spieler hinter sich zu versammeln.

Barca-Kapitän Busquets schwärmt von Aufbruchstimmung

Und das ist Xavi offenbar direkt mit seiner ersten Ansprache an die Mannschaft gelungen. Denn wie die spanische Zeitung Sport berichtet, waren die ersten Fragen, die Xavi seinen Spielern stellte: "Seid Ihr bereit, für das Team zu laufen?", gefolgt von "Seid Ihr bereit, auch in der 92. Minute eingewechselt zu werden?".

So ist Barcas Formanstieg der letzten Wochen zwar auch mit einigen taktischen Anpassungen zu erklären, doch als Spieler hat Xavi so viele Jahre in der Barca-Umkleide verbracht, dass er offenbar genau weiß, welche Knöpfe er bei seinen Schützlingen drücken muss.

Dass es nach seiner Ansprache keine negativen Reaktionen der Spieler gegeben habe, kann demnach als Xavis erster Sieg mit dem FC Barcelona bezeichnet werden, weil er dadurch vor allem den Zusammenhalt der Mannschaft beschworen hat.

Von dieser Grundhaltung sind die Spieler bis heute nachhaltig begeistert. "Ein neuer Trainer ist gekommen und hat viel verändert", schwärmt Busquets von der neuen Aufbruchstimmung innerhalb der Mannschaft: "Xavi hat die Philosophie wieder eingeführt, die wir für viele Jahre hatten."

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