-->
Cookie-Einstellungen
Fussball

Kommentar zum FC Barcelona und Lionel Messi: Bartomeu muss schleunigst zurücktreten

Josep Maria Bartomeu ist seit 2014 Präsident des FC Barcelona.

Präsident Josep Maria Bartomeu vom FC Barcelona steht schon seit Jahren in der Kritik. Nach Lionel Messis Vorwürfen der Planlosigkeit und des Wortbruchs muss er schleunigst zurücktreten. Ein Kommentar von SPOX-Reporter Nino Duit.

"Messi will seine Karriere in Barcelona beenden", log Präsident Josep Maria Bartomeu wenige Tage nach dem Debakel gegen den FC Bayern München im Champions-League-Viertelfinale und wenige Tage vor Messis öffentlich geäußertem Abschiedswunsch bei BarcaTV. Und dann sagte er noch: "Er ist Teil unseres Projekts."

Das kann Messi nach eigener Auskunft aber allein aus dem Grund nicht sein, weil ein solches Projekt gar nicht existiert. "In Wahrheit gab es für lange Zeit kein Projekt oder sonst irgendetwas. Sie machten halbe Sachen und ließen viel Zeit sinnlos verstreichen", klagte Messi im Interview mit SPOX und Goal. Sie, das ist das Präsidium um Bartomeu.

Aus mangelnder Perspektive will Messi den Klub seit einem Jahr verlassen, was er gegenüber Bartomeu auch so kommuniziert haben will. Dieser soll ihm unabhängig von der unterschiedlich interpretierbaren Ausstiegsklausel einen ablösefreien Wechsel zugesichert, das Versprechen nun jedoch gebrochen haben. "Am Ende hat er sein Wort nicht gehalten", sagte Messi, der nur deswegen in Barcelona bliebt, weil er sich mit seinem Jugendklub nicht vor Gericht streiten will.

In aller Öffentlichkeit wirft der sonst so medienscheue beste Fußballer der Vereinsgeschichte seinem Präsidenten also Planlosigkeit und Wortbruch vor. Es sind nur die neuesten einer Reihe von heftigen Anschuldigungen an Bartomeu, der bei einem Großteil der Klub-Beobachter und Fans ohnehin seit Jahren in der Kritik steht. Jetzt muss er schleunigst zurücktreten, ehe er bei der bereits vorgezogenen Präsidentschaftswahl im März aus dem Amt befördert wird.

Bartomeu bei Barca: Seit dem Triple 2015 ging es bergab

Bartomeu übernahm 2014 den Präsidentenposten und gewann 2015 das Triple. Seitdem geht es unter seiner Ägide mit Barcelona jedoch bergab: sowohl sportlich als auch wirtschaftlich und vor allem imagetechnisch. Unter Bartomeu wurde der für seinen spektakulären Fußball weltweit geachtete Klub zu einer zerstrittenen Lachnummer.

Exemplarisch dafür steht in vielerlei Hinsicht das 2:8 gegen den FC Bayern, nach den Niederlagen gegen die AS Rom und den FC Liverpool Barcelonas drittes Debakel in der Champions League nacheinander. Die Startelf gegen den FC Bayern war im Durchschnitt 29,9 Jahre alt und damit ein Beleg für den verpassten Umbruch und die verkorkste Transferpolitik. Statt konsequent eine neue Mannschaft aufzubauen, kaufte Bartomeu pro Jahr einen teuren Offensivstar.

2017 kam Ousmane Dembele für 138 Millionen Euro, 2018 Philippe Coutinho für 145 und 2019 Antoine Griezmann für 120. Ihre Rollen beim Spiel gegen den FC Bayern? Dembele saß 90 Minuten auf der Bank, Griezmann wurde eingewechselt und Coutinho erzielte zwei Tore - jedoch für den FC Bayern. Keiner der Königstransfers verstärkte Barcelona. Zusammen stürzten sie den Klub aber in eine wirtschaftliche Krise, die ihm nun die nötigen Ressourcen für einen ordentlichen Umbruch verwehrt.

Bartomeu wurde von der Polizei angeklagt

Um seine eigene Person zu stärken, soll Bartomeu unterdessen offenbar versucht haben, beliebte Barcelona-Helden hinterrücks zu beschädigen. Enthüllungen des Radiosenders Cadena SER vom April zufolge habe Bartomeu das Unternehmen "I3 Ventura" für eine Millionensumme beauftragt, ehemalige und aktuelle Vereinsmitarbeiter wie Messi, Pep Guardiola oder Xavi Hernandez gezielt in sozialen Medien zu diffamieren.

Sechs der 19 Klubdirektoren traten damals umgehend zurück und forderten Bartomeus Rücktritt. Laut der Zeitung El Mundo erhob die katalanische Polizei in diesem Fall mittlerweile Anklage gegen Bartomeu. Außerdem wird ihm vorgeworfen, sich persönlich an Verträgen für den Klub bereichert zu haben.

Die kreischendsten Vorwürfe sind aber die des besten Fußballers der Vereinsgeschichte - aus Barcelonas Sicht lässt sich nur hoffen, dass es auch die letzten vor seinem Rücktritt sind.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung