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Fussball

Andri Gudjohnsen bei Real Madrid: "Mini-Haaland", Legende als Lehrmeister und großes Erbe

Von Stanislav Schupp
Andri Gudjohnsen (l.) im Duell mit Lukas Klostermann im WM-Quali-Spiel zwischen Island und Deutschland (0:4) im September 2021.

Andri Gudjohnsen ist nach Großvater Arnor und Vater Eidur die dritte Generation der berühmten Stürmer-Familie. Während Letzterer mit Barca große Erfolge feierte, macht der Junior in der Reserve des Erzrivalen Real Madrid auf sich aufmerksam - und könnte demnächst sogar für die Ancelotti-Elf auflaufen.

Mit 17 Torbeteiligungen (zehn Treffer, sieben Assists) in bislang zehn Spielen ist Karim Benzema so etwas wie die Lebensversicherung für Real Madrid. Im Hintergrund arbeitet der Rekordmeister derweil weiter an einer Verstärkung und möglichem Erben für den 33-jährigen Franzosen - namentlich Landsmann und PSG-Star Kylian Mbappe.

Auch der Name von BVB-Angreifer Erling Haaland schwirrt weiterhin in der spanischen Hauptstadt umher.

Zwischen all den großen Namen dringt ein weiterer derzeit in den königlichen Vordergrund. Einer, der historisch klangvoll ist. Im Vergleich zu den zwei Madrider Zukunftsvisionen könnte Andri Gudjohnsen schon in der laufenden Spielzeit für das Starensemble um Benzema wirbeln.

Gudjohnsen: Großes Erbe und Mega-Quote im Nachwuchs

Bei Real ist Gudjohnsen nämlich bereits. Der Sohn von Ex-Stürmer-Star Eidur Gudjohnsen, der pikanterweise zwischen 2006 und 2009 seine Schuhe für den Erzrivalen FC Barcelona schnürte und mit den Katalanen unter anderem die Champions League gewann, stürmt aktuell für die Castilla, die Zweitvertretung der Madrilenen.

Wie sein Vater, spielte auch Gudjohnsen junior schon für die Blaugrana. In der berühmten Talentschmiede La Masia begann der 19-jährige Angreifer nämlich seine fußballerische Ausbildung. Doch bereits im Alter von elf Jahren war das Abenteuer Barca für den gebürtigen Londoner, der zu Eidurs Chelsea-Zeit zur Welt kam, Geschichte.

Über den kleinen katalanischen Verein CF Gava landete Gudjohnsen junior bei Barcas Stadtrivalen Espanyol, wo er sich ins Real-Visier spielte und sich schließlich im Alter von 16 Jahren 2018 dem Blancos-Nachwuchs anschloss. Um den Rechtsfuß trotz anderer Angebote nach Madrid zu locken, lotste Real auch seinen mittlerweile 15-jährigen Bruder Daniel zu sich.

Bei Real startete Andri dann so richtig durch, schoss in 29 Spielen für die U17 satte 31 Tore und erarbeitete sich schnell den Ruf als eines der größten Sturmtalente Europas.

Raul als Lehrmeister und Haaland-Vergleiche

Zur Belohnung durfte der Teenager mit 16 bereits in der U18 trainieren. Dort leitete seinerzeit niemand Geringeres als Vereinsikone Raul die Geschicke. Der 44-Jährige ist es auch, der Gudjohnsen heute in der Reserve coacht.

Bei der Castilla, zu deren Kader Gudjohnsen seit dieser Saison zählt, machte er sich ebenfalls bereits einen Namen: Ein Tor und ein Assist stehen nach fünf Einsätzen zu Buche.

Während sein Vater neben der Position in vorderster Front auch auf den Außen und hinter den Spitzen agierte, ist Andri Gudjohnsen ein klassischer Neuner. Der Angreifer besticht durch sein körperbetontes Spiel, seine Dynamik und einen ausgesprochenen Zug zum Tor.

Diese Eigenschaften gepaart mit seiner optischen Erscheinung ließen bereits erste Vergleiche mit Reals Wunschobjekt Haaland laut werden.

Gudjohnsen auf Reals CL-B-Liste: Winkt bald das Profi-Debüt?

Dass man bei Real jetzt schon große Stücke auf Gudjohnsen hält, zeigt auch die Tatsache, dass der Youngster von Carlo Ancelotti für die B-Liste in der Königsklasse nominiert wurde.

Ein Debüt bei den Profis in der laufenden Saison ist nicht ausgeschlossen. Ancelotti trat in der Vergangenheit allerdings nicht gerade als Förderer von Nachwuchsspielern in Erscheinung. "Er könnte höchstens in der Copa del Rey im Januar eine Chance erhalten", schätzt Goals Real-Korrespondent Mario Cortegana die Situation ein: "Ein Einsatz wäre eher symbolischer Natur, dass Real einem Spieler aus der eigenen Jugendakademie das Profidebüt ermöglicht."

Für derartige Pokalspiele sei der Kader der Madrilenen jedoch mit Akteuren wie Mariano Diaz oder Luka Jovic, die meistens außen vor sind, breit genug aufgestellt.

Furiose Länderspielwochen, Papa als Co-Trainer

Bis es soweit ist, kann Gudjohnsen neben Castilla-Einsätzen bei der isländischen Nationalmannschaft Spielpraxis auf höchstem internationalen Niveau sammeln.

Nachdem er bereits in der U17 (zehn Tore in 19 Spielen) und U19 (vier Tore in zehn Spielen) für Furore gesorgt hatte, verzeichnete der Stürmer nach vier Einsätzen für die A-Nationalmannschaft bereits zwei Treffer.

Auch bei den Skandinaviern hat Gudjohnsen einen ganz besonderen Mentor - nämlich seinen Vater. Eidur fungiert dort nämlich als Co-Trainer.

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