Fussball

Mario Balotelli droht nach erneutem Rassismus-Eklat mit Spielabbruch

SID
Balotelli wurde erneut Opfer von Rassismus.

Der frühere italienische Nationalspieler Mario Balotelli ist erneut Opfer rassistischer Beleidigungen geworden. Im Erstligaspiel seines Klubs Brescia Calcio bei Hellas Verona (1:2) am Sonntag drohte der exzentrische Stürmer kurz vor der 60. Spielminute damit, das Feld zu verlassen.

Balotelli nahm den Ball in die Hand und schoss ihn in den Block der Verona-Fans. Wütend zeigte er auf seine Ohren - ein Zeichen, dass er Beleidigendes gehört hatte.

Er lief hinter das Tor des Gegners und drohte, das Spiel abzubrechen. Seine Teamkollegen sowie einige Verona-Spieler versuchten, ihn zu beruhigen.

Das Spiel wurde für einige Minuten unterbrochen und schließlich mit Balotelli auf dem Platz fortgesetzt. Affenlaute in den italienischen Stadien sind immer wieder zu hören, Sanktionen gab es bisher kaum. Der italienische Verband hatte zuletzt "Null Toleranz" bei rassistischen Beleidigungen angekündigt.

Veronas Trainer Ivan Juric wollte dagegen nichts gehört haben. "Heute ist nichts passiert. Keine rassistischen Gesänge, überhaupt nichts", sagte er bei Sky Sport: "Rassistischer Missbrauch stößt mich ab, ich werde ständig als dreckiger Zigeuner bezeichnet. Aber heute gab es nichts, nicht einmal ein bisschen, nichts. Etwas anderes zu sagen, ist eine Lüge."

"Wir haben nichts gehört", betonte Veronas Vorstandsvorsitzender Maurizio Setti gegenüber Sky Sport. Verona-Fans seien keine Rassisten: "Wenn es Fälle von Rassismus gibt, verurteilen wir sie als Erster, aber man sollte nicht verallgemeinern und von rassistischen Gesängen und Fans sprechen, wenn von 20.000 Zuschauern vielleicht zwei oder drei etwas sagen."

Diese zwei oder drei werde man jedoch hart bestrafen, sollten sich die rassistischen Anfeindungen bewahrheiten. "Ich habe Balotelli getroffen und mit bei ihm entschuldigt, wenn jemand etwas zu ihm gesagt hat", erklärte Setti.

Brescia-Coach Eugenio Corini schlug sich auf die Seite seines Stürmers: Er selbst habe ebenfalls nichts gehört, "aber wenn der Schiedsrichter das Spiel unterbricht und eine Stadiondurchsage fordert, dann muss etwas passiert sein."

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