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Fussball

Atletico-Talent Giuliano Simeone: Genau die Konstellation, die Papa Diego nicht wollte

Von Lukas Schranner
Diego Simeone und sein Sohn Giuliano, der mittlerweile unter seinem Vater bei Atletico spielt.

Kann ein Trainer seinen eigenen Sohn coachen? Bei Diego und Giuliano Simeone könnte dies bald Realität werden. Zudem hat die Story einen Hintergrund.

Diego Simeone und Atletico Madrid - es ist eine Erfolgsstory, die den Weltfußball seit Jahren begeistert. Wie es der Zufall so will, ist einer von Cholos Söhnen dafür verantwortlich, dass es zu dieser Liebesbeziehung kam: Giuliano- der jüngste im Simeone-Clan.

Während eines Urlaubs in einem argentinischen Badeort namens Mar del Plata, den er zusammen mit seinem einst achtjährigen Filius verbrachte, wurde im Jahr 2011 bei Kaffee, Milch und Croissant der Grundstein für die Simeone'sche Zukunft gelegt. "Atletico Madrid rief bei mir an und sagte mir, dass man mich haben will", erzählte Simeone senior einst bei The Coaches Voice.

Der kleine Giuliano war von dieser Gelegenheit hellauf begeistert, er dachte sofort an die Begegnungen seines Vaters mit Messi und Ronaldo, die seinerzeit noch in Spanien kickten. "Er sagte mir das die ganze Zeit. Als Giuliano gerade das Croissant in seine Milch eintauchte, sagte er: 'Papa, wenn du dich gut machst, wirst du nie mehr zurückkehren'", fuhr Simeone fort.

Atletico Madrid: Giuliano Simeone folgt dem Vater nach Spanien

Der kleine Giuliano erwies sich also als Prophet: Seit 2011 ist Papa Diego nun bereits Trainer der Rojiblancos, inklusive einiger großer Titel. Was Giuliano vor zehn Jahren noch nicht wusste: Mit Diego Simeones Engagement in Madrid veränderte sich auch seine eigene Zukunft maßgeblich.

Wirft man nämlich in der Saison 2021/22 einen Blick auf die Akteure in Atleticos zweiter Garde, fällt ein Name in jedem Fall auf: Giuliano Simeone. Aus dem achtjährigen Croissant-Tunker ist ein herausragendes Talent geworden, das nun ebenfalls bei Atleti unter Vertrag steht.

Der heute 18 Jahre alte Angreifer wurde in Italien geboren, begann seine Karriere mit nur vier Jahren noch in Argentinien. Seit 2019 lebt Giuliano nun in Spanien, zuvor hatte er seinen Vater sporadisch in Madrid besucht. Von seinem damaligen Klub River Plate wechselte er direkt zu Atletico - und begeisterte auf Anhieb: Fünf Treffer gelangen ihm in seinen ersten fünf Spielen für die U19.

Lob prasselte auf den Offensivspieler ein. Von "jemandem, der auf dem Platz alles zeigt, was man sehen will" bis hin zu "einem Spieler mit unfassbarem Potenzial" - all diese Phrasen waren rund um Giuliano Simeone zu hören. Mittlerweile geht er - mit der Nummer 10 auf dem Rücken - hauptberuflich für die zweite Mannschaft der Rojiblancos auf Torejagd. In der Vorbereitung auf die laufende Saison lief er aber auch schon für die Mannschaft seines Vaters auf.

Atletico Madrid: Namhafte Konkurrenz für Simeone Junior

Weil er dabei überzeugte, stand der 18-Jährige auch schon viermal im Kader für ein LaLiga-Spiel, für eine Einsatzminute reichte es allerdings noch nicht. Immerhin hat Papa Diego mit Luis Suarez, Antoine Griezmann, Joao Felix, Angel Correa und Matheus Cunha auch geballte Offensivqualität zur Auswahl.

Tante und Beraterin Natalia erklärt den Spielstil des Teenagers so: "Er ist ein echter zentraler Stürmer, auch wenn er mehr wie eine Nummer 7 auf mich wirkt." Antoine Griezmann diente Giuliano zu dessen ersten Atletico-Zeit als Vorbild, auch von Lautaro Martinez (Inter Mailand) oder Liverpools Roberto Firmino versucht er sich nach eigenen Angaben einige Dinge abzuschauen.

Bei allem Lob - welche Rolle er in den Planungen seines Vaters spielt, ist noch ungewiss. Die Konstellation, seinen Sohn zu trainieren, löste bei Diego Simeone in Bezug auf Giulianos Bruder Giovanni einst allerdings keine Jubelstürme aus.

Atletico: Simeone schloss eine Vater-Sohn-Kombination einst noch aus

"Gio (Giovanni Simeone, Anm. d. Red.) hat alles, um bei mir zu spielen, aber das wird leider nie passieren. Es ist sehr schwer, sein eigenes Kind in der Kabine zu haben, für ihn, für mich und auch wegen des Verhältnisses zu anderen Spielern", sagte Diego Simeone im Jahr 2018, als ein Gerücht über das Interesse Atletis an Giovanni Simeone (damals Florenz, Anm. d. Red.) die Runde machte.

Dreieinhalb Jahre später ist genau dieser Fall eingetroffen, wenngleich mit einem anderen Sprössling. Und seinen Ursprung hat das bei jenem Frühstück in Mar del Plata 2011.

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