Cookie-Einstellungen
Fussball

"Ich schätzte seine Unterstützung": Als Sergio Ramos das Trikot von Mesut Özil unter seinem trug

Von Stanislav Schupp
Mesut Özil und Sergio Ramos verbindet eine enge Freundschaft. Bei Real Madrid bewies der Spanier dies mit einer bemerkenswerten Geste im Spiel.

Mesut Özil und Sergio Ramos verbindet eine enge Freundschaft. Bei Real Madrid bewies der Spanier dies mit einer bemerkenswerten Geste im Spiel.

"Viele Freunde fürs Leben findest du im Profigeschäft nicht", sagte Bayern-Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting im exklusiven Interview mit SPOX und Goal So weit, so nachvollziehbar, schließlich tragen beispielsweise Faktoren wie zahlreiche Vereinswechsel nicht gerade dazu bei, dass sich eine tiefe Freundschaft entwickelt - und auch mit Blick auf Distanz und den straffen Terminkalender anhält.

Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, aber dass sich im zähen und unter knallhartem Konkurrenzkampf stehenden Profigeschäft sehr wohl eine intensive Beziehung aufbauen lässt, zeigt auch das Verhältnis zwischen Mesut Özil und Sergio Ramos.

"Ramos war in Madrid mein bester Freund. Er war wie ein großer Bruder für mich", betone Özil vor einigen Jahren. Der Spanier nahm den Madrider Neuankömmling nach dessen Wechsel aus Bremen zu Real 2010 direkt unter seine Fittiche und sorgte dafür, dass sich Özil trotz gänzlich neuen Umfelds, fremder Sprache und Kultur schnellstmöglich in der spanischen Hauptstadt zurechtfand.

Nach Streit mit Mourinho: Ramos sprang für Özil in die Bresche

Gemeinsame Interessen, ähnlich ausgeprägte Englischkenntnisse und die Tatsache, dass die beiden Stars Nachbarn waren, trugen dazu bei, dass sich mit der Zeit "ein besonderes Verhältnis" entwickelte, wie Ramos einst in einem Gastbeitrag in Özils 2017 veröffentlichtem Buch "Die Magie des Spiels" erzählte.

Doch es waren nicht nur Worte, die symbolisch für die enge Freundschaft zwischen den beiden früheren Teamkollegen standen - es waren auch bemerkenswerte Gesten.

Während der Ligapartie der Madrilenen gegen Deportivo La Coruna im Jahr 2012 kam es in der Halbzeitpause zu einem heftigen Wortgefecht zwischen Özil und Reals damaligem Cheftrainer Jose Mourinho. Der Portugiese war mit der Leistung des Mittelfeldakteurs alles andere als zufrieden, stellte diesen sogar vor versammelter Mannschaft bloß, wie der Rio-Weltmeister in seiner Autobiographie schilderte. "Du denkst, zwei schöne Pässe reichen. Du bist dir zu fein dafür, in Zweikämpfe zu gehen. Du denkst, dass du so gut bist, dass 50 Prozent genug sind", lederte "The Special One": "Weißt du, wie Zweikämpfe von dir aussehen? Nein? Ich zeig es dir!" Der Portugiese ging auf die Zehenspitzen, legte seine Arme eng um den Körper und sprang mit zu einem Kussmund geformten Lippen durch die Kabine.

Die Situation eskalierte, Özil riss sich das Trikot vom Leib, fauchte in Richtung seines Trainers, dass er doch spielen solle, wenn er "so geil" sei. Mourinho betitelte seinen Schützling daraufhin als Baby: "Heul' doch! Geh duschen, wir brauchen dich nicht!"

Özil blieb zur zweiten Halbzeit draußen - und alleine in der Kabine. "Die Worte von Mourinho hallten in einem ständigen Echo in meinem Kopf nach", erinnerte er sich. Gänzlich allein war Özil allerdings nicht, er hatte ja schließlich noch seinen Kumpel Ramos.

Der Kapitän tat, was ein "großer Bruder" nunmal tut und sprang für Özil mit einer bemerkenswerten Geste in die Bresche: Ramos zog Özils Trikot unter sein eigenes. Eine Geste, die auch als Fingerzeig Richtung Mourinho verstanden werden könnte, denn die Nummer "10" war klar und deutlich durch das Shirt des Innenverteidigers zu sehen.

"Ich schätzte seine Unterstützung", erklärte Özil. Es sollte nicht die einzige symbolträchtige Aktion bleiben.

Sergio Ramos war gegen Mesut Özils Verkauf an den FC Arsenal

Als Özils Zeit bei Real nach drei Jahren endete, erhielt Ramos das Trikot von seinem letzten Spiel, versehen mit der persönlichen Widmung "Für meinen Bruder". Beim spanischen Nationalspieler stieß die Entscheidung der Vereinsbosse, Özil ziehen zu lassen, seinerzeit auf Unverständnis. "Wenn ich in dieser Angelegenheit etwas zu sagen gehabt hätte, wäre Özil einer der letzten gewesen, die Real verlassen müssten", betonte er.

Verhindern konnte Ramos' Einsatz Özils Wechsel zum FC Arsenal 2013 jedoch nicht. Mittlerweile zog der frühere Bundesligaprofi weiter in die Türkei, zu Fenerbahce Istanbul.

Doch auch die Entfernung von knapp 3.500 Kilometern tat der Freundschaft der beiden keine Abbruch, im Gegenteil. "Mesut und ich stehen noch immer in Kontakt. Wir sprechen oft über unsere Familien, unsere Teams, unsere Wohnorte", versicherte Ramos - eine Freundschaft fürs Leben quasi.

Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung