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Fussball

Vom Arthur-Pjanic-Deal bis zu Fragen zu Ronaldos Verkauf: Könnte Juventus erneut der Zwangsabstieg drohen?

Von Mark Doyle
Juventus Turin droht ein erneuter Zwangsabstieg.

Was könnte den Klubs drohen, wenn sie für schuldig befunden werden?

Nach Ansicht von Marco Donzelli, Präsident von CODACONS, dem italienischen Verband für den Schutz der Verbraucherrechte, könnte Juventus 15 Jahre nach "Calciopoli" erneut absteigen und Meistertitel aberkannt bekommen.

"Die Anklage ist schwerwiegend und wirft ein düsteres Licht auf die letzten Fußballmeisterschaften, auch weil es in den letzten Jahren eine echte Juventus-Dominanz gab, die im vergangenen Jahr zu Ende ging", erklärte Donzelli und spielte damit auf die Tatsache an, dass die Bianconeri zwischen 2012 und 2020 neun Titel in Folge in der Serie A gewannen.

Donzelli weiter: "Sollte sich Juventus mit derartigen Operationen unrechtmäßig einen Vorteil gegenüber konkurrierenden Vereinen verschafft haben, wäre die Rechtmäßigkeit der letzten Fußballmeisterschaften nicht mehr gegeben und der Verband und die Wettbewerbsbehörde müssten eingreifen und die Verantwortlichen bestrafen. Über die individuelle Verantwortung hinaus wird der Verein nicht von der Bestrafung ausgenommen sein."

Man werde beim Kartellamt und bei der Bundesanwaltschaft eine Beschwerde einreichen, führte Donzelli aus. Darin wolle man "den Abstieg von Juventus in die Serie B und die Aberkennung der letzten Meistertitel fordern".

Es ist erwähnenswert, dass diese Affäre bereits Präzedenzfalle hat: Sowohl gegen die AC Mailand als auch gegen den Stadtrivalen Inter wurde 2008 wegen angeblicher finanzieller Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Kapitalgewinnen ermittelt, aber keiner der beiden Vereine wurde bestraft - auch hier wegen der Schwierigkeit, den wahren Marktwert eines Spielers zu ermitteln.

Im Jahr 2018 wurden Cesena jedoch drei Punkte wegen wiederholter Verstöße gegen die Plusvalenza-Regeln abgezogen.

Was passiert als nächstes?

Erstens ist es klar, dass das System dringend reformbedürftig ist. Eine COVISOC-Quelle erklärte ANSA: "Das Phänomen der falschen Abrechnungen kann die Vereine in eine schwere Krise stürzen und beeinträchtigt das italienische Fußballsystem."

FIGC-Präsident Gabriel Gravina ist sich des Problems seit langem bewusst und begrüßt die Tatsache, dass es nun von mehreren Behörden von innerhalb und außerhalb des Fußballs in Angriff genommen wird.

Das Problem der Kapitalgewinne zu lösen, wird allerdings nicht einfach sein. Es ist schwierig, eine unfehlbare Methode zur Bestimmung des wahren Wertes eines Spielers zu finden. "Ich sehe so viele Wissenschaftler, aber etwas so Subjektives lässt sich nicht in einen Algorithmus übertragen", sagte Gravina hierzu.

Der FIGC-Chef wies auch zurecht darauf hin, dass die falsche Rechnungslegung ein Produkt des kaputten Finanzmodells des Fußballs ist, das durch die von der Pandemie verursachte Wirtschaftskrise brutal offengelegt wurde.

In ihrer Verzweiflung, die exorbitanten Kosten für die Spielergehälter zu decken, gehen einige Vereine Risiken ein, sparen an der falschen Stelle oder, schlimmer noch, brechen Regeln. Wie Gravina es ausdrückte, "sind die Arbeitskosten nicht mehr tragbar".

Wann werden die Untersuchungen abgeschlossen sein?

Bei Juventus wurden Cerrato und der Leiter der U23-Auswahl, Giovanni Manna, bereits von der Turiner Staatsanwaltschaft befragt, während Cherubini und Maurizio Arrivabene als "über den Sachverhalt informierte Personen" befragt wurden.

Re und Bertola wurden ebenfalls vorgeladen, verweigerten aber nach Angaben des Corriere della Sera die Beantwortung von Fragen.

Es ist noch nicht bekannt, ob Agnelli, Paratici und Nedved befragt werden sollen. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die Ermittlungen innerhalb der nächsten zwei Wochen abgeschlossen werden können.

Laut zwei Juventus-Direktoren, deren Gespräche von den Abhörgeräten aufgezeichnet wurden, war "nur Calciopoli noch schlimmer als das". Bald werden wir wissen, ob das stimmt.

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