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Fussball

Blaues Auge für Barca

Von SPOX
Lionel Messi (r. gegen Caceres) konnte sich nicht wie gewohnt durchsetzen
© Getty

Tabellenführer FC Barcelona kam am 28. Spieltag der Primera Division nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus. Barca bestimte die erste Halbzeit, wurde nach dem Wechsel aber regelrecht überrollt. Bei Madrids ungefährdetem 2:0-Sieg gegen Alicante war Benzema der Erfolgsgarant, auch Özil glänzte.

FC Sevilla - FC Barcelona 1:1 (0:1)

Tore: 0:1 Krkic (30.), 1:1 Navas (49.)

Sevilla musste auf den verletzten Stammkeeper Palop verzichten. Für ihn stand Javi Varas zwischen den Pfosten. Sevillas Trainer Gregorio Manzano wählte eine defensive Aufstellung. Bei Ballbesitz Barca formierte sich das 4-2-3-1 zu einem 4-4-1-1 mit zwei dicht gestaffelten Viererketten um.

Barca bestimmte die komplette erste Halbzeit gegen ängstlich wirkende Andalusier, die sich mit acht Mann am eigenen Strafraum verbarrikadierten und teilweise eine Sechser-Abwehrkette bildeten.

Messi-Tor nicht gegeben

Barca kam auf 75 Prozent Ballbesitz vor der Pause, fand aber kaum ein Mittel, den Sevilla-Beton zu sprengen. Einem Freistoß-Tor von Lionel Messi verweigerte Schiedsrichter Perez Lasa die Anerkennung (8.). Der Referee erkannte fälschlicherweise ein Foulspiel von Sergio Busquets, der einen Sevilla-Spieler in der Mauer weggesperrt haben soll.

In der 30. Minute blitzte die Barca-Genialität auf - und schon fiel das Tor. Andres Iniesta hebelte die gesamte Abwehr der Gastgeber mit einem Pass auf Dani Alves aus, Bojan Krkic, der für den verletzten Pedro bereits nach 13 Minuten eingewechselt worden war, vollstreckte nach Alves' Querpass zum 0:1.

Manzano brachte mit Frederic Kanoute einen zweiten Stürmer. Sevilla war auf einmal präsent und drängte Barca in die Defensive. Jesus Navas schloss einen klasse Angriff über Ivan Rakitic, Kanoute und Alvaro Negredo mit seinem ersten Saisontor zum Ausgleich ab (49.).

Iniesta trifft die Latte

Sevilla blieb am Drücker und erarbeitete sich viele Torchancen. Die beste vergab Navas, als er aus kurzer Distanz an Barca-Torhüter Victor Valdes scheiterte (74.).

Barca verlor den Faden und fand ihn erst in der Schlussphase wieder. Iniesta traf erst die Latte (85.) und in der Nachspielzeit rettete Gary Medel für Sevilla ebenfalls nach einem Iniesta-Schuss auf der Linie.

Sevilla verdiente sich den Punkt durch eine atemberaubende zweite Halbzeit. Barcas Vorsprung auf Real Madrid beträgt jetzt nur noch fünf Punkte.

Spieler des Spiels: Alvaro Negredo. In Hälfte eins fehlte Sevillas Stürmer die Unterstützung der Kollegen. Mit der Einwechslung von Kanoute drehte Negredo am großen Rad. Er bereitete das 1:1 glänzend vor, spulte jede Menge Kilometer ab und setzte seinen bulligen Körper immer wieder erfolgreich gegen die Barca-Verteidiger ein.

Real Madrid - Hercules Alicante 2:0 (1:0)

Tore: 1:0, 2:0 Benzema (24., 56.)

Real-Trainer Mourinho schonte Ronaldo, Xabi Alonso, Pepe und Khedira für das Champions-League-Spiel gegen Lyon, Özil hingegen stand in der Startelf. Die Gäste mussten auf den verletzten Torjäger Trezeguet (10 Tore) verzichten, der Ex-Dortmunder Valdez saß nur auf der Bank.

Der Favorit aus der Hauptstadt erwischte einen ordentlichen Beginn, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden. Einmal tauchte Di Maria gefährlich vor dem Tor auf, sein Querpass fand aber keinen Mitspieler (6.).

Traumpass von Özil

Die beste Gelegenheit der Anfangsphase hatte Granero, als er einen 19-Meter-Freistoß hauchdünn über den Querbalken schlenzte. Quasi im Gegenzug setzte Paramot einen Kopfball aus vielversprechender Position drüber.

Wie schon in den letzten Wochen, brachte Özil die Königlichen mit einem Zuckerpass auf Kurs. Sein steiler Ball fand Arbeloa, der die Kugel perfekt auf Benzema zurücklegte. Der Franzose bedankte sich und schob artig ein (24.).

Das 1:0 war der Startschuss für Real, von nun an drehten die Gastgeber auf. Özil verpasste es kurz später, rechtzeitig abzuschließen, in der 28. Minute zwang Adebayor Gäste-Keeper Calatayud nach einer Maßflanke von Arbeloa zu einer Glanzparade.

Casillas rettet doppelt

Dann gönnte sich Madrid eine kurze Verschnaufpause, das wäre den Königlichen fast zum Verhängnis geworden. Doch sowohl Thomert mit einem Volley-Hammer als auch Kiko mit einem unplatzierten Bolzer scheiterten am hervorragend reagierenden Casillas (37.).

Unmittelbar nach der Pause schockte Adebayor nach einem feinen Pass von Di Maria die Gäste, als er das Spielgerät mit Wucht an den Querbalken klatschen ließ. Madrid war in dieser Phase hochkonzentriert und ließ keine Form der Gegenwehr zu.

Benzema belohnte die Königlichen dafür mit seinem zweiten Tor. Von links zog er nach einem tollen Seitenwechsel von Di Maria zur Mitte, ließ Gegenspieler Paz mit einem einfachen Haken aussteigen und drosch die Kugel aus spitzem Winkel ins lange Eck (56.).

Khedira: Einwechslung und Riesenchance

In der Folgezeit präsentierten sich die Madrilenen souverän und agierten nicht annähernd so leichtfertig in der Defensive wie noch nach dem ersten Treffer von Benzema. Alicante konnte der königlichen Kombinations-Maschinerie im zweiten Durchgang nicht mehr viel entgegensetzen.

Özil hätte seinen überzeugenden Auftritt krönen können, als er aus 30 Metern zum Freistoß antrat. Doch sein unplatzierter Flatterball wurde von Calatayud mit einer Faust entschärft (74.). Kurz darauf scheiterte auch Khedira, der nach einer Rettungstat von Calatayud gegen Adebayor eigentlich freie Schussbahn hatte. Er verfehlte das Tor aus neun Metern um wenige Zentimeter.

Madrid ließ weiterhin nichts anbrennen und spielte die Partie locker zu Ende. Benzema und Adebayor scheiterten in der Schlussphase jeweils aus bester Position (80. und 88.) am sensationell parierenden Calatayud.

Spieler des Spiels: Karim Benzema. Der Franzose wird langsam aber sicher zum Goalgetter. Sechs Tore in den letzten drei Ligaspielen, diesmal glänzte er auch als Kämpfer und Passgeber. Dabei wurde er bei Real schon beinahe verflucht, als er sich zunächst als unzureichender Ersatz für den verletzten Higuain entpuppte. Im Winter wurde Adebayor als Heilsbringer geholt, der mit zwei Toren bislang unter seinen Möglichkeiten blieb. Aber seit der Togolese in Madrid kickt, netzte Benzema bereits neunmal ein. Ebenfalls überragend: Gäste-Keeper Calatayud.

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