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Fussball

Luis Suarez: Der Barcelona-Schreck, der eigentlich nicht für Atletico spielen sollte

Von Maximilian Lotz
Luis Suarez wechselte 2020 vom FC Barcelona zu Atletico Madrid

Luis Suarez trifft seinen Ex-Verein FC Barcelona ins Mark. Sein Tor für Atletico Madrid bejubelt der Uruguayer auf besondere Weise - dabei hätte Suarez eigentlich gar nicht für Atletico spielen sollen.

Fast entschuldigend hob Luis Suarez die Hände, legte beide Handflächen aufeinander und versteckte sein Gesicht dahinter. Der Uruguayer besiegelte mit seinem Tor die 0:2 (0:2)-Niederlage des FC Barcelona und stürzte seinen Ex-Klub damit noch tiefer in die Krise. Doch seiner demütigen Geste ließ Suarez noch eine kleine Spitze folgen.

Mit seiner rechten Hand formte der 34-Jährige einen Telefonhörer. Eine Anspielung darauf, dass ihn Barca-Trainer Ronald Koeman im vergangenen Jahr bei den Katalanen per Telefon abserviert hatte? "Das war nicht für Koeman, ganz und gar nicht", beteuerte Suarez hinterher. Die Telefon-Geste sei "für die Leute, die wissen, dass ich noch dieselbe Nummer habe und dieses Telefon noch immer benutze."

Doch der Schmerz über seinen Abschied vom FC Barcelona sitzt immer noch tief. Im Vorfeld des Duells mit seinem Ex-Klub gab der Angreifer von Atletico Madrid einen Einblick in sein Gefühlsleben. "Ja, ich glaube an Karma. Ich habe nicht vergessen, wie sie mich vor meinem letzten Jahr in Barcelona alleine haben trainieren lassen, um mich zu ärgern - und ich das trotzdem professionell habe über mich ergehen lassen", sagte Suarez in einem Interview mit RTVE . Suarez, der 2014 vom FC Liverpool zu Barca gekommen war, sollte demnach offenbar schon ein Jahr zuvor abgeschoben werden.

Im vergangenen Jahr erfolgte schließlich das alles andere als reibungslose Aus für den Stürmer, der seit 2014 für die Blaugrana aufgelaufen war und mit Lionel Messi und Neymar über Jahre ein erfolgreiches Sturmtrio gebildet hatte. In 285 Spielen gelangen ihm 195 Treffer. Dass er noch immer etwas für den Klub empfindet, zeigte auch seine erste Reaktion auf sein Tor am Samstag. "Ich habe nicht ausgelassen gefeiert, aus Respekt vor Barcelona", erklärte Suarez.

Luis Suarez war schon mit Juventus einig

Dabei hätte es zu dem Aufeinandertreffen eigentlich gar nicht kommen sollen. Denn nach seinem bitteren Aus in Barcelona hatte Suarez im Sommer 2020 eigentlich ganz andere Pläne. Sein Weg sollte eigentlich nach Turin zu Juventus führen. Nach Informationen von SPOX und Goal hatte sich Suarez mit Juve bereits auf einen Vertrag bis 2023 verständigt, der ihm ein Jahresgehalt in Höhe von zehn Millionen Euro eingebracht hätte. Doch der Wechsel platzte, auch weil Suarez beim Sprachtest geschummelt hatte.

Hintergrund: Da in der Serie A pro Wechselperiode nur zwei Transfers von Nicht-EU-Ausländern erlaubt sind, beantragte Suarez, dessen Vorfahren teilweise aus Italien stammen, für seinen Wechsel zu Juve die italienische Staatsbürgerschaft. Doch dabei kam es im Rahmen des Sprachtests zu Unregelmäßigkeiten.

Die Staatsanwaltschaft kam Suarez auf die Schliche. Die behandelten Themen seien "vorab mit dem Kandidaten vereinbart worden", auch das Ergebnis habe bereits vor dem Test festgestanden, hieß es in einer Mitteilung der Behörden im September 2020.

Suarez führt Atletico zum Meistertitel

Suarez, der später die Schummelei gestand, sagte schließlich Juve ab, da der italienische Pass ohnehin wohl nicht mehr rechtzeitig eingetroffen wäre. Er unterschrieb schließlich bei Atletico Madrid. Mit 21 Toren in 32 LaLiga-Spielen führte er in der vergangenen Saison die Rojiblancos zum Meistertitel vor Stadtrivale Real Madrid und Barcelona.

Die Krise seines Ex-Klubs lässt Suarez nicht gänzlich kalt. "Die Lage, in der sich der Klub derzeit befindet, tut schon weh", sagte er kürzlich bei RTVE. "Ich war schließlich mehrere Jahre dort, habe viele Freunde in Barcelona. Aber der Klub weiß auch, dass man die Dinge nicht so machen kann, wie sie derzeit gemacht werden. Hoffentlich ist es nur ein Tal, aus dem der Klub wieder dorthin zurückkehrt, wo er mal war."

Primera Division: Die aktuelle Tabelle im Überblick

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Real Madrid822:101217
2.Atlético Madrid811:6517
3.Real Sociedad811:7417
4.FC Sevilla710:3714
5.CA Osasuna811:11014
6.Rayo Vallecano Madrid813:8513
7.Athletic Bilbao87:4313
8.FC Valencia812:8412
9.FC Barcelona711:7412
10.Betis Sevilla811:9212
11.FC Villarreal78:3511
12.RCD Mallorca87:12-511
13.Espanyol Barcelona86:8-29
14.FC Elche85:8-39
15.Celta de Vigo87:11-47
15.FC Cádiz87:11-47
17.FC Granada86:12-66
18.UD Levante86:13-74
19.Deportivo Alavés72:12-103
20.FC Getafe83:13-101
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