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Fussball

"Wo ist der verdammte Stock?": Als Sir Alex Ferguson einem faulem United-Star Beine machen wollte

Von Louis Loeser

Alex Ferguson hat in seiner Zeit bei United vieles erlebt. Ein Spieler trieb Fergie dabei so in den Wahnsinn, dass er ihn sogar schlagen wollte.

Wer an die großen Zeiten von Manchester United denkt, der denkt an Sir Alex Ferguson. Niemand hat die Red Devils so geprägt wie "Fergie", niemand konnte seitdem nur ansatzweise den Erfolg einfahren, den er mit United von 1986 bis 2013 feierte.

Fast 30 Jahre lang stand der Schotte im Old Trafford an der Seitenlinie und sah dabei Spieler wie Cristiano Ronaldo, Ryan Giggs oder David Beckham zu Weltstars reifen. Die Hoffnung, eines Tages in dieser Reihe genannt werden zu können, machte sich wohl auch der Brasilianer Anderson, als er 2007 nach Manchester wechselte.

Knapp 24 Millionen Euro ließ sich United den Mittelfeldspieler vom FC Porto kosten. Erst 2005 hatte er den Golden Boy Award gewonnen, doch in Manchester angekommen trieb Anderson den sonst so abgeklärten Sir Alex an den Rand der Verzweiflung - so weit sogar, dass Ferguson beinahe gewalttätig geworden ist, wie sein früherer Konditionstrainer Mick Clegg The Athletic verriet.

Anderson trieb Ferguson an den Rand der Verzweiflung

"Man könnte nie einen netteren Menschen als Anderson finden - er war bei allen beliebt - aber er war ein Faulpelz. Er hatte immer seine Ausreden. Ich hatte einen Stock und sagte schon sehr früh zu Alex Ferguson: 'Wenn er so weitermacht, werde ich ihn mit meinem verdammten Stock schlagen'", erzählte Clegg, der zwischen 2000 und 2011 für die Fitness der United-Stars zuständig war.

Ferguson traute seinen Ohren kaum, wie sich der Trainingsspezialist erinnerte: "Fergie konnte es nicht glauben. 'Wage es ja nicht. Er hat mich eine Menge Geld gekostet. Du kannst doch nicht einen meiner Spieler schlagen, bist du verrückt?'"

Doch Fergusons pazifistische Einstellung hielt nicht lange an: "Sechs Wochen später kam Fergie zu mir. 'Wo ist der verdammte Stock?', fragte er. 'Gib mir den Stock. Ich will ihn schlagen'", fuhr Clegg fort.

Anderson konnte sein Potenzial nicht ausschöpfen: "Er war ein Partylöwe"

Bis 2014 blieb Anderson in Manchester, konnte jedoch nie sein volles Potenzial ausschöpfen. In 181 Einsätzen für den Klub erzielte der heute 33-Jährige neun Tore, seine mangelnde Fitness blieb ein Dauerthema. Nach sieben Jahren verließ er die Red Devils zunächst leihweise zur AC Florenz, ehe er sich 2015 dauerhaft dem brasilianischen Erstligisten Internacional anschloss.

Sein ehemaliger Fitnesstrainer Clegg bedauert Andersons begrenzten Erfolg und macht vor allem seine fehlende Disziplin als Ursache aus. "Anderson war mehr als fähig, ein absoluter Top-Spieler zu sein. Er musste nur seinen Kopf durchsetzen", betonte er.

Empathie kann Clegg dennoch nur wenig für Anderson aufbringen: "Er hat sich nicht fit gehalten. Er hat sich entschieden, nicht zu arbeiten, also ist es schwer, zu viel Mitleid mit ihm zu haben. Er war ein Partylöwe."

Manchester United: Anderson beendete 2019 seine Karriere

Nach drei Jahren in seiner brasilianischen Heimat wechselte Anderson 2018 zum türkischen Erstligisten Adana Demirspor. Dort beendete er nach nur einer Saison im Alter von 31 Jahren seine Karriere.

Einer von Fergusons Meisterschülern wurde Anderson nie, doch auch ohne Stockeinsatz kann sich der frühere brasilianische Nationalspieler dank seiner Zeit in Manchester vierfacher Englischer Meister, Champions-League-Sieger und Klubweltmeister nennen.

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