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Fussball

BVB-Leihgabe Leonardo Balerdi bei Olympique Marseille: Was ist der letzte Preis?

Leonardo Balerdi wurde im Sommer 2020 vom BVB an Olympique Marseille verliehen.

 

Leonardo Balerdi unter Neu-Trainer Sampaoli gesetzt

Für Villas-Boas war all dies zu viel. Nachdem der Verein aus finanziellen Gründen Mittelfeldspieler Morgan Sanson und dafür Olivier Ntcham von Celtic Glasgow auslieh - "ein Spieler, den ich abgelehnt hatte", so Villas-Boas - warf der 43-Jährige hin. "Ich will nichts von OM, ich will kein Geld, ich will einfach nur weg", ließ er ausrichten. Schon im Sommer war ein Verbleib des Trainers mehr als ungewiss, Villas-Boas war auf die Vereinsführung nach dem Abgang von Sportdirektor Andoni Zubizarreta im Mai 2020 nicht mehr gut zu sprechen.

Marseille machte Tabula rasa auf allen Ebenen: Der bei den Fans verhasste Vorstandsvorsitzende Jacques-Henri Eyraud zog sich in den Aufsichtsrat zurück und wurde durch den erst 34-jährigen Pablo Longoria ersetzt, der nun auch das Amt des Präsidenten ausfüllt. Longoria wurde im August 2020 Zubizarretas Nachfolger und weist eine interessante Vita auf: Der Spanier arbeitete zuvor als Scout für Newcastle, Huelva, Sassuolo, Atalanta und Juventus, ehe er dem FC Valencia als Sportdirektor zur Rückkehr in die Champions League verhalf.

Die für Balerdi wichtigste all dieser Veränderungen war jene auf der Trainerposition: Sein Landsmann Jorge Sampaoli übernahm Anfang März, erhöhte die Trainingsintensität und landete direkt zwei Heimsiege. Zwar folgte am Wochenende eine Niederlage in Nizza, wo Balerdi zwar ein Tor verschuldete, doch zusammen mit Bayern-Leihgabe Michael Cuisance avancierte er zu den bisherigen Gewinnern unter dem neuen Coach.

Der Grund: Sampaoli lässt eine Dreierkette spielen, in der er Balerdi als zentralen Innenverteidiger einsetzt. Nimmt man das letzte Spiel unter Interimscoach Nasser Larguet hinzu, stand Balerdi in den vier vergangenen Partien jeweils 90 Minuten auf dem Platz. Allein im März erreichte er somit die Hälfte der Anzahl seiner vorherigen Startelfeinsätze in der Ligue 1 (von acht auf nun zwölf).

BVB möchte 14 Millionen Euro für Balerdi haben

Und wie schon so viele Beobachter des 22-Jährigen immer wieder betonten: Balerdi benötigt vor allem Vertrauen und regelmäßige Einsatzzeit, um besser zu werden und seine Fähigkeiten aufs Feld zu bringen. Am 29. Spieltag, beim 3:1-Sieg gegen Brest, stand er zum dritten Mal nach seinen erwähnten Auftritten gegen Lorient und Strasbourg in der Elf des Spieltags der Sporttageszeitung L'Equipe. Balerdi war an der Entstehung des späten 2:1 beteiligt, kam auf drei abgefangene Bälle und acht Balleroberungen.

Marseille ist mit zehn Punkten aus elf Spielen zwar die drittschlechteste Mannschaft der Rückrunde, hat aber dennoch nur drei Punkte Rückstand auf Platz fünf, der zur Europa Conference League berechtigt. Der Zug für Europa-League-Rang vier ist dagegen schon abgefahren und 14 Zähler entfernt. Es werden für Marseille daher nun acht Endspiele, bis die Saison am 23. Mai mit einer Auswärtspartie beim FC Metz endet.

Das gilt gleichermaßen für Balerdi, der wie es aussieht in diesen Begegnungen weiterhin Sampaolis Rückendeckung erhalten und zum Stammpersonal gehören wird. Allerdings hat Balerdi ungeachtet seiner kommenden Leistungen ein Problem: Wie im Fall von Cuisance kann sich OM die 14 Millionen Euro schwere Kaufoption sehr wahrscheinlich nicht leisten.

Was erreicht Marseille in den Verhandlungen mit Dortmund?

Fest steht: Der Klub wird im Sommer einen personellen Umbruch vollziehen, zahlreiche Verträge laufen am Saisonende aus. Auch Balerdis Konkurrenten, allen voran Caleta-Car, stehen teils vor einem Abgang. Sollte Sampaoli weiter auf die Dortmunder Leihgabe setzen wollen, muss daher wohl eine neue Einigung mit dem BVB erzielt werden - zumal auch der FC Sevilla laut L'Equipe ein Auge auf Balerdi geworfen hat.

Helfen könnte OM das in der Branche bekannte Verhandlungsgeschick des neuen Strippenziehers Longoria. Mit einem allzu großen Verlust wird Dortmund, wo Balerdi nach insgesamt acht Pflichtspielen keine Zukunft mehr besitzt, jedoch nicht aus der Sache herausgehen wollen. Balerdis Schicksal im Süden Frankreichs dürfte also am letzten Preis hängen, den der BVB macht.

Wie angespannt die Finanzlage des Klubs ist, hat bereits Villas-Boas auf einer Pressekonferenz treffend zusammengefasst: "Wenn Marseille Geld hätte, würdet ihr Guardiola und seinen Ballbesitzfußball bekommen. Leider reicht es aber nur zu Andre Villas-Boas und seinen Taktiken."

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