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Fussball

Manchester United - Sandwiches flogen durch die Kabine: Sir Alex Fergusons legendäre Reaktion auf Eric Cantonas Kung-Fu-Tritt

Von Daniel Nutz
Eric Cantona attackierte einst einen Fan von Crystal Palace per Kung-Fu-Tritt.

1995 sorgte Eric Cantona mit einer Attacke auf einen Fan für einen Skandal. Die Reaktion seines Trainers Sir Alex Ferguson überraschte jedoch.

Zur Pause steht es 0:0, ehe kurz nach dem Seitenwechsel dem französischen Superstar Eric Cantona die Sicherungen durchbrennen sollten. In der 49. Minute flog er nach einer vermeintlichen Tätlichkeit mit Rot vom Platz, doch der Eklat folgte beim Gang in die Katakomben.

Cantona stapfte an den zahlreichen Heimfans vorbei, Hohn und Spott waren sein Begleiter. Plötzlich setzte er zum Sprung an und flog mit den Füßen voraus in die Zuschauerränge - und traf dabei einen Fan. Dieser soll angeblich Cantonas Herkunft und Mutter beleidigt haben, der Fan wies die Anschuldigungen später zurück.

Fußball wurde danach auch noch gespielt, auch wenn sich alles um die skandalöse Aktion des Franzosen, für die er übrigens neun Monate gesperrt wurde, drehen sollte. United ging kurz darauf in Unterzahl durch David May in Führung, in der 80. Minute sollte der heutige englische Nationaltrainer Gareth Southgate zum Ausgleich und gleichzeitig Endstand treffen. Ein gebrauchter Tag für die Red Devils, dementsprechend war die Laune von Trainer Sir Alex Ferguson nach Abpfiff.

"Er kam in die Kabine und war außer sich vor Wut", erinnerte sich der ehemalige United-Profi Lee Sharpe an den Vorfall zurück. "Die Tür hob es beinahe aus den Angeln, so fest schlug er sie zu. Es dampfte aus seinen Ohren und schäumte aus seinem Mund."

United-Trainer Ferguson warf Sandwiches durch den Raum

In der Mitte des Raumes standen Ablagen mit "Tassen voller Tee und eine Platte mit Sandwiches". "Sie flogen durch die ganze Kabine", so Sharpe weiter. "Wir wurden verbrüht und Eiersandwiches trafen uns am Nacken. Wir schauten uns an und dachten: Wie soll er dann erst bei Cantona ausflippen?"

Doch zunächst machte Ferguson die Spieler zur Schnecke, sagte jedem einzelnen, wie unfähig er doch sei und dass selbst seine Großmutter schneller laufen würde als die Profis. "Ihr seid eine verdammte Schande", schrie er. "Morgen ist um neun Uhr Training, Ihr werdet euch im Training eure verdammten Eier wund laufen!"

Erst dann drehte sich er sich in Richtung Cantona, senkte seine Stimme und sagte trocken: "Eric, du kannst solche Dinge einfach nicht machen, mein Sohn." Mehr nicht.

Sharpes Schilderungen wurden auch von May bestätigt. "Ich dachte mir: Ist das alles? IST DAS ALLES? Jedem anderen Spieler hätte er den Kopf gewaschen. Ich bekam mein Fett weg, weil ich jemanden nicht deckte, wie ich sollte."

Dass Cantona bei Ferguson einen besonderen Status hatte, ist kein Geheimnis. So lehnte die schottische Trainerlegende einige Monate später beispielsweise einen Transfer von Zidane Zidane ab, um "Cantona davon zu überzeugen, nach seiner Suspendierung zu bleiben", verriet der ehemalige Klubpräsident Martin Edwards einst der Gazzetta dello Sport. Mit Erfolg. 1997 beendete Cantona mit seinem fünften Premier-League-Titel schließlich die Karriere im Old Trafford.

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