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Fussball

Unter dem Radar

Von Bob Hemmen
Der FC Metz lieferte in den vergangenen Jahren überragende Jugendarbeit
© getty

In den letzten Jahren traf der Erstligist allerdings auch manche Fehlentscheidung. Während der Winterpause der Saison 2009/2010 beispielsweise verkaufte der Klub Papis Demba Cisse nach einer überragenden Hinrunde.

Metz hatte den Senegalesen 2004 entdeckt und ihn über mehrere Jahre verliehen, bevor er den Durchbruch schaffte. Nach acht Treffern in 16 Spielen in der Ligue 2 verpflichtete der SC Freiburg den Stürmer für lediglich 1,5 Millionen Euro.

Metz war damals finanziell angeschlagen und benötigte das Geld dringend zur Stabilisierung. Ohne den Mittelstürmer spielten "Les Grenats" jedoch enttäuschend und verpassten den Aufstieg. Freiburg hingegen kassierte zwei Jahre später sage und schreibe 12 Millionen Euro von Newcastle United für Cisse.

Vier bis sechs Aufrücker pro Saison

Seit dieser Entscheidung agierten die Verantwortlichen um Präsident Bernard Serin vorsichtiger. In der vergangenen Saison entschied sich der Verein in der Winterpause gegen den Verkauf von Diafra Sakho. Der ebenfalls aus dem Senegal stammende Mittelstürmer hatte nach der Hinrunde zahlreiche Angebote auf dem Tisch, doch man ließ ihn nicht ziehen. Erst am Saisonende ging Sakho schließlich zu West Ham.

Aktuelle ist der FC Metz dabei, sich erneut in der Ligue 1 zu etablieren. Der Trainer hat das nötige Vertrauen, um sich auf die Spiele zu konzentrieren und die Sicherheit, dass er nicht bei der ersten kleineren Krise entlassen wird. Cartier lässt Woche für Woche Jugendtalente ins Training der Profis reinschnuppern und gibt somit jedem die Möglichkeit, sich zu beweisen.

Bis heute schafften jedes Jahr vier bis sechs Jugendspieler aus der Akademie den Sprung in die Profimannschaft. "Wir wollen unsere besten jungen Spieler halten und vielleicht zwei oder drei erfahrene Spieler im Kader haben, um ihnen zu helfen", erklärte Schaeffer das Konzept.

Supertalent vor dem Absprung

Seit der letzten Saison gehörte Maxwel Cornet zu den Talenten, die es zu den Profis schafften. Der Stürmer ist seit seinem siebten Lebensjahr in der Akademie und gilt in Frankreich als das größte Metzer Talent seit Pjanic. Der 17-Jährige verdiente sich in der vergangenen Spielzeit bereits Einsätze und der Klub ist bemüht, den auslaufenden Vertrag mit ihm zu verlängern.

"Wir verfolgen in Metz klare Ziele und haben ein Projekt das über mehrere Jahre läuft. Maxwel Cornet soll bei uns bleiben und wir hoffen, dass er und sein Umfeld sich für uns entscheiden", äußerte der Präsident.

Die Berater des Jugendnationalspielers haben allerdings andere Pläne. "Wenn es nicht zu großen Veränderungen kommt, verlässt er den Verein nach der Saison", verkündete der Vater des Franzosen. Der AS Rom und Juventus Turin sollen an einer Verpflichtung interessiert sein. Jedoch wünscht er sich, dass sein Sohn erstmal in Frankreich bleibt, damit der Sprung nicht zu groß wird.

Cornet ist derzeit verletzt und konnte sich in der aktuellen Spielzeit noch nicht beweisen, doch nach seiner Verletzung könnte er schnell zur Stammkraft werden.

Neue Wege in Indien und Asien

Die Metzer hadern bis heute damit, dass ihnen die Talente immer früher von großen Vereinen weggeschnappt werden. Auf der Suche nach Alternativen zu den vorhandenen Verbindungen nach Senegal und anderen afrikanischen Ländern verstärkte der Verein den Scouting-Bereich in Asien.

Im Mittelpunkt stehen Indien und Singapur, Länder in denen Fußball mancherorts noch in den Kinderschuhen steckt. Die Identifikation mit dem Verein soll künftig eine wichtige Rolle spielen. Die Anzahl der Talente, die aus Frankreich stammen, nahm in den letzten Jahren ebenfalls zu. Die Zeiten, in denen mehr Spieler aus Afrika als aus Frankreich im Kader standen, scheinen der Vergangenheit anzugehören.

"Wir haben das Glück, dass 70 bis 80 Prozent unserer Spieler bereits sehr früh zu uns gekommen sind. Den nötige Willen, den Einsatz und das Kämpferherz bringen die Jungs dann automatisch mit. Das sind Werte, die in unserer Region wichtig sind", sagte Trainer Albert Cartier.

Seite 1: Die größten Erfolge der Akademie

Seite 2: Supertalent vor dem Absprung und Blick in die Zukunft

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