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Fussball

PSG-Flucht für WM? Warum Julian Draxler genau überlegen sollte

Von Sebastian Mittag

Julian Draxler will bei der WM in diesem Jahr unbedingt dabei sein. Dafür will er wechseln und sich bei einem neuen Klub für das DFB-Team empfehlen.

Das Testspiel des DFB-Teams gegen Israel lieferte sportlich nicht die großen Erkenntnisse. Aus Transfer-Sicht wurde es dann aber doch noch ganz interessant. Julian Draxler ließ nach der Partie durchblicken, dass er sich Gedanken über einen Vereinswechsel macht, um so seine WM-Chancen zu erhöhen.

"Ich muss mehr Spielpraxis haben Richtung WM. Im Sommer wird man sehen, was passiert. Ich muss mehr spielen als in dieser Saison", sagte der 28-Jährige.

Bei PSG sitzt Draxler aktuell meist auf der Bank. Beim 2:0 gegen Israel durfte er über die volle Distanz ran. "Es tat gut, mal wieder 90 Minuten auf dem Platz zu stehen", meinte der Offensivspieler danach.

Neuer Klub? Eine schwierige Wahl für Julian Draxler

Wohin könnte Draxler wechseln, um sich mit vielen Spielminuten für Hansi Flicks WM-Kader zu empfehlen? Gar nicht so einfach. Am liebsten würde Draxler wohl auch bei seinem neuen Klub in der Champions League spielen.

Bei einer Rückkehr in die Bundesliga kämen ernsthaft nur Bayern und Dortmund in Frage. In München hätte er aufgrund der hohen Konkurrenz wohl auch keine größeren Einsatzchancen als in Paris. Beim BVB würde es ihm zumindest seine Vergangenheit als Ur-Schalker nicht leicht machen.

Auch bei den Top-Klubs in England ist es schwer, einen Stammplatz zu ergattern. Außerdem brauchen Profis meist ein paar Monate, um sich an die Spielweise der Premier League zu gewöhnen. In Spanien würde es bei Real, Barca oder Atletico auch erstmal nicht leicht werden. Dann vielleicht nach Italien? Inter? Milan? Juve?

Das Hauptproblem bei Draxlers Wechselgedanken ist ohnehin der enge Zeitplan: Die WM in Katar startet am 21. November. Die Kader müssen also im Oktober schon stehen. Bei einem Transfer im Sommer bliebe nicht viel Zeit, sich an ein neues Umfeld zu gewöhnen, gleich auf hohem Niveau Stammspieler zu werden und damit den Bundestrainer zu überzeugen.

Bevor Draxler PSG überstürzt verlässt, sollte er sich klar darüber werden, was er sich von der WM überhaupt erwartet. Kann er wirklich eine tragende Rolle in der Nationalmannschaft spielen? Bei all seinen großen Turnieren im DFB-Trikot war er nur Ergänzungsspieler. Hier aber auch immer eine verlässliche Option. Draxler kann mit seinen technischen Qualitäten für Überraschungsmomente sorgen, ist flexibel einsetzbar, macht hinter den Kulissen keinen Ärger, ist Teamplayer.

Draxler im DFB-Team immer geschätzt

Dafür schätzte ihn Joachim Löw und nahm ihn auch mit, wenn er im Verein kein Stammspieler war. Auch die Verantwortlichen in Paris sehen in Draxler einen hochwertigen Kaderspieler, der keinen Ärger macht.

Bei seiner doch etwas überraschenden Vertragsverlängerung im Sommer war Draxler sicherlich klar, dass er neben all den Superstars bei PSG wahrscheinlich weiterhin nicht uneingeschränkter Stammspieler werden würde. Trotzdem entschied er sich für das gut dotierte Angebot - und gegen eine Rolle als Anführer bei einem anderen Verein.

Mit Blick auf eine potenziell gewichtigere Rolle bei der WM wäre damals der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel gewesen. Jetzt ist Draxler schon ziemlich spät dran.

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