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Fussball

BVB-Leihgabe Leonardo Balerdi bei Olympique Marseille: Was ist der letzte Preis?

Leonardo Balerdi wurde im Sommer 2020 vom BVB an Olympique Marseille verliehen.

Borussia Dortmund ließ sich Leonardo Balerdi einst viel Geld kosten, doch beim BVB konnte sich der Innenverteidiger nicht durchsetzen. Seit Sommer spielt der 22-Jährige auf Leihbasis für Olympique Marseille. Balerdi erlebt in Frankreich eine ereignisreiche Zeit.

Von einem Leihgeschäft erhofft sich ein Fußballklub in der Regel, dass der temporär abgegebene Spieler beim aufnehmenden Verein oft zum Einsatz kommt und dadurch weitere Erfahrungen sammelt. Bei Leonardo Balerdi ist dies bislang ziemlich gut gelungen, zumindest das mit den Erfahrungen.

Die Saison 2020/21 hielt bislang einiges bereit für Olympique Marseille, diesem hoch emotionalen Klub aus der französischen Hafenstadt. Dorthin hatte Borussia Dortmund Innenverteidiger Balerdi im vergangenen Sommer verliehen. Im Januar 2019 war der 22-jährige Argentinier für stolze 15,5 Millionen Euro von den Boca Juniors aus Buenos Aires zum BVB gewechselt. In Dortmund erhielt Balerdi einen bis 2024 datierten Vertrag, aber kaum Spielzeit.

Seitdem wurschteln sich beide, also Marseille und Balerdi, irgendwie durch. Zunächst war Andre Villas-Boas voll des Lobes: "Er hat er alle Qualitäten. Er ist kraftvoll, er ist schnell und er ist technisch gut. Ich kenne ihn schon seit seiner Zeit bei den Boca Juniors. Er war letztes Jahr schon auf unserer Liste", sagte der Trainer nach Vollzug des Leihgeschäfts.

Doch begonnen hat die gemeinsame Zeit schlecht. Balerdi stand zwar am 2. Spieltag gegen Brest 90 Minuten auf dem Feld, musste aber wie bei seinem zweiten Einsatz zwei Wochen später gegen Saint-Etienne auf der ungewohnten Position als Linksverteidiger spielen. Dort konnte er seine Stärken im Zweikampf und am Ball nicht einbringen, Balerdi agierte vielmehr fehleranfällig und konzentrationsschwach.

BVB-Leihgabe Leonardo Balerdi: Tiefpunkt gegen Porto

Die folgenden fünf Pflichtspiele saß er durchgehend auf der Bank, nur um anschließend zwei seiner lange Zeit besten Leistungen abzurufen - als Innenverteidiger: Im Oktober schoss Balerdi am 8. Spieltag in Lorient seinen bislang einzigen Treffer für Marseille, es war zugleich das Tor des Tages. Kurz darauf in Strasbourg führte in den direkten Duellen kein Weg an ihm vorbei, was ihm wenige Tage später durch eine erneute Berufung in die argentinische Nationalmannschaft versüßt wurde.

Zu Konstanz verhalf das Balerdi jedoch nicht, vielmehr erreichte er Ende November den vorläufigen Tiefpunkt an einem auch für OM historischen Tag. Bei der Pleite gegen Porto in der Champions League verschuldete er beide Gegentreffer, vor dem Elfmetertor zum 0:2 sah Balerdi die Gelb-Rote Karte. Es war Marseilles 13. CL-Niederlage am Stück, das hatte zuvor noch kein anderes Team hingekriegt.

Villas-Boas ging hart mit seiner Mannschaft ins Gericht: "Um in der Champions League scheiße zu sein, muss man sich erst einmal für die Champions League qualifizieren. Das haben wir getan und wir sind scheiße."

Für Balerdi war der Zug Richtung Stammplatz erst einmal abgefahren, zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar musste er sechs Pflichtspiele in Serie zugucken. "Für Leo war das Spiel gegen Porto leider das Problem. Wir haben ihm in einem wichtigen Spiel eine Chance gegeben. Er hat sie verpasst, weil er einen schweren Fehler gemacht und teuer dafür bezahlt hat", sagte Villas-Boas damals.

Balerdi hat zu kämpfen, sobald das Spielniveau steigt

Auch wenn der Coach gleich mehrfach betonte, Balerdi werde einmal einer der besten Innenverteidiger der Welt, seine Konkurrenten Alvaro Gonzalez und Duje Caleta-Car waren schlicht zuverlässiger. Zwar deutete er immer wieder sein Potential an, doch es wurde offensichtlich, dass Balerdi zu kämpfen hat, sobald das Niveau steigt.

Jenes von OM dagegen sank immer mehr und als der Klub Ende Januar weiter Richtung Tabellenmittelfeld stürzte, kam es zu Geschehnissen, die eines Tages einen festen Platz in der an Skandalen nicht armen Vereinsgeschichte finden werden. Mehrere Hundert Ultras protestierten vor dem Trainingszentrum "La Commanderie" und verschafften sich zwischenzeitlich gewaltsam Zutritt, sie marodierten und es brannten Bäume.

Die verängstigten Spieler verkrochen sich in einem Gebäude und als sich Villas-Boas und Balerdi-Konkurrent Gonzalez den aufgebrachten Anhängern stellten, wurden sie attackiert und bestohlen. "Was in Washington passierte und was in Marseille passierte, folgt einer vergleichbaren Logik", sagte US-Unternehmer Frank McCourt, seit 2016 Klubeigentümer und ehemals Besitzer des MLB-Teams Los Angeles Dodgers, mit Blick auf den Sturm aufs Capitol.

BVB-Leihgabe Leonardo Balerdi: Seine Statistiken bei Olympique Marseille 2020/21

WettbewerbSpieleToreVorlagenSpielminuten
Ligue 1131-1003
Coupe de France1--90
Champions League3--250
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