Roma verpasst nächsten Rekord

Von SPOX
Die Roma kam beim Gastspiel in Turin nicht über ein 1:1 hinaus und verliert zum ersten Mal Punkte
© getty

Die Roma patzt auswärts in Turin und verpasst damit den Startrekord. Juventus Turin fährt gegen den FC Parma einen klassischen Arbeitssieg ein, während der AC Milan auch gegen den AC Florenz verliert. Der SSC Neapel bleibt weiter erster Verfolger des Tabellenführer. Lazio verliert trotz einer starken Leistung von Klose.

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FC Turin - AS Rom 1:1 (0:1)

Tore: 0:1 Strootman (28.), 1:1 Cerci (63.)

Die Roma trat im Olimpico di Torino lange Zeit alles andere als souverän auf. Zwar diktierten die Gäste das Spiel gegen den Underdog, jedoch gab es statt Angriffen und Tempo viel Ballgeschiebe im Mittelfeld zu sehen. Die Roma war sogar im Glück, als Omar El Kaddouri den Ball nach 19 Minuten nur knapp über das Tor zirkelte.

So musste eine Ecke für den Führungstreffer herhalten. Nach einer schönen Variante über Michael Bradley und Miralem Pjanic gelangte der Ball zu Kevin Strootman, der zum 1:0 einschob (28.). Die Turiner witterten gegen schwache Römer allerdings ihre Chance und kamen nach gut einer Stunde durch Alessio Cerci zu Ausgleich (63.) - es war das erste Gegentor für Morgan de Sanctis seit 774 Minuten.

Trotz Powerplay der Roma in der Schlussphase wollte kein Tor mehr fallen. Der 1960 aufgestellte Rekord von Tottenham Hotspur, dass als bislang einziges Team der Topligen die ersten elf Saisonspiele gewonnen hatte, bleibt dadurch unberührt. Mit drei Punkten Vorsprung rangiert der AS jetzt vor dem SSC Neapel und Juventus Turin an der Spitze. Für den FC Turin war es bei zwei Niederlagen und fünf Remis das siebte Spiel in Folge ohne Dreier.

Lazio Rom - FC Genua 0:2 (0:0)

Tore: 0:1 Kucka (60.), 0:2 Gilardino (72.,HE)

Die Römer legten im heimischen Olimpico di Roma stark los. Vor allem Miroslav Klose stellte die Abwehr der Gäste vor enorme Probleme, scheiterte mit seinen beiden besten Chancen (6./35.) aus dem Strafraum aber knapp. Die Möglichkeiten des Nationalstürmers waren in einem zerfahrenen, von Fouls und Standards geprägten Spiel die wenigen Highlights.

Doch die Ineffektivität vor dem gegnerischen Tor rächte sich. Mit dem ersten vernünftigen Angriff im zweiten Abschnitt ging Genua aus dem Nichts in Führung, Juraj Kucka ließ Lazio-Schlussmann Federico Marchetti nach genau einer Stunde keine Chance.

Lazio spielte jetzt wütend nach vorne, vergab aber weiter seine Chancen fahrlässig. Zu allem Überfluss verursachte Roms Michael Ciani nur zwölf Minuten nach dem Rückstand einen Handelfmeter, den Alberto Gilardino zum Endstand verwandelte (72.).Genua macht damit einen großen Sprung auf Rang acht und liegt nur noch einen Punkt hinter Lazio, dass bereits sieben Zähler Rückstand auf einen Europa-League-Platz hat.

Udinese Calcio - Inter Mailand 0:3 (0:2)

Tore: 0:1 Palacio (25.), 0:2 Ranocchia (29.), Alvarez (90.+1)

Beide Teams kamen im Friuli-Stadion nur schwer in die Gänge. Nach einer Viertelstunde übernahmen aber die Gäste aus Mailand, angeführt vom starken Trio Rodrigo Palacio, Esteban Cambiasso und Ricardo Alvarez, das Ruder. Jedoch kreierten die Mailänder aus dem Spiel heraus wenig Torgefahr, während sich der Gastgeber komplett auf die Defensive beschränkte.

Für die Tore mussten deshalb Standards herhalten. Nach 25 Minuten war Palacio nach einer Freistoß-Hereingabe von Saphir Sliti Taider zur Stelle und nickte zur Führung ein. Nur vier Minuten später schon die Vorentscheidung: Eine Ecke von Cambiasso versenkte der mit aufgerückte Innenverteidiger Andrea Ranocchia per Rechtsschuss zum 2:0.

Udinese kam nach der Halbzeit besser aus der Kabine und sorgte in den Minuten nach Wiederanpfiff in Person von Antonio di Natale für mehr Torgefahr als in der kompletten ersten Hälfte. Doch zum Anschluss reichte es nicht mehr, in der Nachspielzeit traf Alvarez sogar noch zum 3:0 (90.+1). Inter sichert damit den vierten Platz vor dem punktgleichen Hellas Verona, hat allerding schon sechs Punkte Rückstand auf den Champions-League-Qualifikationsplatz. Udinese hängt weiter im Mittelfeld fest.

