Fussball

Serie A wegen Coronavirus bis April ausgesetzt: "Die Tifosi müssen das akzeptieren"

SID
Es war das vorerst letzte Spiel in der Serie A: Das Spitzenspiel am Sonntagabend zwischen Juventus und Inter wurde wegen des Coronaviurs unter Ausschluss der Öffentlichtkeit ausgetragen.

Um die fortschreitende Ausbreitung des Coronavirus in den Griff zu bekommen, hat Italien die Sperrmaßnahmen auf das gesamte Land ausgeweitet. Betroffen davon sind auch sämtliche Mannschaftssportwettbewerbe.

Köln/Rom (SID) Italiens Sport kommt zum Erliegen, das Coronavirus hat das Land fest im Griff: Italien hat die Sperrmaßnahmen vorläufig bis zum 3. April auf das gesamte Staatsgebiet ausgeweitet. In dieser Zeit ist auch der Sport davon betroffen. Alle Mannschaftswettbewerbe werden ausgesetzt - unter anderem die höchste Fußball-Liga Serie A, die zuletzt bereits nur noch Geisterspiele absolviert hatte. Diese Entscheidung gab Italiens Nationales Olympisches Komitee (CONI) am Montagabend bekannt.

"Es gibt keinen Grund, die Sportveranstaltungen fortzusetzen, und ich denke dabei an die Fußballmeisterschaft. Es tut mir leid, aber alle Tifosi müssen das akzeptieren", erklärte auch der italienische Premierminister Giuseppe Conte am Montagabend. Ob die Spiele der Champions League und der Europa League ebenfalls betroffen sind, erläuterte Conte nicht.

Ebenfalls unklar blieb zunächst, was diese Entscheidung für die italienische Fußball-Nationalmannschaft bedeutet. Am 31. März soll der viermalige Weltmeister Testspielgegner Deutschlands in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft sein. Allerdings steht hinter der Austragung dieses Spiels bereits seit einigen Tagen ein großes Fragezeichen. Die Stadt Nürnberg hatte sich dafür ausgesprochen, die Partie abzusagen oder als Geisterspiel zu absolvieren.

Italiens Sportminister kritisiert Austragung von Juve gegen Inter

CONI teilte mit, dass internationale Wettbewerbe, sowohl für Vereine als auch für Nationalmannschaften, die nicht in die Zuständigkeit des Italienischen Nationalen Olympischen Komitees fallen, durch diese Entscheidung des Nationalen Olympisches Komitees nicht tangiert seien.

Italien hat nach China die höchste Zahl an nachgewiesenen Covid-19-Toten. Die Zahl der Todesopfer in Italien kletterte bis Montagabend auf 463. Mehr als 9000 Menschen sind infiziert.

Erst am Sonntag hatte das Spitzenspiel in der Serie A zwischen Juventus Turin und Inter Mailand stattgefunden - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dies kritisierte unter anderem Italiens Sportminister Vincenzo Spadafora scharf. "Die Fußballwelt fühlt sich gegen die Ansteckungsgefahr immun, man spricht nur von Geld", sagte er und drohte mit politischem Eingreifen: "Ich habe Vertrauen in den Fußballverband und werde noch bis Dienstag warten. Wenn der Fußball nicht seine Verantwortung übernimmt, wird es die Regierung tun."

Diesen Worten ließ die Regierung Taten folgen. Italien ist das erste Land, das diesen drastischen Schritt geht. Betroffen vom Coronavirus ist aber der Sport weltweit. Auch in Deutschland erscheinen Geisterspiele immer wahrscheinlicher. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Empfehlung ausgesprochen, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen. In letzter Instanz entscheiden in Deutschland die jeweiligen Gesundheitsämter.

Diese könnten unterschiedliche Entscheidungen fällen: Während das Länderspiel der Handballer am Freitag in Magdeburg gegen die Niederlande zum Geisterspiel oder zumindest vor kleiner Kulisse gespielt werden könnte, fand am Montagabend in Stuttgart das Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga zwischen dem VfB und Arminia Bielefeld statt - vor 54.302 Zuschauern.

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