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Fussball

Vom Arthur-Pjanic-Deal bis zu Fragen zu Ronaldos Verkauf: Könnte Juventus erneut der Zwangsabstieg drohen?

Von Mark Doyle
Juventus Turin droht ein erneuter Zwangsabstieg.

Gegen wen genau wird ermittelt?

Gegen den Präsidenten von Juventus Turin, Andrea Agnelli, den stellvertretenden Vorsitzenden Pavel Nedved, den Finanzchef Stefan Cerrato, den ehemaligen Geschäftsführer Fabio Paratici (jetzt bei Tottenham), den ehemaligen Finanzchef Stefano Bertola und seinen Vorgänger Marco Re.

Die Turiner Staatsanwaltschaft gab am 27. November eine Erklärung ab, in der es heißt: "Seit heute Nachmittag führen Fahnder der Guardia di Finanza auf Anweisung der Staatsanwaltschaft lokale Durchsuchungen in den Geschäftsräumen des Juventus Football Club Spa in Turin und Mailand durch."

"Die mit den Ermittlungen beauftragten Finanzbeamten der Wirtschafts- und Finanzpolizei von Turin wurden beauftragt, Unterlagen und andere nützliche Dinge zu finden, die sich auf die in den Jahren 2019 bis 2021 genehmigten Jahresabschlüsse des Unternehmens beziehen, sowohl in Bezug auf den Kauf und Verkauf von Rechten an den sportlichen Leistungen der Spieler als auch auf die regelmäßige Erstellung von Jahresabschlüssen."

"Derzeit zielen die Aktivitäten darauf ab, das Verbrechen falscher Mitteilungen von börsennotierten Unternehmen und die Ausstellung von Rechnungen für nicht existierende Transaktionen gegenüber dem Top-Management und den Managern der Geschäfts-, Finanz- und Sportmanagementbereiche zu ermitteln."

"Untersucht werden verschiedene Transfers von Profispielern und die Dienstleistungen einiger Vermittler, die an den entsprechenden Vermittlungen beteiligt sind."

Wie hat Juventus auf die Ermittlungen reagiert?

Juve hat prompt ein offizielles Statement zu dem vorliegen Fall veröffentlicht.

Darin heißt es, man werde in jeglicher Form kooperieren und sei überzeugt, "in Übereinstimmung mit den Gesetzen und Vorschriften für die Erstellung von Finanzberichten, in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsgrundsätzen und im Einklang mit der internationalen Praxis in der Fußballbranche und den Marktbedingungen gehandelt zu haben."

John Elkann, CEO von EXOR, das eine Mehrheitsbeteiligung an Juventus hält, äußerte sich indes am 30. November im Gespräch mit Reportern wiefolgt: "Der Verein hat sich bereits zu den laufenden Ermittlungen geäußert, er arbeitet mit den Ermittlern zusammen und ist zuversichtlich, Licht in die Angelegenheit zu bringen."

Vizepräsident Nedved dementierte derweil, dass sich Juve in ernsthaften Schwierigkeiten befinde und wies zudem Gerüchte zurück, wonach er und Agnelli ihre Ämter möglicherweise würden abgeben müssen: "Ich denke nicht", entgegenete der Tscheche am Dienstag vor dem Ligaspiel gegen Salernitana bei DAZN auf eine entsprechende Frage.

Er fügte an: "Wir haben eine sehr klare Erklärung abgegeben, in der auch Präsident Agnelli seine Sicht schilderte. Er hat mit dem Team, den Mitarbeitern und auch mit dem Mehrheitsaktionär John Elkann gesprochen. Ich glaube nicht, dass es richtig ist, all dem etwas hinzuzufügen."

Der ehemalige Sportdirektor von Juventus Turin, Luciano Moggi, der 2006 im Mittelpunkt des Calciopoli-Skandals stand, behauptete zudem, die Ermittlungen seien nichts anderes als eine weitere Hexenjagd: "Juventus anzugreifen, ist jetzt wirklich ein Nationalsport", sagte er notizie.com.

Welche Rolle spielt Cristiano Ronaldo?

Angaben der Gazzetta zufolge könnte auch Ronaldo von den Ermittlern befragt werden, um mehr über eine angeblich getätigte "geheime Zahlung" an den portugiesischen Superstar herauszufinden.

Mehrere italienische Nachrichtenagenturen berichten, dass während eines abgehörten Gesprächs zwischen Rechtsanwalt Cesare Gabasio und Juventus-Direktor Federico Cherubini ein "berühmtes Dokument, das theoretisch nicht hätte existieren dürfen", erwähnt wurde.

Die Ermittler haben bisher keinen Hinweis auf dieses Dokument in den Büchern von Juve gefunden. Und aktuell gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass Ronaldo, der letzten Sommer von Juve zu Manchester United wechselte, irgendetwas Unrechtes getan haben könnte. Laut Gazzetta ist es aber dennoch möglich, dass die Turiner Staatsanwaltschaft eine Klarstellung von dem 36-jährigen Stürmer einfordert.

Der Corriere della Sera berichtet indes, dass Ronaldos Berater Jorge Mendes stattdessen befragt werden könnte und möglicherweise nach der Weihnachtspause vorgeladen wird, da das geheimnisvolle Dokument nicht direkt mit der Plusvalenza-Untersuchung in Verbindung steht.

Darüber hinaus teilte Juventus am Donnerstagabend mit, dass die Turiner Staatsanwaltschaft auch den Wechsel Ronaldos ins Old Trafford kurz vor Schließung des Sommertransferfensters untersucht.

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