AC Milan - AC Florenz 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Vargas (27.), 0:2 Valero (73.)

Nach dem Unentschieden gegen Atalanta Bergamo wollte der AC Milan sichtlich für Wiedergutmachung sorgen. Die Rossoneri starteten ordentlich, kontrollierten das Spiel und kamen in Person von Sulley Ali Muntari und mehrfach Mario Balotelli zu den ersten Chancen.

Doch das erste Tor der Partie markierten die Gäste: Juan Vargas drosch einen Freistoß in der 27. Minute direkt in die Mauer, wo Muntari den Ball für Keeper Gabriel unhaltbar in die linke Ecke abfälschte. Nachdem der Führungstreffer keine großen Auswirkungen auf die Partie hatte - Milan spielte unbeirrt weiter auf Ballbesitz, kam aber nicht zu Chancen - erhöhte Florenz in der 73. Minute. Borja Valero drückte eine Flanke von Joaquin über die Torlinie, zuvor sah der Torwart der Gastgeber gar nicht gut aus.

Trotz offensiver Wechsel schaffte es die Mannschaft von Massimo Allegri auch weiterhin nicht, Druck aufzubauen, geschweige denn zum Abschluss zu kommen. Gegen Ende der Partie gab es immer wieder kritische Gesänge aus der Milan-Kurve Richtung Vereinsführung und Trainer zu hören, denn Milan steht nach der Niederlage gegen Florenz weiterhin nur im Tabellenmittelfeld. Die Chancen auf eine Teilnahme am internationalen Wettbewerb schmelzen von Spiel zu Spiel weiter, Massimo Allegri steht heftig in der Kritik. Florenz bleibt dagegen oben dran.

SSC Neapel - Catania Calcio 2:1 (2:1)

Tore: 1:0 Callejon (15.), 2:0 Hamsik (20.), 2:1 Castro (25.)

Neapel spielte gegen Catania 90 Minuten auf ein Tor und musste dennoch zittern, denn Gäste-Keeper Mariano Andujar erwischte einen absoluten Sahnetag. So parierte der 30-Jährige die Distanzschüsse von Lorenzo Insigne (53./57.) und Gonzalo Higuain (61.) sowie Raul Albiols Aufsetzer (66.) spektakulär. Außerdem hatte er Glück, als Federico Fernandez nach einer Ecke nur Zentimeter neben den Pfosten köpfte (54.).

Doch Andujas Paraden halfen Catania nicht, denn Napoli hatte zuvor bereits mit zwei Traumtoren doppelt zugeschlagen: Zunächst knallte Jose Callejon den Ball aus 20 Metern in den Winkel (15.), fünf Minuten später zog Marek Hamsik aus 17 Metern ab und der Schuss schlug ebenfalls in der linken oberen Ecke ein.

Die beruhigende Führung hatte aber nur kurz Bestand, denn Catanias Lucas Castro verkürzte wie aus dem Nichts nach Flanke am langen Pfosten freistehend (25.). Mit dem knappen Vorsprung drückte Neapel, aber auch Callejon (74.) und Duvan Zapata (86.) brachten den Ball nicht an Andujar vorbei. So blieb es beim knappen Heimsieg, durch den Napoli in der Tabelle wieder mit Juve gleichzieht.

FC Parma - Juventus Turin 0:1 (0:0)

Tor: 0:1 Pogba (77.)

So mancher Zuschauer mag sich in der ersten Halbzeit gefragt haben, wieso er eigentlich die Reise in das Stadion des FC Parma angetreten hatte. Keine der beiden Mannschaften vermochte es, das Mittelfeldgeplänkel zu beenden, Strafraumszenen waren absolute Mangelware. Lediglich Massimo Gobbi (11.) und Arturo Vidal (33.) konnten einen Hauch von Torgefahr erzeugen.

Auch der zweite Durchgang brachte kaum Besserung, trotz eines vielversprechenden Beginns: Über Paul Pogba und Carlos Tevez ging es in die Mitte, der Schuss von Claudio Marchisio aus gut 15 Metern wurde aber von Marco Parolo abgeblockt. Erst die Einwechslung von Andrea Pirlo schien dem Spiel einen Schub zu geben. Juventus wirkte nun geordneter und konnte endlich größere Chancen verbuchen.

Nachdem Carlos Tevez noch am Keeper scheiterte, machte es Pogba in der 77. Minute besser und staubte nach einem Distanzschuss von Fabio Quagliarella zum Führungstreffer ab. Anschließend verwalteten die Turiner das Ergebnis, sicherten sich damit den Dreier und bleiben weiter punktgleich mit dem SSC Napoli auf Platz zwei. Der FC Parma vergibt eine Chance, sich mit drei Punkten weiter von den Abstiegsrängen abzusetzen.

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