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Fussball

Vier Schützen und drei Fehlschüsse: Als Inter Mailand in einem Spiel vier Elfmeter bekam

Von GOAL
Lothar Matthäus verschoss in einem denkwürdigen Spiel gegen Verona einen der vier Elfer für Inter.

Vier Strafstöße mit vier unterschiedlichen Schützen für ein Team? Was nach Elfmeterschießen klingt, gelang Inter Mailand 1991 in 90 Minuten.

Vier Elfmeter für ein und dieselbe Mannschaft in einem Spiel? Wenn so etwas heute passieren würde, wäre es wahrscheinlich tagelang das Gesprächsthema Nummer eins. In den sozialen Medien würden die Szenen hoch- und runterlaufen und jeder hätte seine ganz eigene Meinung.

Doch um die Geschichte von diesem Elfmeterschießen der besonderen Art zu erzählen, müssen wir mehr als 30 Jahre zurückgehen. Die Serie-A-Spielzeit 1991/92 hat gerade begonnen: Sampdoria Genua geht als Titelverteidiger in die Saison und hat mit der AC Mailand unter Neu-Trainer Fabio Capello sowie Giovanni Trapattonis Juventus harte Konkurrenz.

Auch Inter Mailand nimmt die Meisterschaft in Angriff, startet jedoch mit einem überraschenden Remis gegen Aufsteiger Foggia in die Saison. Nachdem das Team um die deutschen WM-Helden Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann und Andreas Brehme gegen die AS Rom den ersten Saisonsieg feiern konnte, empfängt man am dritten Spieltag Verona im San Siro.

Schiedsrichter der Partie war Arcangelo Pezzella. Der Unparteiische aus Frattamaggiore, der 1983 sein Debüt in der Serie A gab, hatte erst in der Vorsaison das Finale der Coppa Italia geleitet. An diesem Tag sollte er in die Geschichte eingehen.

Inters "Elfmeterschießen": Matthäus und Brehme vergeben

Dass es kein gewöhnliches Spiel werden würde, wurde schon nach etwas mehr als einer Minute klar: Inters Alessandro Bianchi drang in den Strafraum ein und wurde von Verteidiger Paolo Piubelli zu Fall gebracht: Pezzela zeigte auf den Punkt.

Matthäus, sonst als sicherer Schütze bekannt, schnappte sich die Kugel und entschied sich für einen zu unplatzierten Gewaltschuss, den Torhüter Attilio Gregori parieren konnte. Doch dabei sollte es nicht bleiben, denn kurz vor der Pause folgt der nächste Elfmeterpfiff für Inter. Diesmal war es Nicola Berti, der von Stefano Tommasi gefoult worden war.

Nächster Strafstoß, nächster Schütze: Brehme, der sich mit seinem entscheidenden Schuss im WM-Finale 1990 gegen Argentinien unsterblich gemacht hatte, trat an - und auch er verschoss, hatte jedoch noch Glück im Unglück. So konnte Gregori zwar zunächst parieren, bei Stefano Desideris Nachschuss war er jedoch chancenlos und so stand es zur Pause 1:0 für die Nerazzurri.

Als Inter Mailand vier Elfmeter zugesprochen kam

20 Minuten dauerte es nach Wiederanpfiff, bis erneut Schiedsrichter Pezzella im Fokus stand. Klinsmann war nach einem Foul von Ezio Rossi im Strafraum zu Boden gegangen und bescherte seinem Team den dritten Versuch aus elf Metern.

Massimo Ciocci, der erst in der Pause eingewechselt worden war, durfte sich als nächster versuchen. Sein Schuss sollte jedoch zum negativen Highlight dieses "Elfmeterschießens" werden und landete direkt in der legendären Curva Nord.

Sein Ärger über den Fehlschuss hielt jedoch nicht lange an, denn zwei Minuten vergingen und es gab erneut einen Elfmeter: Diesmal gab es keine Zweifel, weil Piubelli im Strafraum ein absurdes Handspiel begangen hatte. Und so durfte mit Desideri der vierte Schütze zum Strafstoß antreten.

Desideri trifft im vierten Versuch

"Er war bisher der Einzige, der ein Tor geschossen hat, vielleicht schafft er es ja auch vom Elfmeterpunkt", muss Trainer Orrico gedacht haben, als er sich für den Torschützen des 1:0 entschied - und der Plan sollte aufgehen: Desideri setzte den Ball genau an den Innenpfosten, er ließ dem Hellas-Schlussmann keine Chance.

Ist das genug Dramatik? Nicht ganz. In der 88. Minute entschied Pezzella ein fünftes Mal auf Strafstoß - zum ersten Mal dabei für Verona. Florin Raducioiu war über ein Mailänder Bein gestolpert, doch als der Schiedsrichter den Hinweis erhielt, dass der Rumäne sich dabei im Abseits befunden hatte, machte er seine Entscheidung rückgängig.

Und so blieb es beim 2:0, doch auch vier Elfmeter waren mehr als genug, um in die Fußballgeschichte einzugehen.

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